Wirtschaft

Vater-Sohn-Gespann erobert mit Kreativität den Weltmarkt

Torsten Wywiol und Volkmar Wywiol (Stern-Wywiol Gruppe) mit Dr. Dominik von Au (INTES Akademie für Familienunternehmen).

Torsten Wywiol und Volkmar Wywiol (Stern-Wywiol Gruppe) mit Dr. Dominik von Au (INTES Akademie für Familienunternehmen).

Foto: netzwerk.photography / Stern-Wywiol Gruppe GmbH & Co. KG

Reinbek. Torsten und Volkmar Wywiol sind die Familienunternehmer des Jahres 2018.

Wohltorf/Bensberg.  Volkmar und Torsten Wywiol sind Familienunternehmer des Jahres 2018. Den renommierten Preis erhielten Vater und Sohn, der das Unternehmen in zweiter Generation führt, auf Schloss Bensberg. Die Auszeichnung wird jährlich von der „Intes Akademie für Familienunternehmen“ verliehen.

Seit 2004 wird der Preis an Personen verliehen, die die Weichen gestellt haben, um ihr Unternehmen dauerhaft im Familienbesitz zu halten. Die Jury honorierte, dass dies trotz des dynamischen Wachstums von der Familie Wywiol sichergestellt werden konnte.

Die Unabhängigkeit ist ihnen fast schon heilig

„Als frei von Konzernstrukturen operierendes Unternehmen ist uns unsere Unabhängigkeit fast schon heilig“, sagt Torsten Wywiol (52). „Dadurch konnten wir immer etwas anders sein als andere. Zuweilen etwas unkonventionell, dafür umso kreativer und erfolgreicher.“

Den Grundstein legte der Wohltorfer Volkmar Wywiol 1980 in Hamburg. Mit Gründermentalität und dem Drang, Ideen rasch in Taten umzusetzen sowie diese Begeisterung die Mitarbeiter zu übertragen, schaffte es Volkmar Wywiol, das Ein-Mann-Unternehmen zu einem Firmenverbund zu entwickeln. Die Stern-Wywiol beschäftigt weltweit über 1400 Mitarbeiter an 16 Standorten. Im Vorjahr erzielte das Unternehmen mit 520 Millionen Euro erstmals einen Jahresumsatz von über einer halben Milliarde Euro.

Den Generationswechsel im Unternehmen gemeistert

Den Generationswechsel zu meistern, ist nicht die leichteste Aufgabe. Bereits frühzeitig hat Volkmar Wywiol (83) seinem Sohn Torsten die Gesamtführung des Unternehmens anvertraut und sich aus dem operativen Management zurückgezogen. „Beim Aufbau der Firma braucht man eine andere Persönlichkeit und andere Fähigkeiten als für den Ausbau. Mein Sohn hat diese Fähigkeiten“, sagt der Gründer. Dennoch ist der Vater als Ideengeber und Sparringspartner täglich im Büro und verantwortet das Marketing. Währenddessen hat Torsten Wywiol nicht nur den Umsatz der Gruppe maßgeblich gesteigert, er trieb außerdem die Internationalisierung voran.

Zwölf Fachbetriebe entwickeln, produzieren unter dem Dach der Holding Zutaten für die Produktion von Lebensmitteln und Tiernahrung. Dazu zählen Unternehmen wie Hydrosol, DeutscheBack, Mühlenchemie oder SternMaid. Zu ihren Kunden gehören Großbäckereien, Molkereien, Lebensmittelwarenhersteller und Produzenten von Tiernahrung – in 136 Ländern.

Das Geschäftsmodell lasse sich nur mit der DNA eines Familienunternehmens umsetzen, ist Torsten Wywiol überzeugt: „Ein Führungskonzept auf Augenhöhe, flexible Strukturen und ein hohes Maß an Freiheit für den Einzelnen. Risikobereitschaft, Investitionswillen und Kreativität führen zu unserer Innovationskraft, mit der wir uns von Großkonzernen abheben.“