Hobby

Drohnen-Fotografie: Die Welt aus der Vogelperspektive

Aus der Luft ist die Weite der Vier- und Marschlande noch viel besser zu erkennen: Hier der Kraueler Hauptdeich und die Elbe.

Aus der Luft ist die Weite der Vier- und Marschlande noch viel besser zu erkennen: Hier der Kraueler Hauptdeich und die Elbe.

Foto: Walter Storbeck

Walter Storbeck aus Ochsenwerder macht gern Luftaufnahmen. Zigtausende Bilder aus Bergedorf und dem Hamburger Hafen hat er archiviert.

Ochsenwerder. Der liebste Blick auf die Welt ist für ihn der von oben: Walter Storbeck ist mehrmals in der Woche mit seiner Nikon-Kamera und seiner Mavic-Pro-Drohne unterwegs, um zu fotografieren. Seine Lieblingsmotive findet der 69-Jährige aus Ochsenwerder im Hamburger Hafen.

Bereits 1987, damals arbeitete der gelernte Maschinenschlosser als Lkw-Fahrer, fing er an, intensiv zu fotografieren. Damals stand alles rund um seinen Job im Fokus. Vor knapp zwei Jahren kaufte sich Storbeck für 1450 Euro die mit einer hochauflösenden 4K-Kamera ausgestattete Drohne samt Zubehör und ein Tablet zur Übertragung der Livebilder aus der Luft. Die Drohne steuert er mit zwei kleinen Joysticks

Er sei stets vorsichtig, wenn er das knapp ein Kilogramm schwere Flugobjekt, für das er aufgrund des geringen Gewichts keine Aufstiegsgenehmigung benötigt, einsetzt. „Ich habe eine Haftpflichtversicherung dafür und ich wahre auch die Persönlichkeitsrechte meiner Mitmenschen.“ Außerdem lasse Storbeck die Drohne, die maximal 100 Meter hoch aufsteigen kann, stets in Sichtweite fliegen.

Auch die Heimat und vergangene Zeiten interessieren den Hobby-Forscher

Im Hafen fotografiert er nicht nur Schiffe, Container und Kräne, sondern „auch alle anderen interessanten Motive“, etwa Gleisanlagen, Diesel- und E-Loks. Denn Storbeck, der bestens vernetzt ist, viele Menschen kennt und sich regelmäßig mit weiteren Hobby-Heimatforschern und Sammlern austauscht, versendet auch viele Bilder, „etwa an Eisenbahnfans, die sogenannten „Trainspotter“. Oft hat der Shipspotter alte Luftaufnahmen vom Hafen dabei, die er in Büchern entdeckt hat: „Dann versuche ich, die gleichen Orte erneut zu fotografieren, um einen Vergleich zu haben.“

Doch Storbeck ist nicht nur im Hafen unterwegs: Er fotografiert auch Schiffe auf der Elbe, Kirchen und weitere alte Gebäude in den Vier- und Marschlanden oder Baustellen. Letztere besucht er gern mehrfach, um den Fortschritt der Arbeiten zu dokumentieren. So flog seine Drohne häufiger über die Woolworth-Baustelle am Weidenbaumsweg oder auch über den Neubau der Kreuzung am Oortkatenweg/Ochsenwerder Landscheideweg. Seine vielen Fotos, zigtausend, archiviert er auf seinem Computer – fein säuberlich verschlagwortet. „Mein Neffe hat mir extra zwei zusätzliche Terabyte Speicherkapazität angeschlossen.“

Zu Hause sitzen und nichts tun ist nicht sein Ding

„Ich kann nicht rumsitzen und nichts tun“, sagt der umtriebige Rentner. „Das war schon als Kind so, dass ich immer unterwegs war.“ Dementsprechend hat er viele Hobbys und Interessen. Er reproduziert alte Gruppenbilder von Vereinsmitgliedern, Konfirmanden oder Schulkindern und recherchiert aufwenig die Namen der abgebildeten Menschen. Um an die Informationen zu kommen, durchforstet er im Schloss-Archiv alte Ausgaben der Bergedorfer Zeitung oder fragt „noch Ältere“ im Dorf: „Ich löchere sie so lange, bis mir einer was sagen kann“, sagt Storbeck.

U-Boot-Sammlung verkaufte er nach Südkorea

Früher reproduzierte er vor allem alte Aufnahmen – Fotografien, von denen keine Negative mehr aufzufinden sind – von deutschen Untersee-Booten, die im Zweiten Weltkrieg unterwegs waren. Über sie hat Walter Storbeck im Laufe von 34 Jahren eine riesige Sammlung zusammengetragen.

Walter Storbeck, der in jungen Jahren als Ingenieursassistent drei Jahre lang bei der Handelsmarine Karibik und Mittelmeer durchquerte, sammelte neben den historischen Fotografien und Informationen unter anderem auch zahlreiche U-Boot-Modelle, Wappen, Flaggen, Postkarten mit Bordstempeln, Hefte, Zeitschriften und Fachbücher. Von Storbecks reproduzierten Fotografien gibt es mehr als 36.000 Negative. Seine Sammlung verkaufte der 69-Jährige an einen Freund, den ehemaligen U-Boot-Kommandanten Il Choi aus Südkorea. Der will ein U-Boot-Institut gründen und die Sammlung dort ausstellen.