Wildtiere

Aufgepäppelte Feldhasen werden in die Freiheit entlassen

Ein kleiner "Osterhase" wurde beim Osterfeuer von der Familie getrennt. Die Wilttier-Retterin Nora Picka-Pamperin zog ihn mit der Flasche auf.

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Kleiner Hase wurde beim Osterfeuer von der Familie getrennt. Nora Picka-Pamperin gab ihm eine zweite Chance aufs Leben.

Kirchwerder.  Das Osterfeuer wurde dem kleinen Häschen zum Verhängnis. Zwar schichteten die Veranstalter den Geästhaufen vor dem Anzünden ordnungsgemäß um. Doch dabei wurde „Hase 1“ von seiner Mutter und den drei Geschwistern getrennt. Gerade einmal wenige Hundert Gramm schwer, hätte dieser Osterhase keine Überlebenschance gehabt – ohne die Hilfe von Nora Picka-Pamperin.

Die 44-jährige Marketing-Angestellte kümmert sich in ihrer Freizeit seit Jahren um verletzte und verlassene Wildtiere, schenkt ihnen eine zweite Lebenschance. Längst ist die Bergedorferin eine ausgewiesene Vogelexpertin und Fachfrau für Jungtieraufzucht von Wildvögeln und Kleinsäugern. „Ich nehme im Jahr mehr als 200 Tiere auf – Eulen, Eichhörnchen, Hasen – und behandel und pflege sie“, erklärt Picka-Pamperin: „ Ich päppel die Kleinen auf, immer mit möglichst wenig menschlichem Kontakt und dem Ziel, sie alsbald wieder in die Freiheit zu entlassen.“

So auch „Hase 1“ und „Hase 2“, welche die menschliche Ersatzmutter jüngst in ihrer blauen Transportbox in das Naturschutzgebiet Kirchwerder Wiesen trug und dort auswilderte. Aber nicht ohne sie vorher mit einem kräftigen Schluck Milch aus der Nuckelflasche zu verabschieden. „Ich habe sie mit der Flasche großgezogen. Jetzt mit über einem Kilo sind sie nach den Eisheiligen bereit für die Freiheit.“ Zuvor wurden die Hasen an Grünfutter gewöhnt: „Sie haben nun eine gute Überlebenschance. Es sind Wildtiere. Die gehören genau hier her.“

„Hase 2“ war eine Pflegestellenübernahme. Denn Feldhasen lassen sich praktisch nicht alleine großziehen. Daher pflegt die Tierexpertin ein großes Netzwerk mit ähnlich engagierten Tierschützern. „Hase 3“ muss sich noch fit futtern. Er kam mit nur 150 Gramm zu Picka-Pamperin, von seinen Geschwistern fanden sich nur noch die blutigen Ohren, nachdem die Mähmaschine das Gras gestutzt hatte...

„Ich gebe den Tieren nur Nummern, nie Namen“, verrät die Expertin: „Es sind meine Patienten, stets nur Mitbewohner auf Zeit. Das hilft mir, die Distanz zu wahren.“

Die Bergedorferin arbeitet mit dem Hamburger Tierschutzverein, und verschiedenen Wildtier-Pflegestellen zusammen. Alarmiert wird sie meist über entsprechende Facebook-Tierschutzgruppen. Durch beantragte Sondermittel des Bezirksamtes finanziert Nora Picka-Pamperin einen Teil der Futter- und Medikamentenkosten. Den Rest ermöglichen private Spender mit Schenkungen (Paypal: nora@pi cka-pamperin.de , Stichwort „Wildtiere“).