Neues Produkt

Mit dem Zuckerersatz Stevia auf die Erfolgsspur

Wolfgang Snijders zeigt eine Tüte von „Meine Süße“.

Wolfgang Snijders zeigt eine Tüte von „Meine Süße“.

Foto: Ann-Kathrin Schweers / BGZ

Man kennt ihn aus dem Wentorfer Edeka-Markt. Dort hat sich Wolfgang Snijders nun mit „Das Geschmackskontor“ selbstständig gemacht.

Wentorf. Nachdem Wolfgang Snijders vor fünf Jahren mit dem Rauchen aufhörte, griff er gern zum Schokoriegel und zum Lutschbonbon. „Ich hatte immer wieder Heißhunger“, erzählt Snijders. Als die Kilos ansetzten, sollte Schluss sein. Durch einen Bekannten kam er mit der Zuckeralternative Stevia in Berührung – und war schnell Feuer und Flamme. Heute vertreibt er mit seiner Firma „Das Geschmackskontor“ im Wentorfer Edeka-Markt seiner Frau Daniela unter dem Namen „Meine Süße“ selbst Stevia.

„Ganz ohne Kalorien“

Es sieht aus wie Zucker, lässt sich wie Zucker verwenden und kommt ihm auch geschmacklich nah. „Nur ganz ohne Kalorien“, sagt Wolfgang Snijders. Der 45-Jährige und seine Frau nutzen ihr Stevia zu Hause in Börnsen nicht nur gern im Kaffee und im Tee, sondern auch beim Anrühren von Pudding und dem Süßen von Kuchen. Früher habe er mit einem Süßstoff aus Cyclamat und Saccharin gesüßt. „Das treibt den Insulinspiegel in die Höhe, anders als unser Stevia“, sagt Wolfgang Snijders.

Hergestellt wird das Produkt aus Bestandteilen der Stevia-Pflanze („Süßkraut“ oder auch „Honigkraut“) sowie dem Zuckeraustauschstoff Erythrit, das anders als bei den meisten anderen Süßungsmitteln auf Stevia-Basis auch die kristallartige Konsistenz des Zuckers nachahmt. Entwickelt wurde es von einem Wentorfer Bekannten von Wolfgang Snijders.

Seit 2015 Leiter des Edeka-Marktes am Kreisel

Wolfgang Snijders leitet den Edeka-Markt am Kreisel in Wentorf seit 2015 gemeinsam mit der Inhaberin, seiner Frau Daniela. Dafür gab er seinen Job als Vertriebsleiter beim Internetriesen Google auf. Schnell packte ihn jedoch die Lust, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. So übernahm er kurzerhand das Unternehmen „Das Geschmackskontor“ und das Stevia-Patent seines Bekannten. Snijders arbeitete noch mit an der Verfeinerung des Produktes in einem Labor in Ahrensburg, wo sein Stevia auch heute noch hergestellt und per Hand abgefüllt wird.

Bisher gibt es sein Stevia nur bei Edeka Snijders (300 Gramm im Glas oder im Nachfüllbeutel). Der 45-Jährige ist dankbar, dass er die Chance hat, sein Produkt direkt am Markt zu platzieren. „Meine Frau und ich sind ein unschlagbares Team – wir pushen uns gegenseitig“, sagt er. Und so unterstützt Daniela Snijders ihren Mann, der sich in seiner Freizeit bei der Wentorfer Bühne engagiert und E-Bass spielt, auch gern in seiner Selbstständigkeit.

Offensive startet in Wentorf

Seine Offensive startet er zunächst vor Ort bei den potenziellen Kunden in und um Wentorf. Sein Stand bei der Gewerbemesse „Wentorf Aktiv“ sei bereits sehr erfolgreich gewesen: „Wer probiert hat, war durch die Bank weg begeistert“, sagt Snijders.

Als nächstes soll die Website von „Das Geschmackskontor“ online gehen. Damit hat Wolfgang Snijders Erfahrung, schließlich kommt er aus dem Online-Marketing und hat bereits den Internetauftritt von Edeka Snijders gestaltet.

Das sagen Ernährungsexperten

„Stevia an sich ist ein Süßungsmittel, welches als Zuckerersatzstoff schon seit einiger Zeit im Trend ist“, sagt Britta Gerlach-Bogumil, Ernährungs- und Gesundheitsberaterin aus Wentorf. Sie persönlich halte Stevia für eines der besten unter den Zuckerersatzstoffen, da dieses anders als Aspartam zum Beispiel zumindest einen natürlichen Ursprung habe. Trotzdem sollte Konsumenten bewusst sein, dass Stevia, wie es im Supermarkt zu kaufen ist, ein industriell verarbeitetes Produkt sei.

Darauf weist auch Iris Buschmann von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein hin: „Steviolglykosid ist ganz klar ein Zusatzstoff, der durch chemische Verfahren gewonnen wird. Er gehört somit zu den Süßstoffen“, sagt sie.

Laut Britta Gerlach-Bogumil sollten Verbraucher bei Fertigprodukten, die mit dem Inhaltsstoff Stevia werben, darauf achten, dass nicht trotzdem noch Zucker enthalten ist – eine Verkaufsmasche, die gerne genutzt werde.

Als Zuckerersatzstoff in der heimischen Küche könne Stevia ihrer Meinung nach gern von Diabetikern oder Menschen, die unter einer Erkrankung leiden, durch welche sie keinen Zucker mehr zu sich nehmen dürfen, genutzt werden. Dabei sollte jedoch beachtet werden, das Stevia in anderen Mengen als Haushaltszucker konsumiert werden sollte. Stevia sei viel süßer und habe einen eigenen, etwas anderen Geschmack, als wir ihn vom Zucker gewohnt seien. Als Mittel zum Abnehmen, ohne dabei betreut zu werden, würde sie Stevia nicht empfehlen. „Durch den süßen Geschmack könnten auch Heißhungerattacken entstehen, die dann beim Abnehmen eher kontraproduktiv wären“, sagt Britta Gerlach-Bogumil.