Verkauf

Rik Reinking (41) erhält Zuschlag für die Sprachheilschule

Rik Reinking ist der neue Besitzer der ehemaligen Sprachheilschule in Wentorf. Dort möchte er Kunst präsentieren.

Rik Reinking ist der neue Besitzer der ehemaligen Sprachheilschule in Wentorf. Dort möchte er Kunst präsentieren.

Foto: Juergen Joost

Wentorf Für 2,3 Millionen Euro wechselt die ehemalige Sprachheilschule den Besitzer. Käufer ist der Hamburger Kunstsammler Rik Reinking.

Wentorf.  Bereits im August hatte Rik Reinking (41) das Bieterverfahren gewonnen, jetzt folgt auch der letzte Schritt zu seinem „Traumgrundstück“. Offiziell stimmt der Kieler Landtag zwar erst am Freitag zu, hinter den Kulissen ist die Entscheidung jedoch schon gefallen: Neuer Eigentümer der ehemaligen Sprachheilschule an der Golfstraße ist der Hamburger Kunstsammler.

„Schnäppchen" für 2,3 Millionen Euro

Er hat das Gebäudeensemble samt Parkgelände für 2,3 Millionen Euro erworben. Es ist das höchste Gebot, das ein Interessent für die Immobilie abgegeben hatte. Das Gebäudemanagement Schleswig-Holstein war sich sicher: Grundstück und Gebäude sind 3,95 Millionen Euro wert.

Finanzministerin froh über den Verkauf

Obwohl das Land sich 1,6 Millionen Euro mehr erhofft hatte, wertet Finanzministerin Monika Heinold den Vertragsabschluss als Erfolg. „Ich bin froh, dass wir den langen Verkaufsprozess der Liegenschaft jetzt voraussichtlich erfolgreich abschließen können."

Das Land spare durch den Verkauf der Immobilie jährlich bis zu 300 000 Euro Betriebskosten. "Positiv ist zudem, dass mit dem Käufer eine Mehrerlösklausel für den Fall der Weiterveräußerung zugunsten des Landes vereinbart wurde. Damit haben wir eine für Land und Kommune tragfähige Lösung gefunden.“ Bevor am Freitag eine endgültige Entscheidung fällt, wird es nochmals eine kurze Debatte geben. Die AfD hat sie beantragt.

Bürgermeister Dirk Petersen erfreut

Bei Wentorfs Bürgermeister Dirk Petersen ist die Freude groß. Er ist sicher, dass die ehemalige Sprachheilschule, die zuletzt als Erstaufnahmeeinrichtung des Landes für Flüchtlinge genutzt worden war, bei Kunstsammler Rik Reinking in guten Händen ist.

Der Hamburger war gestern überrascht, dass das Thema schon vor der Landtagssitzung öffentlich Fahrt aufnimmt. Er freut sich sehr auf das Projekt, findet es jedoch nicht angebracht, sich schon offiziell zu konkreteren Planungen zu äußern: „Zunächst muss erst noch der Notarvertrag unterzeichnet werden“, hält sich Rik Reinking zurück.

Neun Millionen Euro waren im Gespräch

Vor zwei Jahren war der Kunstsammler auf das Grundstück aufmerksam geworden: „Ich habe die Anlage gesehen, und hier stimmt alles, was ich in Hamburg nicht gefunden hatte“, schwärmte er damals. Zwischenzeitlich hatte er sich schon keine Hoffnungen mehr gemacht, beim Bieterverfahren um das 10,3 Hektar große Areal mit denkmalgeschütztem Park noch mithalten zu können. Unter der Hand kursierte in der ersten Runde ein Summe von 9 Millionen Euro.

Reinking, der mit seiner Familie in Harvestehude lebt, ist Kunstsammler aus Leidenschaft. Bereits mit 16 erwarb er sein erstes Bild, ein Selbstporträt von Horst Janssen. Seine Sammlung umfasst heute 200 Künstler.

Sammlung umfasst 200 Künstler

Um Malerei der Gegenwart, Graffiti oder Konzeptkunst einer Öffentlichkeit präsentieren zu können, suchte er einen „Ort der Magie“. Den hat er nun in Wentorf gefunden. Der Mann mit dem siebten Sinn für die Künstler-Stars von morgen möchte hier in einer permanenten und mit wechselnden Ausstellungen die zum Teil noch in Transportkisten verstauten Werke zeigen.