Baumfällaktion

Teures Nachspiel für Kahlschlag bei Andronaco

Seit dem Kahlschlag im Januar ruhen die Arbeiten auf dem Grundstück. 

Seit dem Kahlschlag im Januar ruhen die Arbeiten auf dem Grundstück. 

Foto: BGZ

Aumühle. Der Kreis Herzogtum Lauenburg fordert eine hohes Bußgeld, das Amt für jeden gefällten Baum zwei neue.

Aumühle.  Ausgerechnet in der Waldsiedlung kreischen Anfang des Jahres die Kettensägen. Am Otternweg fallen zum Teil 100 Jahre alte Bäume, die einem geplanten Neubau im Wege stehen. Nach dem Kahlschlag liegen Buchen Eichen und Tannen wie Mikadostäbe auf dem 3000 Quadratmeter großen Grundstück verteilt. Nachbarn und Alt-Bürgermeister Dieter Giese waren entsetzt. „Die haben hier richtig Tabula rasa gemacht“, sagte Dieter Giese damals.

Die illegale Baumfällung auf dem Baugrundstück des italienischen Feinkosthändlers Vincenzo Andronaco hat nun ein teures Nachspiel. Der Kreis Herzogtum Lauenburg verhängte ein hohes Bußgeld. Über die genaue Höhe darf Sprecher Tobias Frohnert zwar keine Auskunft geben. Aber der Rahmen, der bis zu 50.000 Euro ermögliche, sei gut ausgeschöpft worden.

Zusätzlich muss sich der Grundstückseigner nun auch mit dem Amt Hohe Elbgeest und der Gemeinde auseinandersetzten. „Denn für jeden gefällten Baum müssen zwei neue gepflanzt werden“, sagt Ordnungsamtschef André Chors.

Für jeden gefällten Baum werden zwei neue gepflanzt

Die Rechtslage sei eindeutig: Alle Bäume waren durch den dortigen Bebauungsplan geschützt, alle mit einem Stammdurchmesser über 75 Zentimeter zudem noch durch das Landesnaturschutzgesetz, erklärt Tobias Frohnert.

Vincenzo Andronaco will die toten Bäume nun lieber ruhen lassen und wollte sich gestern auf unsere Anfrage nicht äußern, ließ er über einen Mitarbeiter telefonisch ausrichten. Wegen des Zoffs in seiner neuen Wahlheimat hatte er im Januar extra seine Kur abgebrochen und erklärt, dass er weder mit Bäumen noch Bauanträgen zuvor zu tun gehabt habe. Seine Firma habe die Fällung nicht in Auftrag gegeben, sondern nur den Kontakt zu einem Unternehmen in Wohltorf hergestellt. „Ich möchte dort leben und nun ist es mir schon peinlich, dort hinzufahren“, sagte er.

Nun beschäftigt das Thema auch den Aumühler Bauausschuss, denn dort muss der Eigentümer Skizzen einreichen, und darauf genau markieren, wo 28 neue Bäume gepflanzt werden könnten – als Ersatz für die 14 gefällten Bäume. Auch die Abstände zwischen den Bäumen müssen genau verzeichnet sein.

Ein erster Vorschlag des Eigentümers für eine Ersatzpflanzung stieß laut Bürgermeister Knut Suhk im Bauausschuss noch nicht auf Zustimmung. Unter anderem, weil unter den vorgeschlagenen Baumarten zu viele nicht heimische Gewächse waren, was nicht zur Waldsiedlung passen würde. Aber es gibt noch Verhandlungsspielraum: „Wir haben signalisiert, dass auch 25 Bäume ausreichen würden, wenn sie einen Stammumfang von mindesten 25 Zentimetern haben“, so Suhk.