Laienspiel

Wolfgang Sommers Truppe feiert einen „Plünnenball“

Das Plünnenball-Ensemble mit Regisseur bei einer Probe (von links): Sohn Heinz (Hendrik Putfarcken), Ex-Sträfling Hermann (Peter Schütze), Strichmädchen Uschi (Andrea Wiechmann), Regisseur Wolfgang Sommer, Luftverkäufer Max (Stefan Timm) sowie die Schwestern Bertha (Heike Barnstorf) und Pauline (Anja Murawski).

Das Plünnenball-Ensemble mit Regisseur bei einer Probe (von links): Sohn Heinz (Hendrik Putfarcken), Ex-Sträfling Hermann (Peter Schütze), Strichmädchen Uschi (Andrea Wiechmann), Regisseur Wolfgang Sommer, Luftverkäufer Max (Stefan Timm) sowie die Schwestern Bertha (Heike Barnstorf) und Pauline (Anja Murawski).

Foto: Gabriele Kasdorff / Lauenburg / Gabriele Kasdorff

Ohnsorg-Schauspieler inszeniert Komödie mit Speeldeel Fründschaft.

Altengamme.  Wolfgang Sommer liebt die plattdeutsche Sprache ebenso wie seine Arbeit als Schauspieler und Regisseur. „17 Jahre war ich festes Ensemblemitglied am Ohnsorg-Theater, inzwischen bin ich Rentner, spiele aber noch immer. Derzeit an der Seite von Heidi Mahler in „Tratsch op de Trepp“.

„Heidi und ich sind richtig zusammengewachsen in dem Stück. Ich spiele den Schlachtermeister Tramsen“, sagt Sommer und fügt hinzu: „Ich liebe es, mich in einer Rolle richtig fallen zu lassen.“ Im Ohnsorg-Theater am Heidi-Kabel-Platz 1 ist die Komödie vom 4. bis 9. Februar zu erleben. Sommer geht mit dem Stück „Landeier – Bauern suchen Frauen“ in diesem Jahr auf Deutschlandtournee. Darin steht er als Gastwirt Hein mit Sandra Keck auf der Bühne. Dennoch, so viel wie früher spielt Sommer nicht mehr: Etwa die Hälfte des Jahres verbringt er mit seiner Ehefrau in seiner Wahlheimat auf den Kapverden. „Dort haben wir jetzt 28 Grad“, sagt der Schauspieler.

Cornelia Elsken ist „die gute Seele“

Sommers zweite Leidenschaft ist die Regie: „Vor zwölf Jahren haben mich die Mitglieder der Speeldeel Fründschaft Altengamme gefragt, ob ich bei ihnen Regie führe. Seitdem arbeiten wir erfolgreich zusammen.“ Regieassistentin Cornelia „Conny“ Elsken halte ihm den Rücken frei und kümmere sich um viele Details. „Sie ist die gute Seele von allem.“ So könne Sommer in aller Ruhe die Stücke für die Bühnenfassung der Laienspielgruppe umschreiben und Bühnenbilder entwerfen – so auch für „Plünnenball“, den neuen Dreiakter von Konrad Hansen. Er wird von der Speeldeel Fründschaft Altengamme ab dem 14. Februar im Norddeutschen Haus aufgeführt.

„Ich kannte Konny noch persönlich, der konnte wunderbar Figuren schreiben, so auch die beiden skurrilen Schwestern Bertha und Pauline in unserem neuen Stück“, sagt Sommer. „Dieses Mal habe ich das Stück ausgesucht, die Besetzung kommt aus der Truppe.“ Das Stück werde in der plattdeutschen Urform aufgeführt. Die Tanzszenen werden von Tanzlehrerin Ingrid Saalfeld-Köster ins rechte Licht gerückt, als Souffleuse arbeitet Waltraut Schween.

Leben in Selbstbetrug und Illusionen

In „Plünnenball“ geht’s um die Schwestern Bertha (Heike Barnstorf) und Pauline (Anja Murawski), die einen Kostümverleih betreiben. Paulines Sohn Heinz-W. (Hendrik Putfarcken) gibt sich wie ein Arzt, obgleich er nur Medikamente ausfährt. Im Geschäft der Schwestern treffen sich die „Außenseiter“: Strichmädchen Uschi (Andrea Wiechmann), das von einem Hundesalon träumt, der lärmempfindliche Ex-Sträfling Hermann (Peter Schütze) und Luftverkäufer Max (Stefan Timm).

Die Menschen leben in Selbstbetrug und Illusionen, denn nur so können sie ihr Leben aushalten. „In dem Stück ist eine kleine Kriminalstory eingebaut“, sagt Sommer, der sich wünscht, dass das Publikum verkleidet erscheint, auch wenn es vielleicht nur eine große bunte Schleife wäre, und am Ende der Vorstellung alle gemeinsam tanzen – schließlich wird „Plünnenball“ gefeiert.

Karten für die Aufführungen im Norddeutschen Haus am Altengammer Elbdeich 42 gibt es im Vierländer Markt, Neuengammer Hausdeich 215, an der Lottokasse. Die Aufführungen von „Plünnenball“ sind an den Freitagen, 14., 21. und 28. Februar, ab 19.30 Uhr, an den Sonnabenden, 15. und 22. Februar, ab 15 und 19.30 Uhr sowie am Sonnabend, 29. Februar, 19.30 Uhr, und an den Sonntagen, 16. und 23. Februar sowie 1. März jeweils ab 15 Uhr.