Bildung

Neue Schule: „Freiwärts“ startet mit 35 Kindern durch

 In Wohltorf hat die Schule "Freiwärts" den Schulbetrieb aufgenommen. Hintere Reihe: Tobias Elkner, Sabine Goeritz, Aki Dzubilla Mittlere Reihe: Jana Zeitzmann, Dessislava Dilova, Pia Scholz, Melanie Kühl Vordere Reihe: Karima Atwan, Rolf Limpinsel, Jessica Dzubilla.

In Wohltorf hat die Schule "Freiwärts" den Schulbetrieb aufgenommen. Hintere Reihe: Tobias Elkner, Sabine Goeritz, Aki Dzubilla Mittlere Reihe: Jana Zeitzmann, Dessislava Dilova, Pia Scholz, Melanie Kühl Vordere Reihe: Karima Atwan, Rolf Limpinsel, Jessica Dzubilla.

Foto: Freiwärts / freiwärts

Wohltorf. 35 Kinder und Jugendliche gehen dort seit Montag zur Schule. Sie können selbstbestimmt lernen.

Wohltorf.  Im ehemaligen Ansverus-Haus in Wohltorf herrscht seit dieser Woche wieder ordentlich Leben. 35 Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 13 Jahren gehen dort seit Montag zur Schule. Schon am Sonnabend wurden Einschulung und Einweihung gefeiert. Am Montag begann dann „der Ernst des Lebens“, der bei der „Freiwärts“Schule allerdings ganz locker und fröhlich daherkommt.

Das Ziel der Freiwärts-Bewegung, die die Schule gegründet hat: Die jungen Menschen sollen in einem geschützten Rahmen Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben, die sie für ein sinnvolles, selbstbestimmtes und sozial erfülltes Leben benötigen. Klassische Stundenpläne sucht man bei Freiwärts vergebens. Denn Mathe, Deutsch oder Bio werden dann gelehrt und gelernt, wenn jedes Kind selbst Lust dazu hat.

Freiwillig Hausaufgaben abgeholt

Diesem Motto bleibt die Schule vom ersten Tag an treu. „Jetzt geht es erstmal darum, dass wir uns kennenlernen. Das ist eine aufregende Zeit“, sagt Schulgründerin und Lehrerin Jessica Dzubilla. Schon in den ersten Schulstunden hatten viele Kinder ganz konkrete Ideen, mit welchen Themen sie sich näher beschäftigen wollten. „Ein Kind möchte Dinge mit der Kamera dokumentieren, ein anderes wollte Rechnen, hat sich bei mir sogar Hausaufgaben abgeholt“, erklärt Jessica Dzubilla. Andere Schüler haben in der Parklandschaft des Hauses ihre gärtnerische Ader entdeckt und gießen fleißig Blumen.

Lehrer sehen sich als Begleiter im Schulalltag

Die Lehrer, die sich im Schulalltag eher als Begleiter sehen, gehen davon aus, dass die Kinder ein hohes Maß an Eigeninitiative mitbringen und der „Funke“ bei vielen Themen einfach überspringt. Möglicherweise ergibt sich aus dem Blumengießen ein vertieftes Interesse für die Pflanzen- und Tierwelt.

Weil Basisdemokratie eine große Rolle spielt und nichts über die Köpfe der Schüler hinweg entschieden wird, gibt es täglich nicht nur eine Morgenrunde, sondern auch eine Schulversammlung, auf der das wichtigste besprochen wird. Schon am ersten Tag waren sich alle einig, dass die Schule nicht mehr mit Straßenschuhen betreten werden soll, schließlich mache das nur Dreck. Zudem gibt es einen Extra-Karton für Altpapier.

Eltern, die ihr Kind gern an der Schule anmelden möchten, können jetzt Interesse bekunden. Die Auswahlgespräche sind im kommenden Frühjahr.