Kunst-Auktion

Für die Kirchenmusik: Aumühle im Auktionsrausch

Die Frau mit Pudel strahlt so viel Lebensfreude aus, dass das Bild schnell einen Käufer gefunden hat.

Die Frau mit Pudel strahlt so viel Lebensfreude aus, dass das Bild schnell einen Käufer gefunden hat.

Foto: Stephanie Rutke

Aumühle. Eine Kunstausstellung mit Auktion spült mehr als 5000 Euro in die Kasse der Kirchenmusik. Die nächsten Konzerte sind gesichert.

.Aumühle..  Die Idee, Kunst und Musik zu verbinden und mit eine Kunstauktion die Kasse der Kirchenmusik zu füllen, war ein Volltreffer für Aumühles Kirchenmusikerin Susanne Bornholdt. Durch die Verkaufsausstellung mit Auktion am Wochenende kamen knapp über 5000 Euro zusammen. Die Bilder hatten Gemeindemitglieder und Künstler gespendet.

270 Bilder und Objekte gespendet

„Wir sind sehr zufrieden“, freut sich Susanne Bornholdt. Zusammen mit ihrem Team aus ehrenamtlichen Helfern hat sie eine Mammutaufgabe bewältigt und innerhalb weniger Tage den Gemeindesaal zuerst in eine Kunstgalerie und dann in ein Auktionshaus verwandelt.

Die Resonanz bei den Spendern war riesig: Aus Aumühles Häusern, Kellern und von den Dachböden wurden 270 Bilder und Objekte gespendet.

Stiche aus dem 18. Jahrhundert

Das Spektrum reichte von Kupferstichen aus dem 18. Jahrhundert bis hin zu zeitgenössischen Aquarellen.

Von der kleinformatigen Kunstpostkarte bis zum riesengroßen Ölbild war alles dabei. Fast alle Werke wurden gerahmt angeliefert. Für die professionelle Präsentation der Ausstellung war Angelika Wiener maßgeblich zuständig.

85 Bilder schon vor Auktion verkauft

Schon zur Vernissage am Freitag waren rund 100 Kunstinteressierte gekommen und an vielen Werken klebte schnell ein roter Punkt – als Zeichen dafür, dass dieses Bild einen neuen Besitzer gefunden hat. 43 Bilder wurden bereits am Freitag direkt verkauft, bis Sonntagmittag waren es 85.

Gefragt waren sowohl norddeutsche Landschaftsmalerei als auch Bilder der Aumühlerin Philippa Grobien. „Ich habe einen Picasso gekauft“, erzählt der Aumühler Ottmar Schümann mit einem Augenzwinkern. Der kleine Kunstdruck zeigt eine Frau mit Buch. „Meine Frau liest gerne und viel und deshalb schenke ich ihr das Bild“, so Schümann.

Verstecktes Bild eines Freundes

Gleich drei Werke haben Henning von Wedel und seine Frau so begeistert, dass sie sich zum Kauf entschlossen. „Der Rechner“ heißt eine kleine Federzeichnung von Wilhelm M. Busch (1908-1987). „Das Bild hing versteckt hinter der Tür und wir haben es gar nicht gleich entdeckt“, erzählt von Wedel. Mit dem Werk verbindet er eine persönliche Erinnerung, denn er war mit dem Künstler befreundet.

Vielfalt der Künstler begeistert

Seine Frau hat sich in ein kleines Ölbild, das einen Brombeerzweig zeigt, verliebt und auch das Werk „Der schlafende Menzel“ wurde gekauft. „Diese Aktion ist eine tolle Idee“, so von Wedel, der lange dem Kirchenvorstand angehörte. Er weiß die Vielfalt der Künstler zu schätzen, die besondere Atmosphäre im Gemeindehaus an diesem Wochenende und die günstigen Preise.

Bis die Auktion am Sonntag um 15 Uhr begann, gab es für das Organisationsteam noch einmal jede Menge Arbeit: Alle verkauften Bilder wurden verpackt und zur Abholung bereitgestellt und alle Werke, die versteigert werden sollten, im Saal aufgestellt.

Erst Nummer ziehen, dann bieten

Als Auktionator stand Dr. Mathias Gregersen bereit. Er erklärte kurz die Spielregeln: „Jeder Bieter braucht eine Bieternummer, ein Aufschlag wird nicht erhoben und bieten kann nur, wer eine Nummer hat.“

Rund 50 Zuschauer verfolgten die Auktion, 18 von ihnen als Bieter. Für das erste Bild fand sich kein Interessent. Bild Nummer zwei, aufgerufen mit 80 Euro, wurde für 50 Euro versteigert. Immer wieder konnte Gregersen sein „Zum ersten, zum zweiten, zum dritten“ erklingen lassen und den kleinen Hammer schwungvoll auf den Tisch schlagen.

Rahmen oft mehr wert als das Bild

„Denken sie daran, dass oft die Rahmen viel mehr wert sind als die Bilder selbst“, sagte er. Manche Werke fanden trotz des minimalen Preises und der witzigen Ankündigung keine Käufer. Nicht verkaufte Werke werden den Spendern zurückgegeben. „An einigen Arbeiten hat eine Kunsthändlerin für den Online-Verkauf Interesse“, erklärt Angelika Wiener.

Kirchenmusik ist jetzt gut aufgestellt

Mit dem Ergebnis der Ausstellung und –auktion ist die Kirchenmusikerin mehr als zufrieden. Zusammen mit dem Erlös aus den Eintrittsgeldern bei Konzerten und privaten Spenden ist die Kirchenmusik aktuell sehr gut aufgestellt.

Die nächsten Konzerte sind bereits geplant: Am 23. März um 17 Uhr tritt Sir John Rutter aus England auf. Und am 18. Mai steht „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn auf dem Programm.