Erster Spatenstich für neuen Priel in Kirchwerder

Vorarbeiter Manfred Schütt, Dr. Elisabeth Klocke und Arne Sommer (v. li.) mit Zeichnung und Spaten beim offiziellen Baustart für den Priel.

Vorarbeiter Manfred Schütt, Dr. Elisabeth Klocke und Arne Sommer (v. li.) mit Zeichnung und Spaten beim offiziellen Baustart für den Priel.

Foto: Thomas Heyen

Im Deichvorland am Hower Hauptdreich entsteht bis Ende September in Höhe des Hauptreichs ein Priel. Drei Firmen hatten sich beworben.

Kirchwerder. Seit gestern, Freitag, wird im Deichvorland am Hower Hauptdeich gebaggert. Bis Ende September entsteht dort, in Höhe des Hauptdeichs zwischen Freiwilliger Feuerwehr Kirchwerder-Süd und Sander Deichweg, ein 310 Meter langer und bis zu 42 Meter breiter Priel. Um ihn anzulegen, werden mit Moorbaggern, die mit besonders breiten Ketten ausgestattet sind, insgesamt 8330 Kubikmeter Boden ausgehoben.

Drei Firmen hatten sich um das Millionenprojekt beworben, die Firma Meyer-Luhdorf aus Winsen/Luhe erhielt den Zuschlag. Sie legte Stahlbleche für die Baustraße aus, damit der Untergrund geschützt ist. Eine kleine Warft wurde als Parkplatz geschaffen, damit die schweren Baufahrzeuge bei Flut nicht absaufen.

Ein Teich für Libellen und Amphibien

Aktuell waren drei Spezialbagger, ein Radlader und ein Trecker mit Anhänger im Einsatz. Mit ihnen wird derzeit Boden aus dem Mündungsbereich des Priels gebaggert und weiter hinten zwischengelagert. Große Lkw transportieren den Boden zu drei Deponien in Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

„An seiner Mündung wird der Priel 25 Meter breit, am hinteren Ende 20 Meter“, sagt Dr. Elisabeth Klocke von der Stiftung Lebensraum Elbe, die das Projekt organisiert. Der Priel, dessen Zeichnung aus der Luft aussieht wie eine Schlange nach der Mahlzeit, ist an seiner breitesten Stelle besonders flach. „Abgestuft und lang ausgezogen“, wie Arne Sommer, bauleitender Ingenieur, sagt.

Raum für seltenen Schierlings-Wasserfenchel

Bei Hochwasser steht der seltene Schierlings-Wasserfenchel, der in dem Priel gepflanzt werden soll, 1,50 Meter tief im Wasser, an anderen Stellen bis zu 2,50 Meter tief. Der höchste Punkt ist am Priel-Ende, „damit die Fische bei einsetzendem Niedrigwasser zurück in die Elbe kommen“, sagt Elisabeth Klocke. Etwa 200 Meter weiter südöstlich wird ein Teich für Libellen und Amphibien angelegt.

Vor Jahrhunderten befanden sich im heutigen Uferbereich der Elbe viele Tümpel und Priele. Durch Eindeichungen und Ausbau der Elbe wurde viel Vorland genommen. Klocke: „Mit diesen Maßnahmen versuchen wir, der Natur zu helfen.“

Stiftung MSC Foundation gibt 250.000 Euro

Die Stiftung MSC Foundation gibt 250.000 Euro. Das restliche Geld – eine Million Euro – kommt von weiteren Reedereien, deren Schiffe ebenfalls den Hamburger Hafen ansteuern.