Stiftung Naturschutz

Bald auch Galloway-Rinder für die Lohe

Foto: Stiftung Naturschutz SH

Wentorf. Stiftung Naturschutz informiert am 20. November in Dassendorf über neue Projekte für das Nationale Naturerbe.

Wentorf.  Vor fünf Jahren hatte die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein am Runden Tisch ein Konzept zur Entwicklung des ehemaligen Bundeswehrübungsplatzes präsentiert. Jetzt soll am 20. November erneut unter Beteiligung interessierter Bürger vorgestellt werden, was auf dem 237 Hektar großen Areal passiert und geplant ist. Ferner liegen die Ergebnisse der Kartierungen der Flora und Fauna aus 2018 vor, die ebenfalls vorgestellt werden sollen, kündigt Flächenmanager und Diplom Biologe Bernd Struwe-Juhl an.

„Die anfänglichen Tumulte im Interessenstreit zwischen Naturschutz und Naherholung haben sich inzwischen gelegt“, zieht Bernd Struwe-Juhl Bilanz. Vor allem die neue Infrastruktur aus öffentlichen Wegen, Parkplätzen, Informationstafeln und der zwei Hektar großen, eingegrenzten Hundefreilaufflächen haben zur Befriedung beigetragen. „Der Hundefreilauf wird sehr gut angenommen, und es laufen deutlich weniger Hunde im gesamten Gelände frei herum“, so Struwe-Juhl.

Spaziergänger, Sportler Reiter und Radfahrer können die Lohe weiter nutzen. Nur 20 Prozent der Wege wurden gesperrt, um Areale zu schaffen, in der sich die Natur ungestört entfalten kann. 80 Prozent der Wege sind weiter offen. Das soll auch so bleiben. „Ich freue mich zum Beispiel über die vielen Jogger in der Lohe“, sagt Struwe-Juhl.

Auch eine weitere Einzäunung, die für den Sommer geplant ist, wird die Naherholung nicht einschränken. Zusätzlich zur Pflege der Magerrasen und Feuchtwiesen durch Schafe und Ziegen werden Galloway-Rinder auf 24 Hektar vor allem in den Feuchtgebieten für mehr offene Bodenstellen sorgen. Der Wolf werde ihnen nicht zu nahe kommen, denn dafür gibt es zu viele Hunde, die das Gelände markieren. „Das freut den Schäfer“, weißt Struwe-Juhl.

Umbau des Waldes

„Der Umbau vom Nadel- zum Laubwald wird bis 2033 andauern“, blickt der Biologe voraus. Ziel sei ein Buchenwald dominierter Standort ähnlich dem Rühlauer Forst. Das Projekt Blütenmeer, das 2017 mit der Wildblütenaussaat initiiert wurde, wird fortgesetzt.

Nicht zuletzt hat die langsame Umwandlung auch neue Bewohner angelockt. „Ein Uhu hat erfolgreich gebrütet, und auch der Grünspecht hat sich angesiedelt“, zieht Struwe-Juhl Bilanz. Freuen würde er sich noch über die Zauneidechse und Gesellschaft für die Haselmaus, die bereits gesichtet wurde.

Der Abzug der Panzer 1997 aus der Lohe hatte viele Begehrlichkeiten für neue Nutzungsmöglichkeiten geweckt. Investoren sahen ihre Chance gekommen. Während Reiter, Hundebesitzer und Spaziergänger das Gelände schnell für die Naherholung eroberten, rangen die Gemeinden um die Zukunft der Lohe. Sie wollten es für die Naherholung erwerben. Doch die Pläne scheiterten an den Forderungen der Oberfinanzdirektion. Schließlich verschenkte der Bund 2011 die Lohe an die Stiftung Naturschutz. Der Truppenübungsplatz wurde Nationales Naturerbe. Seitdem ist die Stiftung bemüht, Naherholungs- und Naturschutzinteressen unter einen Hut zu bekommen.

Dienstag, 20. November, ab 18.30 Uhr (Einlass ab 18 Uhr), in Dassendorf, Multifunktionssaal im Amt Hohe Elbgeest, Christa-Höppner-Platz 1.

Das Programm

18.30 Uhr Begrüßung durch Dr. Walter Hemmerling, Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein18:40 Uhr Einführung mit Rückblick „Was wurde bisher im Nationalen Naturerbe Lohe erreicht?“, Dr. Walter Hemmerling, Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein19:00 Uhr Informationen und Austausch zum Stand der Umsetzung, Vorstellung des Naturerbe-Entwicklungsplans Lohe, Vorträge mit jeweils anschließendem AustauschEntwicklungsziele im Offenland, Christof Martin, Gesellschaft für Freilandökologie und Naturschutzplanung mbHProjekt BlütenMeer 2020, Dr. Björn-Henning Rickert, freier BiologeDie zukünftige Pflege des Offenlandes durch Schaf- und Rinderbeweidung, Bernd Struwe-Juhl, Stiftung Naturschutz Schleswig-HolsteinEntwicklungsziele im Wald, Arne Petersen, SilvaConceptAustausch: Wie soll es auf der Lohe weitergehen? Diskussion und Ausblick21:00 Uhr Verabschiedung

In der Lohe hat sich seit 2013 einiges getan. Hier nur einige Beispiele:

Militärische Einrichtungen wurden rückgebaut. Betonbecken der Panzerwaschanlage wurden zu Amphibien- und Libellenlaichgewässern.

Der Amelungsbach wurde auf 1,9 Kilometer Länge renaturiert. Entlang des Gewässers wurden 100 Flatterulmen gepflanzt.

Amphibien-Laichgewässer für Wasserfrösche, Teichmolch und Erdkröte wurden angelegt.

12.000 Rot- und Hain-Buchen wurden gepflanzt, zusätzlich 150 Stieleichen, 300 Schwarzerlen und 50 Flatterulmen.

Acht Gehölzinseln mit beerentragenden Sträuchern sowie zwei Streuobstwiesen mit 85 Obstbäumen wurden angelegt

Die alte Feldscheune wurde zum Waldpädagogikzentrum.