Stiftung Naturschutz

Jagd auf Wildschweine in der Wentorfer Lohe

Mitte Dezember werden in der Wentorfer Lohe Wildschweine gejagd.

Mitte Dezember werden in der Wentorfer Lohe Wildschweine gejagd.

Foto: STEFFEN SCHMIDT

Wentorf. In der Wentorfer Lohe und umliegenden Gärten lassen Wildschweine die Sau raus. Im Dezember werden sie einen Tag lang gejagt.

Wentorf.  Kurz vor Weihnachten geht es den Wildschweinen in der Wentorfer Lohe ans borstige Fell. Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein plant für Mitte Dezember eine Drückjagd zusammen mit Jagdpächter Armin Pleick und 25 weiteren Jägern aus der Region. Ziel ist es nicht, die Speisekammer fürs Fest zu füllen, sondern die Population zu dezimieren. Denn die treibt, so Stiftungsbiologe Bernd Struwe-Juhl, nicht nur in der Lohe, sondern auch in den umliegenden Gärten ihr Unwesen. Bei einer Jagd im Hamwarder Forst waren vor einer Woche 19 Wildschweine und 19 Rehe geschossen worden. 16 Treiber und sieben Hunde waren im Revier der Kreisforsten von der Försterei aus bis nach Kollow und Brunstorf unterwegs gewesen.

Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest

Durch eine Reduzierung des üppigen Wildschweinbestands sollen jedoch nicht nur Schäden in Wald und Flur, sondern zudem die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest verhindert werden. Diese ist eine schwere Virusinfektion, die ausschließlich Schweine betrifft und für sie meist tödlich endet. Im Juli hatte das schleswig-holsteinische Umweltministerium zusammen mit den Landkreisen Herzogtum Lauenburg und Segeberg sowie Jägern und Förstern den Ernstfall geprobt. In Schutzanzügen und mit doppellagigen Handschuhen trainierten die Teilnehmer, wie ein verendetes Tier fachgerecht entsorgt, Fahrzeuge und Einsatzkräfte desinfiziert werden müssen.

Bestand vermehrt sich sehr schnell

„Es bringt nichts, wenn in allen anderen Revieren Wildschweine geschossen werden, in unserem aber nicht. Dann kommen die Tiere nämlich aus den umliegenden Revieren einfach zu uns, weil sie hier in Sicherheit sind“, erklärt Lohe-Biologe Bernd Struwe-Juhl. Jäger Armin Pleick schätzt, dass aktuell fünf Rotten mit insgesamt gut 50 Tieren in der Lohe leben. „Geht man davon aus, dass davon die Hälfte weiblich sind, die alle wieder vier, fünf Jungtiere bekommen, wächst der Bestand sehr schnell“, erklärt Pleick.

Bei der Drückjagd sitzen die Jäger auf Hochsitzen, Hundeführer und Treiber scheuchen die Wildschweine aus dem Unterholz auf. Die Jagd wird unter der Woche abgehalten, die Lohe wird dafür gesperrt. Warnhinweise und Wachposten an den Eingängen halten Spaziergänger fern.