Lkw-Unfall in Ortsmitte

Dieselspur in Bille führt nach Wentorf – „Krümel“ vergiftet

Christa Webers Hund Krümel hat sich an Diesel in der Bille vergiftet. In Wentorf war zuvor ein Dieseltank ausgelaufen.

Christa Webers Hund Krümel hat sich an Diesel in der Bille vergiftet. In Wentorf war zuvor ein Dieseltank ausgelaufen.

Foto: Antje Schneider / BGZ

Christa Weber ist sauer: „Warum gibt es keine Warnschilder für Hundehalter?“„Krümel“ vergiftete sich an verschmutztem Bille-Wasser.

Wentorf/Bergedorf. „Was stinkt hier denn so?“, fragte sich Christa Weber am Sonntagmorgen, als sie mit ihrem Hund „Krümel“ im Bergedorfer Gehölz Gassi ging. Als die Wentorferin den penetranten Geruch als Diesel identifizierte, schrillten die Alarmglocken. Denn Hund „Krümel“ hatte sich knapp hinter der Pionierbrücke in Richtung Bille verzogen und war ins Wasser gesprungen – in den Ursprung des Gestanks also. Ihre Rufe nach dem Vierbeiner kamen zu spät. „Krümel“ genoss nicht nur ein kurzes Bad, er trank auch das durch eine Ölspur verschmutzte Bille-Wasser. „Ich bin total stinkig, dass nirgends Warnschilder aufgestellt wurden“, sagt die 57-Jährige.

Stundenlang musste der Dackel-Mix „Krümel“ fast durchgehend brechen, wie Christa Weber schildert. „Dann war zum Glück wieder alles okay und er hat auch wieder normal gefressen“, sagt die Hundehalterin. „Krümel“ geht es jetzt wieder gut. Aber er ist mit seinen zweieinhalb Jahren auch noch recht jung und fit. Was sonst hätte passieren können, mag Christa Weber sich gar nicht vorstellen. Sie hofft nun, dass keine weiteren Vierbeiner durch den ausgelaufenen Diesel leiden mussten. „Am Montag haben wir beim Spaziergang dann die Bille gemieden. Man riecht es jetzt schon von Weitem“, sagt Christa Weber.

Ölspur hängt mit Lkw-Unfall in Wentorf zusammen

Wie der stellvertretende Pressesprecher des Kreises Herzogtum Lauenburg Karsten Steffen bestätigt, hängt die Ölspur in der Bille mit einem Unfall in Wentorf vom vergangenen Donnerstag um 10.30 Uhr zusammen. Beim Herunterfahren von der Baustelle Zollhof an der Hamburger Landstraße auf Höhe des Kreisels war bei einem Lkw der Kraftstofftank an einer Metallplatte aufgerissen, wie der Wentorfer Polizeichef Marco Hecht-Hinz erklärt. Der Fahrer bemerkte das Unglück schnell und fuhr die knapp 100 Meter entfernte Bushaltestelle Zollstraße an, wartete dort auf die Freiwillige Feuerwehr in Wentorf.

Die rückte zeitig aus und streute den Dieselkraftstoff ab. „Die Ölspur war relativ breit“, wie Natascha Pätzold, Pressesprecherin der Wentorfer Feuerwehr, beobachtete. Mehr als 100 Liter waren auf die Straße gelaufen, bestätigt auch Karsten Steffen. Diesel sei auch in den Regenwasserkanal gelaufen. Der Abwasserbetrieb habe daraufhin eine Reinigung des Schachts beauftragt. Laut Polizei passierte das noch am Donnerstag.

Kreis hält Warnschilder für nicht nötig

Dennoch sei eine „geringfügige Menge“ Kraftstoff bis zur Bille im Grenzbereich zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein gelaufen – vermutlich über den Regenwasserkanal, wie Karsten Steffen erklärt. „Die Hamburger Wasserbehörde hat daraufhin eine Ölsperre gelegt“, sagt der Pressesprecher. Um den knapp 400 Liter fassenden Tank auszupumpen, musste auch ein Löschzug Gefahrgut vom Kreisfeuerwehrverband anrücken. Für den Einsatz war die Hamburger Straße zwischen Lidl und Zollstraße am Donnerstag zwischen 10.30 und 12.45 Uhr in beide Richtungen gesperrt.

Eine Anordnung von Warnschildern hält der Kreis Herzogtum Lauenburg bei der geringen Menge an ausgelaufenem Kraftstoff sowie aufgrund der gesetzten Ölsperre nicht für nötig. Hundehalter seien gehalten, aufmerksam zu sein und auf ihre Tiere achtzugeben.