Martin-Luther-Kirche

175.000 Euro fehlen noch für Wentorfs weiße, neue Orgel

Karen Hardt (Kirchenmusikerin, links) und Ulrike Lenz (Pastorin) zeigen eine Animation der neuen Orgel.

Karen Hardt (Kirchenmusikerin, links) und Ulrike Lenz (Pastorin) zeigen eine Animation der neuen Orgel.

Foto: Imke Kuhlmann / BGZ

Die neue Orgel für die Martin-Luther-Kirche kostet insgesamt 600.000 Euro und soll offen und frischer gestaltet werden als bisher.

Wentorf. Stille Nacht wird in der Wentorfer Martin-Luther-Kirche auch in diesem Jahr beim Wort genommen. Die Kirchenorgel schweigt seit inzwischen drei Jahren. „Bei den letzten beiden Weihnachtsfesten haben wir uns eine mobile Orgel ausgeliehen. In diesem Jahr wird es nur das elektronische Piano mit Orgelregister aus der Friedhofskapelle sein“, so die Kirchenmusikerin Karen Hardt.

„Jetzige Orgel von Anfang an eine Fehlkonstruktion“

Die jetzige Orgel steht seit den 1980er Jahren in der Kirche am Reinbeker Weg. „Eigentlich funktioniert eine Orgel mindestens 100 Jahre, doch diese war von Anfang an eine Fehlkonstruktion“, so die Organistin Karen Hardt. Schon die Jahre zuvor hatte sie nur noch einige Lieder auf der Orgel gespielt, die neueren Stücke begleitet sie auf dem Klavier. „Ich habe mich langsam von der Organistin zur Pianistin entwickelt“, sagt sie. Die alte Orgel tut es einfach nicht mehr. „Manche Töne klingen einfach, ohne, dass sie angeschlagen werden, andere heulen unschön.“

Auch die Gemeinde wünscht sich eine neue Orgel. Damit soll es gleich im neuen Jahr losgehen. „Bereits seit dem Jahr 2008 gibt es einen Orgelausschuss in der Gemeinde. So lange beschäftigen wir uns bereits mit dem Thema“, so Pastorin Ulrike Lenz, die dort maßgeblich mitwirkt.

Mit neuer Orgel wird auch der Kirchenraum umgestaltet

Mithilfe des Orgelsachverständigen Klaus Schöbel aus Pinneberg wurde festgestellt, dass eine Reparatur sich nicht lohnt. „Die Orgel, die in der Kirche steht, ist nicht so gebaut, dass sie langfristig funktionieren kann. Die Mechanik ist zu eng. Das Risiko, dass die Orgel nach kurzer Zeit wieder repariert werden müsste, ist viel zu hoch“, so Ulrike Lenz. Doch ganz wird auch künftig nicht auf die alte Orgel verzichtet werden. „Die Pfeifen und Register werden erhalten. Sie werden ausgebaut, gereinigt, zurechtgeschnitten (intoniert) und dann wieder eingebaut“, erklärt Karen Hardt.

Rund 600.000 Euro müssen nun für eine neue Orgel in die Hand genommen werden. Dazu gehört auch in Teilen eine Umgestaltung des Kirchenraumes. Die Orgel wird frischer und offener gestaltet, das Raumkonzept wird an das Instrument angepasst. Im unteren Teil wird die Orgel weiß werden, das Holzgeländer auf der Balustrade wird einem leichten Metallgeländer weichen. Der Holzanteil an den Wänden im Kirchenraum wird zurückgenommen, Altar und Kanzel bleiben an ihren lichtdurchfluteten Plätzen. „In der lutherischen Kirche spielt die Musik eine bedeutende Rolle, daher steht die Orgel auch vorne“, erklärt Ulrike Lenz.

142.000 an Spenden bereits zusammen

Konzipiert wird die neue Orgel aus einem Duo mit dem Orgelbauer Heiko Lorenz aus Wilhelmshaven und dem Hamburger Architekten Matthias Schmidt. Der Orgelbau wird vom Kirchenkreis Lübeck Lauenburg begleitet. „Allein könnten wir das als Gemeinde nicht bewerkstelligen“, so Wentorfs Pastorin.

142.000 Euro hat die Gemeinde schon an Spenden eingefahren. Einen großen Anteil sieht die Gemeinde noch aus dem Orgelfonds des Kirchenkreises und aus Zuwendungen verschiedener Stiftungen gesichert. „Wir rechnen mit einer Finanzlücke von 175.000 Euro“, sagt Ulrike Lenz. Mit Briefen und während der Weihnachtsgottesdienste wird die Gemeinde deshalb um Spenden gebeten. Zudem findet im Januar eine Schulung eines Fundraiser statt, um Ideen zu generieren, das Geld hereinzuholen. Ulrike Lenz ist zuversichtlich, dass es klappt. „Eine schöne Orgel gehört einfach in eine Kirche.“ Zwei Jahre soll der Bau dauern, dann kann wieder „In dulci jubilo“ auf der Orgel erklingen. Karen Hardt und die neue Orgel werden dann sicher eins. Für eine Kirchenmusikerin ist es etwas Besonderes, einen Orgelbau zu begleiten, denn das kommt ja bekanntlich nicht alle Jahre vor.

Gottesdienste in der Martin-Luther-Kirche an Heiligabend

Spenden werden auch über das Konto der Gemeinde entgegengenommen: Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg, IBAN: DE89 2305 2750 0000 4405 31, BIC: NOLADE21RZB.

An Heiligabend lädt die Gemeinde zum Gottesdienst in die Martin-Luther-Kirche (Reinbeker Weg 27) ein: jeweils um 14 und um 15 Uhr mit Krippenspiel und Pastor Mirko Klein; um 17 Uhr mit Pastorin Lenz und um 23 Uhr zur Christmette mit Vikarin Lea Thermann.