Thomas Sannmann

Er war wie ein grüner Leuchtturm für das Landgebiet

Thomas Sannmann bei der Arbeit in seiner Gärtnerei in Ochsenwerder. Er starb nach schwerer Krankheit.

Thomas Sannmann bei der Arbeit in seiner Gärtnerei in Ochsenwerder. Er starb nach schwerer Krankheit.

Foto: BGZ / Wiebke Schwirten

Thomas Sannmann aus Ochsenwerder ist im Alter von 61 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben. Mit seiner Gärtnerei war er sehr bekannt

Ochsenwerder. Der Beruf des Gärtners war für Thomas Sannmann viel mehr als nur ein Beruf. Er hat seine Arbeit gelebt, mit jeder Faser seines Körpers. Mit seiner Fachkompetenz und der Leidenschaft für seine Arbeit hat er viele Menschen von Bio-Gemüse des Demeter-Verbandes überzeugen können und so mit seiner Gärtnerei einen Leuchtturm geschaffen, der weit über die Grenzen seiner Heimat Ochsenwerder und die Vier- und Marschlande hinaus leuchtet.

Nun ist Thomas Sannmann im Alter von 61 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben. Um ihn trauern seine Ehefrau Stefanie, seine vier Kinder Karsten, Ines, Sönke und Alina, Enkel Fiete sowie Helga und Willy Sannmann, die Eltern des Verstorbenen, und weitere Angehörige. Im engsten Kreis aus Familie und Freunden ist Thomas Sannmann Anfang der Woche beigesetzt worden.

Seine Offenheit und Herzlichkeit wird in Erinnerung bleiben

Besucher und Kunden der Demeter-Gärtnerei Sannmann waren angetan von seiner Offenheit und Herzlichkeit und von seiner didaktischen Fähigkeit, über Gemüseanbau so anschaulich zu berichten, dass jede Hofführung zu einem spannenden, wissensreichen Vortrag wurde. Auch mit seinem Herzensprojekt „Sannmanns Biogärten“, in denen nun im sechsten Jahr Parzellen zur Selbsternte vermietet werden, hat Sannmann vielen Menschen ermöglicht, an seinem Wissen teilzuhaben.

Schon seit 1780 bewirtschaftet und pflegt die Gärtnerei Sannmann den fruchtbaren Boden eines Landschaftsschutzgebietes in den Vier- und Marschlanden. Bereits im Jahr 1986 stellte Thomas Sannmann den Betrieb auf Demeter-Anbau um und wurde so zum Pionier des biologisch-dynamischen Landbaus.

Heute kultiviert der Familienbetrieb mit Sitz am Ochsenwerder Norderdeich gemeinsam mit 35 Mitarbeitern und einem Auszubildenden mehr als 30 Gemüsesorten, Kräuter und Salat-Spezialitäten. Auf 28 Hektar Freiland und 35.000 Quadratmetern Gewächshaus- und Folientunnelfläche werden alte regionale Sorten wie die „Vierländer Platte“ (Tomate) erhalten und neue Sorten wie Wildsalate dem Standort angepasst. Dabei werden die Anbauverfahren stetig weiterentwickelt und verbessert.

Für eine Pflanzengesundheit ohne chemische Mittel und synthetische Dünger setzt die Gärtnerei auf vielfältige Lebensräume für Nützlinge, Bodengesundheit durch Fruchtfolgen, Gründüngung und stärkende Kompostgaben mit Heilkräuterextrakten.

Gärtnerei wird in Sannmanns Sinne weitergeführt

Eine Mutterkuhherde liefert den Mist für den Qualitäts-Kompost, der den Boden fruchtbar und lebendig macht. Wie der biologisch-dynamische Anbau funktioniert, lernen nicht nur die Auszubildenden der Gärtnerei: Auch die Gäste der beliebten Hoffeste im Frühling und Sommer sowie die Teilnehmer der Betriebsführungen am Ochsenwerder Norderdeich bekommen einen tiefen Einblick in den Gärtnereialltag. Die Erzeugnisse der Demeter-Gärtnerei werden über ausgewählte Naturkostfachgeschäfte, Bio-Wochenmarktstände und das Sannmann-Gemüse-Abo in ganz Norddeutschland vertrieben.

Der frühe Tod von Thomas Sannmann reißt eine große Lücke, doch sein Lebenswerk soll weiter bestehen: „Seine Gärtnerei wird in seinem Sinne und nach seiner Philosophie weitergeführt“, teilt die Familie schriftlich mit.