Nachruf

Tiefe Trauer um verstorbenen Andreas Hein

Bürgervorsteher Andreas Hein (CDU) war ein leidenschaftlicher Wentorfer.

Bürgervorsteher Andreas Hein (CDU) war ein leidenschaftlicher Wentorfer.

Foto: Privat / BGZ

Wentorf. Bürgervorsteher Andreas Hein stirbt unerwartet im Alter von 59 Jahren. Kollegen und Freunde finden Worte über den engagierten Wentorfer.

Wentorf.  Die Gemeinde ist tief getroffen: Am Montag wurde bekannt, dass Bürgervorsteher Andreas Hein (CDU) am Wochenende nach kurzer schwerer Krankheit verstorben ist. Er war seit 2011 im Amt und engagierte sich seit 1994 in Wentorfs Lokalpolitik. Die Mitglieder des Hauptausschusses standen am Montagabend unter Schock.

„Wir waren nicht in der Lage, unsere Themen abzuarbeiten“, erzählt Heins Freund Dr. Harald Müller, Fraktionschef der CDU, mit bewegter Stimme: „Wir sind alle fassungslos. Ich hatte am Freitag noch mit ihm telefoniert.“ Sie seien erst Nachbarn gewesen, ihre Familien hätten sich angefreundet und die beiden Männer hätten gemeinsame Motorradtouren gemacht. „Er war ein offener, zugewandter Mensch, ungemein überzeugend und gewinnend“, sagt Müller.

2016 kandidierte er als Bürgermeister

Ihn selbst habe er beispielsweise – wie viele andere – nicht nur überzeugt, politisch aktiv zu werden, sondern auch in die CDU geholt. „Dabei hat er nicht nur neue Mitglieder gewonnen, sondern sie auch begleitet und in die politischen Prozesse eingeführt“, erinnert sich Harald Müller.

2016, als Andreas Hein als Bürgermeister kandidierte, konnte Müller ihn im Wahlkampf begleiten, beriet ihn und machte auch seine Öffentlichkeitsarbeit. Heins Zugewandtheit galt dabei nicht nur seiner eigenen Partei, sondern allen. „Er hat einen sehr bürgernahen Wahlkampf geführt“, erzählt Müller. „Er hat die Wentorfer tatsächlich in ihren Wohnzimmern besucht und hielt nichts davon, ihnen falsche Versprechungen zu machen, nannte keine Ziele, die er als Verwaltungschef nicht hätte erfüllen können. Dass er die Wahl nicht gewonnen hat, hat uns alle überrascht.“

„Er reißt eine Riesenlücke“

Charakteristisch für Hein sei es gewesen, dass er trotzdem weiter auf die Menschen, auch auf seinen einstigen Rivalen zugegangen sei. „Er reißt eine Riesenlücke“, bestätigt Bürgermeister Dirk Petersen (Grüne). „Er war unglaublich aufgeschlossen und hilfsbereit, auch für mich mit seinem Erfahrungsschatz immer ein Ansprechpartner.“

Torsten Dreyer, Fraktionsvorsitzender der Grünen, sagt: „Andreas Hein hat sein Amt wirklich gelebt. Es wird schwer sein, einen ähnlich engagierten Menschen zu finden. Das ist ein Verlust für uns.“ Dies sieht die SPD-Fraktionschefin Andrea Hollweg ebenso: „Nicht nur, dass mit seinem Tod viel Wissen verloren geht, weil Andreas Hein mittlerweile am längsten von uns Gemeindevertreter war. Er fehlt auch als Person, mit dem man nach hitzigen Diskussionen noch zusammensitzen und faire Gespräche führen konnte, die weit über Politik hinausgingen.“ FDP-Fraktionschef Günter Weblus fühlte sich dem früheren Soldaten auch kameradschaftlich verbunden: „Wir hatten einen engen Draht, und er hat alle Fraktionen immer wohltuend fair behandelt“, sagt Weblus. „Andreas Hein wusste als Bürgervorsteher die Distanz zu seinen anderen politischen Geschäften zu wahren.“

Arbeitskollegen geschockt und tieftraurig

Auch seine Kollegen im Krankenhaus St. Adolf-Stift, wo Hein Vorsitzender der Mitarbeitervertretung war, sind erschüttert, wie Geschäftsführer Björn Pestinger sagt. „Wir sind alle geschockt und tieftraurig. Andreas hatte für jeden immer ein offenes Ohr. Wenn es Probleme gab, ist er optimistisch an die Sache gegangen, hat nach Lösungen gesucht und tatkräftig mit angepackt“, sagt Kollege Jan Schwarzenberger.

Andreas Hein hinterlässt seine Frau und eine erwachsene Tochter. Ein Termin für die Trauerfeier stand bis zum
Redaktionsschluss gestern Abend noch nicht fest.