Vandalismus

Jugendliche sorgen für Ärger im Casinopark

Regelmäßig muss Katharina Kloth vom Brautmodengeschäft „Kurvig Glücklich“ die Fensterscheiben reinigen: Fußabdrücke und Speichelflecken kommen täglich dazu. Der Unterstand vor ihrem Geschäft wird gern zum Abhängen und Rauchen missbraucht.

Regelmäßig muss Katharina Kloth vom Brautmodengeschäft „Kurvig Glücklich“ die Fensterscheiben reinigen: Fußabdrücke und Speichelflecken kommen täglich dazu. Der Unterstand vor ihrem Geschäft wird gern zum Abhängen und Rauchen missbraucht.

Foto: Ann-Kathrin Schweers / BGZ

Müll, Lärm und Vandalismus sorgen für Ärger im Wentorfer Casinopark. Darunter leiden Anwohner und Geschäftsleute.

Wentorf. Wenn Katharina Kloth vom kürzlich neu eröffneten Brautmodengeschäft „Kurvig Glücklich“ morgens den Laden aufschließt, wird sie nur zu oft von einer mit Fußabdrücken und Speichelflecken beschmutzten Fensterfront begrüßt. Dann weiß sie, dass der Unterstand vor ihrem Geschäft abends zuvor wieder Treffpunkt für junge Leute war. Einmal mit dem Lappen drüber, ab und an den Müll vor der Tür wegkehren und die Sache hat sich für sie erledigt. So einfach haben es nicht alle Geschäftsleute: Direkt gegenüber bei Edeka ist seit gut drei Wochen ein Sicherheitsdienst im Einsatz. Der Markt reagiert damit auf Vandalismus und auf Kundenbeschwerden.

Auch in den sozialen Netzwerken diskutieren die unmittelbaren Anwohner angeregt. Berichtet wird von pöbelnden und lauten Jugendlichen zwischen 16 und 21 Jahren, von zerstörten Lampen, von Müll und Beschmutzung. „Es fliegen sogar Glasflaschen zu nachtschlafender Zeit auf die Balkone der Anwohner“, berichtet eine Bewohnerin der Zollstraße. Katharina Kloth vom Brautmodengeschäft beobachtet, dass es zu den Öffnungszeiten der Geschäfte noch ruhig zugeht. „Fast jeden Tag fährt auch die Polizei Streife. Das wissen die Jugendlichen aber auch und kommen später wieder. Die Anwohner sind die Leidtragenden.“ Abends gehe sie gar nicht mehr durch den nahe liegenden Park, auch aus Angst.

Überfall und brennende Container

Tatsächlich wurde Mitte Oktober ein 21-jähriger Wentorfer im Casinopark von einer Gruppe Jugendlicher verfolgt und überfallen. Wenige Tage später rückte die Feuerwehr aus, löschte einen brennenden Gitterwagen sowie einen Papiercontainer am Edeka-Markt. Ein Sprinter war dabei beschädigt worden.

Geschäftsleute im kleinen Center mit Edeka, Apotheke, Aldi und Medifit Studio, reagierten und beauftragten einen Sicherheitsdienst, der freitags und sonnabends im Einsatz ist. „Denn die Kunden beschweren sich oft“, weiß der stellvertretende Marktleiter Eugen Babenko. Eine Besserung durch den Sicherheitsdienst sei bereits bemerkbar.

Casinopark kein offizieller Brennpunkt

Für die Polizei in Wentorf ist der Casinopark kein offizieller Brennpunkt. Laut Dienststellenleiter Marco Hecht-Hinz weiß die Polizei um die Probleme, jedoch vermehrt aus den sozialen Netzwerken. „Im kleinen Park hält sich eine kleine Gruppe von Trinkern und Jugendlichen auf – das war’s aus polizeilicher Sicht“, sagt Hecht-Hinz. Anzeigen wegen Ruhestörung, Beleidigung und Vandalismus stünden jedoch nicht auf der Tagesordnung. „Wir bekommen kaum Anzeigen, fahren aber trotzdem Streife, auch an den Wochenenden und nachts“, so Hecht-Hinz.

Er ermutigt die Anwohner, öfter die Polizei zu alarmieren, denn ansonsten fehle die Grundlage, tätig zu werden. Wird es zu laut, mahnen die Beamten zur Ruhe. „Bekommen wir aber ständig Anrufe und es sind immer dieselben Störenfriede, können wir Platzverweise aussprechen.“

Jugendlichen fehlt Treffpunkt

Auch die Gemeinde schreitet bei Ruhestörungen ein, kann Aufenthaltsverbote und Bußgelder verhängen. „Für die Strafverfolgung aber ist ausschließlich die Polizei in Zuständigkeit“, sagt Ordnungsamtsleiter Sascha Kröger. Montags im Büro erreichen ihn oft Mails von Anwohnern, die sich über lärmende Jugendliche beschweren. „Das Problem ist, dass wir nicht pro forma Platzverweise gegen alle Jugendlichen aussprechen können.“ So hält auch die Verwaltung Anwohner an, am Wochenende sofort die Polizei zu rufen, im besten Fall mit einer Personenbeschreibung.

„Man muss sich aber auch fragen, woher die Probleme kommen“, gab einer der Gewerbetreibenden zu Bedenken. So hätten die Jugendlichen bei ihm einen Mangel an Jugendtreffs beklagt.