Ausbildungsstart

Bei vielen „Liebe auf den zweiten Blick“

20 junge Menschen haben gestern bei Buhck in Wentorf ihre Ausbildung begonnen. Wer gut ist, wird übernommen: „Wir bilden den Nachwuchs für unsere eigenen Firmen aus“, sagt Geschäftsführer Thomas Buhck (links.).  

20 junge Menschen haben gestern bei Buhck in Wentorf ihre Ausbildung begonnen. Wer gut ist, wird übernommen: „Wir bilden den Nachwuchs für unsere eigenen Firmen aus“, sagt Geschäftsführer Thomas Buhck (links.).  

Foto: Buhck

Wentorf Erst Schule, dann sofort die Ausbildung – das war einmal. Immer mehr junge Leute lassen sich mit ihrer Lehre Zeit.

Wentorf.  Das, was die Buhck-Gruppe und ihre neuen Auszubildenden verbindet, nennt Pressesprecherin Lisa Weinert „Liebe auf den zweiten Blick“. Denn viele der 20 jungen und nicht mehr ganz so jungen Menschen, die gestern ihre Ausbildung bei dem Wentorfer Unternehmen begonnen haben, sind auf Umwegen dort gelandet. Ausbildungsleiterin Antje Wilhelm: „Den klassischen Weg direkt von der Schule in die Ausbildung gehen nur noch die wenigsten.“

Viele drücken nach dem mittleren Schulabschluss zunächst weiter die Schulbank, stellen dann oft fest, dass ihnen Praxis mehr liegt als Theorie. Andere absolvieren ein Freiwilliges Soziales Jahr, reisen oder „finden sich selbst“, so Antje Wilhelm.

Azubis aus Afghanistan, Syrien, Eritrea

Unter den Auszubildenden, die gestern ihren ersten Arbeitstag hatten und jetzt in einer der 29 Firmen der Buhck-Gruppe täglich neues dazu lernen, sind aber auch Menschen wie Omid Noroozi. Der 32-Jährige kommt aus Afghanistan, ist seit sieben Jahren in Deutschland und möchte, wie sein Vater und Großvater auch, Kraftfahrer werden. Technisches Verständnis bringt er mit, er ist schon ausgebildeter Fahrzeugtechniker.

Harun Noor (19) war nach einem Praktikum davon überzeugt, dass eine Ausbildung bei Buhck genau das richtige für ihn ist. Er wird Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft. Ein Bereich, in dem aktuell noch ein Ausbildungsplatz frei ist. „Die Stelle klingt auf den ersten Blick nicht so sexy. Wer aber erstmal mit dem Müllvirus infiziert ist, möchte nichts anderes mehr machen“, hat Thomas Buhck, geschäftsführender Gesellschafter, festgestellt.

Kurzer Bewerbungstext: „Ich will hier arbeiten“

Früher bekam die Buhck-Gruppe mehr als hundert Bewerbungen pro Ausbildungsjahr, heute sind es 50 bis 60. Problem: Die Qualität der Bewerbungen lasse zuweilen zu wünschen übrig. „Einige schreiben nur, dass sie hier arbeiten wollen, mehr nicht“, sagt Antje Wilhelm.

Andere hingegen bringen so viel Leistungsbereitschaft und Lernwille mit, dass sie überzeugen, obwohl ihre Deutschkenntnisse noch nicht perfekt sind. Die jungen Leute aus Peru, Afghanistan, Syrien, Eritrea oder Polen bekommen dann interne Nachhilfe und Sprachkurse. Für sie wie alle anderen gilt: Wer gut ist, wird am Ende übernommen. Buhck bildet in erster Linie den Nachwuchs für die eigenen Firmen aus – vom Kraftfahrer bis zu Bürokaufleuten.

Damit das auch in der Zukunft gelingt, stellt sich Buhck modern auf. „Wir müssen neue Wege finden, um die jungen Leute zu erreichen.“, sagt Thomas Buhck. Ob bei Facebook oder Instagram – immer öfter kommen dabei die Auszubildenden selbst zu Wort: „Sie sprechen die Sprache der jungen Leute, die wir erreichen wollen. Und sie können am besten erzählen, wie nett und interessant es ist, bei uns zu arbeiten.“ .