Barrierefreier Umbau

Frischzellenkur für das Tonteichbad in Wohltorf

Um den Badebereich barrierefrei zu gestalten, muss auf dem abschüssigen Gelände eine Rampe gebaut werden.

Um den Badebereich barrierefrei zu gestalten, muss auf dem abschüssigen Gelände eine Rampe gebaut werden.

Foto: Stephanie Rutke / BGZ

Wohltorf. Der Betreiberverein und die Gemeinde planen einen neuen Sanitärtrakt samt Solarzellen sowie einen Lift für Rollstuhlfahrer.

Wohltorf. Im Naturbad Tonteich stehen große Veränderungen bevor: Der Betreiberverein plant, Wohltorfs Kleinod zum barrierefreien und klimaneutralen Freizeitbad umzubauen. Die Gesamtkosten belaufen sich laut bisheriger Planung auf rund 300.000 Euro. Fördermöglichkeiten bestehen über die AktivRegion und den „Fonds für Barrierefreiheit“. Ein Beschlussvorschlag zu diesem Umbau steht auf der Tagesordnung der heutigen Gemeindevertretersitzung. Sie beginnt um 19.30 Uhr im Thies’schen Haus.

Es ist ein ganzes Maßnahmenpaket, das die Gemeinde geschnürt hat. Das Bad ist beliebt in der Region und lockt Gäste in Scharen. Die Anlage ist gepflegt, aber in die Jahre gekommen. Deshalb steht die Neugestaltung des Sanitärtraktes seit Jahren ganz oben auf der Prioritätenliste von Bernd Wyrwinski, Geschäftsführer des Betreibervereins Sachsenwald-Bad Tonteich.

Dusche und WC aus den 50ern

Nach der sehr erfolgreichen Saison 2018 mit Rekordtemperaturen und 80.000 Besuchern ist die Vereinskasse gut gefüllt. Wyrwinski hat zugesagt, der Verein werde bis zu 100.000 Euro der Kosten tragen. Der Gemeindeanteil beträgt mindestens zehn Prozent der Nettobaukosten. Das Geld soll in den nächsten Haushalt eingestellt werden.

Duschen und Toiletten stammen noch aus der Eröffnungszeit des Bades Ende der 1950er-Jahre. Gute Pflege täuscht nicht darüber hinweg, dass sie heutigen Standards nicht mehr entsprechen. „Leitungen liegen zum Teil nicht unter Putz und es fehlen eine behindertengerechte Toilette und Dusche“, sagt Wohltorfs Bürgermeister Gerald Dürlich. Zusammen mit Wyrwinski entwickelte er Ideen zur barrierefreien Gestaltung.

Sonnenkollektoren und Photovoltaik

Geplant ist, den veralteten Sanitärtrakt durch einen Neubau zu ersetzten. Der soll neben getrennten Duschen und Toiletten auch Sonnenkollektoren und eine Photovoltaikanlage auf dem Dach erhalten. Diese sollen künftig Warmwasser für die Sanitärräume und Strom erzeugen.

Deutliche Verbesserungen sind für Rollifahrer und gehbehinderte Menschen geplant. „Auf dem linken Steg unterhalb des Sanitärtraktes werden wir einen Poollift bauen“, so der Bürgermeister. Damit können auch Rollstuhlfahrer den Tonteich genießen. Weil das Gelände stark abschüssig ist, soll eine Rampe zu den Stegen geschaffen werden. Wo genau, soll noch entschieden werden.

Planung läuft seit acht Jahren

Um die Maßnahmen für Menschen mit Einschränkungen gut planen zu können, ist eine Arbeitsgruppe mit dem Blinden- und Sehbehindertenverein geplant. Der Tonteich wird von allen Generationen besucht. Deshalb steht auch das Stichwort „Familiengerechte Gestaltung“ auf der Liste. Im neu gestalteten Sanitärtrakt soll es auch verbesserte Wickelmöglichkeiten geben. Bisher steht nur ein Wickeltisch vor den Umkleiden zur Verfügung. Fließendes Wasser und eine Entsorgungsmöglichkeit für Windeln gibt es hier nicht.

Bereits vor acht Jahren hat Wyrwinski mit den Planungen für ein behindertengerechtes Naturbad begonnen. „Ich wollte einen Hebelift anschaffen“, sagt er. Die Kosten dafür hätten sich auf 12.000 Euro belaufen. Zusätzlich hätte das Umfeld umgestaltet werden müssen, so wie es jetzt geschehen soll.

Bilanz für 2019

Der Betreiberverein setzt auf deutliche Verbesserungen. „Können wir im Naturbad Barrierefreiheit bieten, haben wir in der Region ein Alleinstellungsmerkmal“, so der Geschäftsführer. Für ihn geht ein großer Wunsch in Erfüllung. „Die Badesaison 2019 hat bisher zwar schöne Tage mit vielen Gästen gebracht, ist aber noch ausbaufähig“, zieht er eine vorläufige Bilanz. Er rechnet mit mindestens 40.000 Badegästen .