Rückzug

Projekt „Japanischer Garten“ ist gescheitert

So etwa hätte die exotische Parkanlage aussehen können.

So etwa hätte die exotische Parkanlage aussehen können.

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Wentorf. Kommunikationsprobleme mir den eigens beauftragten Planern – Ehepaar Hyashi zieht die Reißleine.

Wentorf.  Es sollte ein Geschenk an seine Wahlheimatgemeinde werden. Hier lebt Tetsuo Hayashi (68) mit seiner Ehefrau Loni, einer Wentorferin. Mit ihr wollte er auf Eigenland an der Hamburger Landstraße einen japanischen Garten anlegen. Doch der Traum von sechs Hektar Besinnlichkeit, an dem seit Mai 2017 ein Planungsbüro und ein japanischer Gartenbauarchitekt arbeiteten, ist ausgeträumt. Die Hayashis haben Bürgermeister Dirk Petersen persönlich darüber informiert.

„Die Luft ist nach fehlender Kommunikation und Weitergabe wichtiger Informationen zwischen dem Planungsbüro und uns raus“, sagt der Computerexperte, der jetzt eigentlich schon die ersten Ahornbäume bestellen wollte.

Ausgleichsflächen im Kreis Segeberg vorgeschlagen

Sein japanischer Gartenbauarchitekt hatte in digitalen Plänen bereits alle Anlagen, Bäume und Sträucher vermessen. Dann sei monatelang keine Information vonseiten des Planungsbüros über nötige Ausgleichsflächen gekommen. Der Vorschlag des Planungsbüros hat jetzt das Fass zum Überlaufen gebracht: 1,5 bis zwei Hektar Land sollte er im Kreis Segeberg ankaufen. Dabei besitzt das Paar eine 1,5 Hektar große Wiese in Wentorf. „Wir haben viel Energie in das Herzensprojekt gesteckt und jetzt keinen Mut mehr“, sagt Tetsuo Hayashi.

Bürgermeister persönlich informiert

Das beauftragte Planungsbüro wollte sich auf Anfrage nicht dazu äußern, wie es zu den Problemen gekommen ist. Das kann auch Bürgermeister Dirk Petersen nicht aufklären. „Ich habe alles versucht, um Herrn Hayashi umzustimmen. Das ist ein tolles Projekt und wir sind alle todtraurig, dass es zu Ende ist.“ Schließlich haben Rathausmitarbeiter in die Aufstellung des Bebauungsplanes viel Arbeit investiert, die Familie wo es nur ging unterstützt. Nun müsse der Aufstellungsbeschluss für die Änderung des B-Plans wieder aufgehoben werden. Der weist für das Areal zwar eine öffentliche Grünfläche und Wald aus. Für bauliche Eingriffe wie ein Empfangsgebäude, Parkplatz oder Pavillons hätte der B-Plan jedoch geändert werden müssen.

Naturschutzbehörde stand Plänen nicht im Weg

Vonseiten der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises stand den Plänen laut Sprecher Tobias Frohnert außer der Einhaltung der Sichtachse zur Sternwarte auf dem „Bergedorfer Feld“ und einer geforderten „Grünordnerischen Fachplanung“ nichts im Wege. Letztere wurde bei der Behörde vom Planungsbüro noch nicht eingereicht. Auch gelte, dass Ausgleichsflächen in der Gemeinde oder im Kreis ausgewiesen werden sollten. Wenn das nicht möglich sei, könnten Planer auf sogenannten Öko-Konten nach Flächen suchen.