Gefährliche Raupen

Eichenprozessionsspinner in der Wentorfer Lohe

Am Ende des mit alten Eichen gesäumten Redders in der Wentorfer Lohe wurden acht kleine Gespinstnester des Eichenprozessionsspinners entdeckt.

Am Ende des mit alten Eichen gesäumten Redders in der Wentorfer Lohe wurden acht kleine Gespinstnester des Eichenprozessionsspinners entdeckt.

Foto: Susanne Tamm

Wentorf. Acht Nester in der Lohe bestätigt – Stiftung will Warnschilder aufstellen.

Wentorf.  Der Eichenprozessionsspinner breitet sich nun auch in Wentorf aus. Hier wurden fünf Gespinstnester auf Gemeindegrund und acht auf Flächen der Wentorfer Lohe gemeldet. Während die Gemeinde die Nester von einer Fachfirma entfernen lassen will, werden in der Lohe voraussichtlich lediglich Warnschilder aufgestellt.

„Am Regenrückhaltebecken Friedrichsruher Weg wurden zwei Gespinstnester gefunden“, berichtet Ordnungsamtsleiter Sascha Kröger. „Wir haben schon am Montag einen Schädlingsbekämpfer beauftragt, der dort jetzt sämtliche Bäume begutachtet und die Nester gegebenenfalls gleich entfernt. Außerdem gibt es noch drei Verdachtsfälle am Uhlenbusch, an der Golfstraße und an der Straße Lange Asper, die ebenfalls geprüft werden.“

Auch bereits verlassene Nester müssten entfernt werden. „Denn in den Gespinsten können die Brennhaare der Raupen noch haften geblieben sein“, erläutert Sascha Kröger. Die Falter selbst seien harmlos, die Gefahr gehe allein von den Raupen und ihren Nesselhaaren samt Widerhaken aus. Der Schädlingsbekämpfer sauge die Nester ab und entsorge sie fachgerecht.

Grundeigentümer ist verantwortlich

„Auf öffentlichem Grund darf niemand durch die Nesselhaare gefährdet werden“, betont der Ordnungsamtsleiter. Auf privaten Grundstücken sei der Eigentümer in der Verantwortung. „Die meisten wollen diese Tiere nicht in ihren Gärten haben“, weiß Sascha Kröger aus Erfahrung. Ansonsten sei es nicht verboten, die Tiere dort zu belassen, solange nicht ein Spielplatz oder ein Schulweg am Nest entlangführt.

Die ersten Fälle wurden in der Gemeinde 2015 entdeckt. „Damals waren die Nester wesentlich größer als dieses Jahr“, berichtet der Ordnungsamtsleiter. „In den Jahren dazwischen hat es keine Meldungen gegeben. Das heißt allerdings nicht, dass die Tiere in dieser Zeit unsere Gemeinde verschont haben: Es ist durchaus möglich, dass sie einfach unentdeckt blieben, beispielsweise in großer Höhe.“

Stiftung recht entspannt

Während die Gemeinde sich zum Entfernen der Nester verpflichtet sieht, geht die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, Eigentümerin der Lohe, mit der Angelegenheit entspannter um. „Wir haben acht Nester am Hauptweg, der vom Haupteingang in Wentorf ausgeht“, bestätigt Thomas Voigt, Sprecher der Stiftung. Ein Experte für Insekten habe den Befall bestätigt. Die Nester seien verhältnismäßig klein und in einem „schlechten Zustand“ gewesen. Der Kollege sei überrascht gewesen, dass es so spät im Jahr noch lebende Raupen gebe. Gewöhnlich ziehen die Raupen Ende Juni/Anfang Juli an den Stämmen entlang, um sich in ihren Nester einzuspinnen und zu verpuppen.

Der für die Lohe zuständige Biologe Berndt Struwe-Juhl sei mit dem Thema bereits befasst, war gestern jedoch nicht erreichbar. „Wir wissen, dass mit dem Thema sensibel umzugehen ist“, sagt Thomas Voigt. „Wir werden in dem Bereich in den nächsten Tagen Warnschilder aufstellen. Aber es besteht keine solche Gefahr, dass wir den Weg sperren müssten. Wir haben keinen Massenbefall.“