Farbstreit beigelegt

Bauernvogtskoppel: Bunte Siedlung wird jetzt grauweiß

Villa Kunterbunt im Neubaugebiet an der Berliner Landstraße in Wentorf ist bald Geschichte.

Villa Kunterbunt im Neubaugebiet an der Berliner Landstraße in Wentorf ist bald Geschichte.

Foto: Anne Müller / BGZ

Wentorf. Die Projektgesellschaft hat eingelenkt – CDU will nun, dass auch beim Grün im B-Plan nachgebessert wird.

Wentorf.  Knallorange, Gelb und Rot, an der Berliner Landstraße wurde es den Politikern zu bunt. Zumal sie die kräftigen Farben der Häuser im Neubaugebiet Bauernvogtskoppel so nicht im Bebauungsplan vorgesehen hatten. Nachdem sich deshalb auf Initiative der Gemeinde die Bauaufsicht des Kreises Herzogtum Lauenburg eingeschaltet hatte, ist der Farbstreit nun beigelegt.

Die Hamburger Projektgesellschaft „frank & hit auf der Bauernvogtskoppel mbH & Co KG“ zeigt sich kulant: „Wir haben uns dazu entschlossen, der B-Plan-Auslegung des Kreises weitestgehend zu folgen, auch wenn der B-Plan in diesem Passus aus unserer Sicht nicht eindeutig ist“, sagt Martin Kowol von der Projektgesellschaft. Mit dem Entgegenkommen solle ein langjähriges Verfahren, „auch im Sinne unserer Käufer“, vermieden werden. Die Gespräche mit den Vertretern des Kreises Herzogtum Lauenburg seien sehr pragmatisch und zielorientiert gewesen. „Die besprochenen Arbeiten werden noch in diesem Jahr, zu unseren Lasten, erfolgen“, versichert Kowol.

Verblendwerk und weißgrauer Putz zulässig

Nach den Festsetzungen für die Fassadengestaltung sind laut B-Plan 49 für die 62 geplanten Häuser die Außenfassaden in „rotem bis rotbraunen Verblendmauerwerk oder weißem Putz oder grau herzustellen“. Zulässig sei auch eine Kombination.

Da der Generalunternehmer nun dahingehend freiwillig nachbessert, werde es von Seiten des Kreises keinen offiziellen Bescheid geben: „Die Anhörung lief ganz friedlich ab“, sagt der Sprecher des Kreises, Tobias Frohnert.

Auch Bürgermeister Dirk Petersen ist froh, dass der Gemeinde mit dem Einlenken ein langer Streit erspart bleibe. Denn abgesehen vom Farbkonzept treffe das Neubauprojekt an der Berliner Landstraße auf eine positive Resonanz. 80 Prozent der Häuser auf der 3,4 Hektar großen Bauernvogtskoppel sind fertig.

Allerdings wird der B-Plan 49 weiter für Diskussionen im Fachausschuss sorgen. Denn auch beim Grün legten die Politiker strenge Maßstäbe an: Wie im benachbarten Neubaugebiet Langer Asper (B-Plan 50) dürfen in der Bauernvogtskoppel nur heimische Gehölze gepflanzt werden.

Vorstoß für den beliebten Kirschlorbeer

Die CDU hat sich nun auf die Fahnen geschrieben, für den beliebten Kirschlorbeer zu streiten. Für die Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses am Donnerstag, 30. August, beantragt die Fraktion: „Den B-Plan 49, Abschnitt C in Punkt 10.5, dahingehend zu ändern, dass der ,Kirschlorbeer’ in die Liste der genehmigten Heckenpflanzen aufgenommen wird.“ Bis die Änderung des B-Planes wirksam ist, sollte von restriktiven Maßnahmen der Bauverwaltung abgesehen werden, da Heckenanpflanzungen zeitnah vorgenommen werden müssen, sagt Fraktionschef Dr. Harald Müller und erklärt: „Auf den Kirschlorbeer wurde in der Anpflanzliste verzichtet, obwohl er eine in Deutschland durchaus sehr beliebte, schnell wachsende, immergrüne Heckenpflanze ist, die übrigens auch in Wentorf in vielen Gärten zu finden ist. Die Giftigkeit ist uns durchaus bekannt, aber auch von den bisher genehmigten Pflanzen sind drei giftig, die Stechpalme, wie ihr Name schon sagt, dazu noch sehr stachelig.“