Neue Ortsmitte

Mehr Wohnungen, weniger Stellplätze

Visualisierung unseres Projektes in Wentorf.

Visualisierung unseres Projektes in Wentorf.

Foto: GÖSSLER KINZ KERBER KREIENBAUM ARCHITEKTEN BDA

Reinbek. Investor kommt mit neuen Plänen nicht durch. Planung für Geschäftshaus kommt ins Stocken.

Wentorf.  Mit dem Abriss vom Café Meyer und dem Umzug von Rewe in einen Neubau soll sich das Entree zum Einkaufszentrum verändern und die alte und neue Wentorfer Ortsmitte zusammenwachsen. Als bauliches Bindeglied ist dafür am Kreisel ein abgerundetes Wohn- und Geschäftshaus mit Tiefgarage geplant. Die Politik hatte die Bauleitplanung für die Hamburger Landstraße mit breiter Mehrheit beschlossen. Nun ist dieses Bauvorhaben erst einmal ausgebremst, zugleich drängt auch der neue Eigentümer des benachbarten Casinoparks auf Änderungen.

Veränderte Pläne nach Eigentümerwechsel

Hintergrund: Nach einem Eigentümerwechsel hat Architekt Bernhard Gössler die Pläne für die neue Ortsmitte nach den Vorstellungen des neuen Investors verändert. Die kamen allerdings in der Sitzung des zuständigen Fachausschusses nicht gut an – und wurden nun einhellig abgelehnt. Knackpunkt sind vor allem fehlende Stellplätze.

„Der neue Besitzer möchte zusätzlich etwa 20 Wohnungen bauen, kann dafür keine Stellplätze nachweisen. Das entspricht nicht den Vorgaben“, kritisiert der Ausschussvorsitzende Thomas Dreyer (Grüne). Nach alter Planung sind für die etwa 54 Wohnungen jeweils ein Stellplatz in einer Tiefgarage vorgesehen, plus Parkplätze für den REWE-Markt.

Planer und Politik gingen nach der Sitzung auseinander. „Im Moment gibt es erst einmal eine Planungspause“, sagt Gössler. Er wisse nicht, wann und ob es weitergehe. Dem Investor passten die Planungen, die bisher von der Gemeinde genehmigt seien, nicht ins Konzept.

Die Zollhof Wentorf GmbH & Co. KG als Vorhabenträger und Vertragspartner der Gemeinde hat die den vorhabenbezogenen Bebauungsplan betreffenden Grundstücke sowie alle damit verbundenen Rechte und Pflichten verkauft. Neuer Eigentümer ist die Grundstücksgesellschaft Zollhof Wentorf mbH. Dahinter verbirgt sich die Firma GFG (Günther Franke Gruber Bauherren GmbH) aus Hamburg. In Zusammenarbeit mit der Firma HTG (Hoch Tief Gadebusch) aus Gadebusch soll das Projekt realisiert werden.

Gemeinde hat Vertrag mit Vorhabenträger

Wentorf hatte einen Vertrag mit dem alten Vorhabenträger geschlossen, der auch eine Frist für die Realisierung beinhaltet. Für Änderungen bedarf es laut Verwaltung einer Vertragsänderung. Es geht um die größere Anzahl an Wohnungen und fehlende Stellplätze, den Anbau von Balkonen und die Umsetzung einer Buche.

Vor allem Dr. Thomas Peters (CDU), der die Planungen schon in der vergangenen Wahlperiode von Anfang an begleitet hatte, fand die ursprünglichen Ideen in den aktuellen Plänen nicht wieder. Dabei hatte sich die Politik nach langen Diskussionen, in denen „jede Fraktion etwas schlucken musste“, auf ein mehrheitsfähiges Konzept geeinigt. Kleine Geschäfte sollten neben dem REWE-Markt entstehen, um das Entree aufzulockern und einen massiven Block zu verhindert. Dazu sollte der Geschäftshaus-Charakter gewahrt werden.

Auch nach Ralf Flachmann (FDP), der seit der Kommunalwahl neu im Planungsausschuss sitzt, entsprechen die Planungen nicht dem, was früher dem Investor „hart abgerungen wurde“. Die SPD müsse nun noch einmal in Klausur gehen, sagt Rita Dolezyk: „Wir werden das Thema auf der nächsten Fraktionssitzung besprechen.“

Das imposante Wohn- und Geschäftshaus ist das jüngste Projekt, das das Gesicht der neuen Ortsmitte prägen soll. Gegenüber ist bereits ein Neubau mit Wohnungen, Gewerbe und einem neuen Drogeriemarkt entstanden. Auch der neue Eigentümer des Casinoparks war im Frühjahr mit „Optimierungsplänen“ an die Gemeinde herangetreten. Die Projektentwicklungsgesellschaft Concept-Immobilien arbeitet an der Umgestaltung: Sie wünscht sich für vier Blöcke der Geschäftshäuser jeweils eine Erweiterung der Ladenflächen und neue Zuschnitte von Flächen.