Bürgerpreis

Der SC Wentorf ist Herbert Ahlers' zweite Familie

Herbert Ahlers ist für rund 60 Ehrenamtliche und sieben Festangestellte im SC Wentorf verantwortlich.

Herbert Ahlers ist für rund 60 Ehrenamtliche und sieben Festangestellte im SC Wentorf verantwortlich.

Foto: Imke Kuhlmann

Herbert Ahlers ist der erste Kandidat für den Bürgerpreis 2020. Er bringt mit dem Sportclub Wentorf Bewegung und Begegnung in die Gemeinde.

Wentorf.  „Besonders bei Kindern und Jugendlichen prägt Sport auch die Persönlichkeit. Der Umgang mit Siegen und Niederlagen trägt wesentlich dazu bei“, sagt Herbert Ahlers (68). Seit 19 Jahren ist er ehrenamtlich erster Vorsitzender des Sportclubs Wentorf. Er selbst war Sportler durch und durch. Ob Fußball, Volleyball oder Tennis. „Hauptsache ein Ball ist dabei“, sagt er. Für sein ehrenamtliches Engagement ist er nun für den Bürgerpreis Bergedorf unserer Zeitung und der Volksbank Bergedorf nominiert.

Zum Ehrenamt kam er bereits 1972. Als Jugend-, Sport- und Pressewart arbeitete er in der TSG (Turn- und Sportgemeinschaft) Bergedorf. 2000 übernahm der Familienvater das Amt als erster Vorsitzender in Wentorf. Rund 15 Stunden pro Woche ist er mit seiner Aufgabe beschäftigt. „Seit ich im Ruhestand bin, ist es noch mehr geworden“, sagt der pensionierte Lehrer. Außer ihm arbeiten im SC-Vorstand sieben Berufstätige mit. Da Herbert Ahlers das Nein-Sagen nicht wirklich beherrscht, springt er ein, wenn andere keine Zeit haben.

1170 Mitglieder, die Hälfte davon Kinder

Doch das tue er gern, denn er bekomme viel zurück. „Der SC ist meine zweite Familie. Der Teamgeist und das Miteinander sind großartig“, sagt er. 1170 Mitglieder zählt der Verein, die Hälfte davon sind Kinder. Von Mitgliederrückgang zur Zeit keine Spur. 60 Ehrenamtliche Trainer kümmern sich um unterschiedlichen Altersgruppen in elf Abteilungen. Dazu sieben feste Mitarbeiter, die den Verein am Laufen halten. Und auch finanziell gilt es, einiges zu stemmen, rund 340.000 Euro laufen im Jahr durch. Das Vereinsgelände, das in Schuss gehalten werden muss, umfasst viereinhalb Hektar.

Schon als Jugendlicher war Ahlers begeisterter Tennisspieler. In seiner Sportlerkarriere brachte er den einen oder anderen Pokal mit nach Hause. Vor zweieinhalb Jahren beendete der Lehrer am Gymnasium Wentorf seinen Schuldienst. „Ich kann aus Überzeugung sagen, das war mein Traumberuf“. Natürlich zählte neben Geografie und Wirtschaftspolitik auch Sport zu seinen Fächern. Früher hat der ehemalige Lehrer selbst Kurse im Verein geleitet, doch der Sport hat seine Spuren hinterlassen. Zwei Kreuzbandrisse und Meniskus- und Schulter-Operationen schränken seine Aktivitäten ein. Inzwischen hat der engagierte Wentorfer auf Yoga umgesattelt.

Der Gesellschaft etwas zurückgeben

Mit seinem Engagement folgt er einem klaren Ziel: „Ich möchte der Gesellschaft etwas zurückgeben, von dem, was ich bekommen habe. Und ich möchte die Kinder von der Straße holen. Wenn ich sehe, dass sich die Jugendlichen wohl fühlen, dann geht mir das Herz auf.“ Im Frühjahr stellt er sich noch einmal zur Wahl – erneut drei Jahre Vorsitz stehen dann an. Seine Nachfolge für die Zeit danach muss er dann regeln, doch seine Fußstapfen sind groß.

Ahlers Engagement reicht weit über den SC hinaus. Ständig bringt er neue Ideen ein, mit denen er das Miteinander der Gemeinde stärkt. Seit dem vergangenen Jahr gibt es das Weihnachtssingen auf dem Sportplatz. Trotz schlechten Wetters kamen 2018 rund 500 Menschen, um gemeinsam zu singen. 2019 waren es knapp doppelt so viele, die sich auf das Weihnachtsfest einstimmten.

Organisation des Rathausfestes

Häufig an seiner Seite: die Wentorfer Feuerwehr. „Wir, der Vorstand und die Feuerwehr, sind ein starkes Team und es macht einfach Spaß, zusammen etwas auf die Beine zu stellen“. Und so ist auch er mit dem SC Wentorf maßgeblich daran beteiligt, das Wentorfer Rathausfest am 13. Juni 2020 wieder zum Leben zu erwecken. Rund um die Straße „Am Stadtpark“ hat Ahlers vor zwei Jahren einen Flohmarkt auf die Beine gestellt. So erfolgreich, dass 2021 eine Neuauflage ansteht. „Ich organisiere einfach gern“, sagt er.

Seine Frau Hilke hält ihm den Rücken frei. „Wenn Du etwas für Wentorf tun willst, dann tue es“, hatte sie im Jahr 2000 zu ihm gesagt. Und damit hat Herbert Ahlers seitdem nicht aufgehört. Menschen zusammenzubringen und ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubern, ist für ihn die schönste Antwort, die er für seinen Einsatz bekommt.

Wer selbst einen Kandidaten vorschlagen will, schickt eine E-Mail unter dem Stichwort Bürgerpreis an bergedorf@bergedorfer-zeitung.de.