Johannes Heiderich

„1000 Milliarden Bäume“ zum Schutz des Klimas

Johannes Heiderich hat sich dafür eingesetzt, dass im Stöckenhopp vor sechs Jahren 40 Bäume gepflanzt wurden.

Johannes Heiderich hat sich dafür eingesetzt, dass im Stöckenhopp vor sechs Jahren 40 Bäume gepflanzt wurden.

Foto: Imke Kuhlmann / BGZ

Johannes Heiderich engagiert sich seit 2013 bei Plant-for-the-Planet für den Klimaschutz. Wir nominieren ihn für den Bürgerpreis Bergedorf.

Wentorf. Es begann mit einem Familienausflug nach Geesthacht, und wurde ein Projekt, das nicht nur seinen Berufswunsch prägte. 2013 begegnete der heute 19-jährige Johannes Heiderich erstmalig der Stiftung Plant-for-the-Planet, kurz darauf wurde er Botschafter der Initiative und trug dazu bei, dass weltweit bislang 13,6 Milliarden Bäume gepflanzt wurden.

„Bei dem Ausflug kamen wir zufällig an einer Energiewende-Messe vorbei. Dort sah ich einen Stand mit Kindern und war neugierig“, sagt der Schüler. Die jungen Menschen waren Botschafter der Stiftung Plant-for-the-Planet. Ziel der Kinderorganisation: Mit Baumpflanzaktionen Bewusstsein für Klimawandel und globale Gerechtigkeit schaffen.

Heiderich erzählt Wentorfern über Klimaschutz

Der damals 13-Jährige entschied sich, an einer Tagesakademie teilzunehmen, bei der die Organisation über Klimaveränderungen informiert und die Idee der Botschafter präsentiert. „Ich lernte, was der Treibhauseffekt ist, und, dass ein hoher CO2-Ausstoß die Erderwärmung begünstigt.“ Die im Jahr 2007 gegründete Stiftung wurde vom damals neun Jahre alten Schüler Felix Finkbeiner und seinem Vater gegründet. Ausschlag gab ein Schulreferat über die Klimakrise. Heute agiert Plant-for-the-Planet weltweit mit 88.000 Botschaftern.

Zwei Monate nach der ersten Begegnung stand Johannes Heiderich im Casinopark, um anderen über das Projekt für den Klimaschutz zu erzählen. „Wenn jeder Mensch
auf der Welt in den nächsten zehn Jahren im Durchschnitt 150 Bäume pflanzt, können wir die Klimakatastrophe hinauszögern“, sagt er.

Weltweit stehen auf Heiderichs Initiative Bäume

Inzwischen gastiert er mit Vorträgen an Schulen, bei Initiativen der Region oder der Zukunftswerkstatt sowie dem Handelskongress in Berlin, wie auch der Landwirtschaftsmesse in Meldorf, um seine Botschaft zu platzieren. Über die Jahre ist er ein fachlich kompetenter Vortragsredner geworden, der durch seine Freundlichkeit besticht.

Aus Anlass der 800-Jahr-Feier in Wentorf 2017 konnten mit Unterstützung der Buhck-Stiftung und dem Wentorfer Einzelhandel 4000 Bäume in der Welt gepflanzt werden. Auch in der Lohe stehen Bäume, die auf Heiderichs Initiative gepflanzt wurden. Im Stöckenhopp sind es zudem 40 Pflanzen, die 2014 in die Erde gebracht wurden. Dazu nutzt er jede Gelegenheit, fair gehandelte Plant-for-the-Planet-Schokolade zu verkaufen, um weitere Erlöse für den Klimaschutz zu generieren.

Zehn Stunden in der Woche fürs Projekt

„Ob in Wentorf, oder auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán, jeder Baum hilft unserem Ziel“, sagt Johannes Heiderich. Jeder Baum trägt dazu bei, die Zielmarke von „1000 Milliarden Bäumen“ zu erreichen und damit die Erderwärmung zu verlangsamen.

Bis zu zehn Stunden in der Woche engagiert sich der 19-Jährige für das Projekt. „Am Anfang war es der Einsatz für das Klima, doch über die Jahre ist mir klar geworden, dass es viel mehr ist, was wir mit den Baumpflanzungen tun. Es ist ebenso ein Engagement gegen Armut. In einigen Ländern schaffen wir Arbeitsplätze für Menschen, die sonst keine Arbeit hätten. Die Bäume müssen gepflanzt und gepflegt werden, Orangenbäume können Ernten schaffen“, sagt der Abiturient.

Neue Klimaschutzinitiative gegründet

Im letzten Jahr gründete er zudem mit der 16 Jahre alten Rebecca Lekebusch in Reinbek die Klimaschutzinitiative „Youth“. Umweltverschmutzung vermeiden und der Belastung der Meere durch Plastikmüll entgegenzuwirken, sind Themen, die die beiden angehen möchten.

In diesem Sommer wird Johannes Heiderich die Schule beenden. Im Juli geht es mit seinem Vater in die Schweiz. Urlaub ohne Klimaschutz? Undenkbar. Im Kanton Graubünden im Osten der Schweiz, beteiligen sich Vater und Sohn an einem Bergwaldprojekt, sie wollen dort mit anderen den Wald pflegen.

Nach dem Abi Freiwilliges Ökologisches Jahr

Danach soll es für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr ins Ausland gehen. Ob es im geplanten Studium die Lehre der Forst- oder der Landwirtschaft mit Schwerpunkt Nachhaltigkeit wird, weiß Johannes Heiderich momentan noch nicht. Plant-for-the-Planet hat zumindest schon angefragt, ob er sich vorstellen kann, seinen beruflichen Weg dort zu starten.

Johannes Heiderich ist nominiert für den Bürgerpreis Bergedorf, der in diesem Jahr zum 20. Mal vergeben wird. Wer selbst einen Kandidaten vorschlagen möchte, schickt eine E-Mail an , Stichwort „Bürgerpreis“.