Viertbusch Aumühle

„Wald erhalten“ – Breite Front gegen ein Neubaugebiet

Viertbusch: Der Sportplatz soll bebaut werden

Viertbusch: Der Sportplatz soll bebaut werden

Foto: Stephanie Rutke

Die CDU Aumühle plant, den Viertbusch hinter dem Sportplatz als Neubaugebiet auszuweisen. Bürgerininitiative informiert 120 Anwohner.

Aumühle. Die Pläne der CDU, den Viertbusch – ein zehn Hektar großes Areal hinter dem Sportplatz – als Neubaugebiet auszuweisen, stoßen auf Ablehnung. Jetzt informierte die Initiative Viertbusch, die sich gegen das Projekt ausspricht, im Sport- und Jugendheim rund 120 Bürger.

Motor der Initiative ist der Aumühler Peter Hanus, der den Abend moderierte. Als Redner hatte er Förster Dr. Lutz Fähser, den Waldpädagogen Walter Plötz und Dr. Johann Wagner, Rechtsanwalt und direkter Anwohner, eingeladen. Walter Plötz beschrieb den Wald als Faktor, der sich positiv auf das Klima auswirke: Bäume binden CO2, produzieren Sauerstoff, und der Wald gleicht Temperaturschwankungen aus. „Der Viertbusch ist kein minderwertiger Wald, eine Abholzung wäre ein Einschnitt in ein sensibles Ökosystem“, so sein Fazit.

„Natur und Menschen schützen“

„Mir liegt Aumühle am Herzen“, begrüßte Dr. Lutz Fähser, Leitender Forstdirektor im Ruhestand und früher selbst Aumühler, die Anwesenden. „Wir können nicht einfach beliebig weitermachen, sondern müssen die Natur und die Menschen schützen. Wie viel Wald möchte Aumühle haben?“,fragte er ins Publikum. Im Viertbusch sieht er ein Waldgebiet, das sich vom Fichtenwald zu einem heimischen Wald mit einer Vielfalt von Laub- und Nadelbäumen entwickelt.

Dr. Johann Wagner dankte den Gemeindevertretern für die offene und konstruktive Diskussion, die sich zu dem Thema entwickelt habe. Er übte deutliche Kritik an einem Flugblatt, mit dem die CDU an die Öffentlichkeit gegangen war, um für das geplante Neubaugebiet zu werben. Hier war von Überalterung, sinkenden Einwohnerzahlen und Mangel an Wohnraum die Rede.

Ex-Bürgermeister mit emotionalem Beitrag

„Ich finde keine guten Argumente für eine Waldrodung“, so Wagner. Den Argumenten der CDU stellte er Zahlen des Statistischen Bundesamtes entgegen. Nach der letzten Erhebung vom 31. Dezember 2018 sei die Einwohnerzahl keineswegs geschrumpft, sondern um mehr als acht Prozent gewachsen. Der Altersdurchschnitt sei zwar relativ hoch, allerdings habe die Zahl der Kinder in der Gemeinde vom Jahr 2000 bis 2018 um 21 Prozent zugenommen, und der Zuzug junger Familien stieg um 13 Prozent. „Wir wünschen uns, dass Einsicht einkehrt und das Thema ,Neubaugebiet’ zu Ende gebracht wird“, schloss Wagner.

In der anschließenden Diskussion sagte Bernd-Ulrich Leddin (UWG), langjähriger Finanzausschuss-Vorsitzender: „Wir haben das Projekt Neubaugebiet durchkalkuliert und unser Fazit lautet: Es wäre ein Millionengrab.“ Mit einem sehr emotionalen Beitrag meldete sich Aumühles langjähriger Bürgermeister Dieter Giese zu Wort. „Die geplante Bebauung ist nicht finanzierbar, dieses Projekt sollte beerdigt werden.“ Er verwies auf Vorhaben, die seit Jahren in der Planung, aber bis heute nicht umgesetzt seien wie die Spielplatzerweiterung, der Bau des Pfadfinderheims und die Straßensanierungen. „Wir sollten die Füße auf dem Boden lassen und diese Projekte gemeinsam anpacken.“

Hier informiert die Initiative

Im Zuge der Diskussion wurde deutlich, dass die Waldrettung Priorität hat, das Neubaugebiet kaum zu finanzieren wäre und alle Beteiligten auf den Dialog und eine gute Informationspolitik setzen. „Wir wissen nicht, wie es mit dem Thema Viertbusch weitergeht“, so Peter Hanus. Er rechnet aber damit, dass sich das Projekt erledigt hat.

Die Initiative informiert im Internet und auf Wunsch mit einem Newsletter: www.viertbusch.de.