Gesunde Ernährung

Andrea Porps wirbt für Parks voller essbarer Wildpflanzen

Andrea Porps

Andrea Porps

Foto: Thomas Heyen

Fünfhausenerin ist Botschafterin der Ewilpa-Stiftung – Neuer Kursus startet im März.

Bergedorf. Andrea Porps ernährt sich maßgeblich von Wildpflanzen, die von den meisten Menschen als Unkraut verschmäht werden. „Viele wissen nicht, was für Vitaminbomben vor ihrer Haustür wachsen“, sagt die Fünfhausenerin. Die zertifizierte Fachberaterin für essbare Wildpflanzen möchte das ändern und möglichst vielen Norddeutschen die Kraft von Brennnessel, Johanniskraut, Erzengelwurz, Giersch und Schafgarbe näherbringen. Sie leitet Seminare, Führungen und Kochaktionen – und ist Botschafterin der bundesweit agierenden Stiftung EssbareWildpflanzenParks (Ewilpa).

Die Ewilpa-Stiftung plant rund 4000 frei und kostenlos zugängliche Parks in Deutschland – eingezäunte Gemeinschaftsflächen, auf denen sich alle bedienen können, berichtet Andrea Porps. Bisher gibt es einen, in Kemnath-Waldeck in der Oberpfalz, ein weiterer ist in Bad Pyrmont (Niedersachsen) im Entstehen. „Das Netz der Ewilpas soll möglichst dicht geknüpft sein, damit die Versorgung mit essbaren Wildpflanzen für viele Menschen gewährleistet ist“, schreibt der Initiator Dr. Markus Strauß auf der Homepage seiner Stiftung (ewilpa.net).

Neue Lebensräume schaffen

Insgesamt 70 Fachberater wollen das ehrgeizige Projekt vorantreiben und ein Netzwerk aus Parks schaffen. Andrea Porps engagiert sich im Auftrag der in Stuttgart ansässigen Stiftung für Ewilpas in Hamburg und Schleswig-Holstein. „Wir wollen neue Lebensräume schaffen“, sagt die 48-Jährige. Sie fängt vor ihrer Haustür an: In der Bergedorfer Politik und Verwaltung ist die Ewilpa-Idee bekannt. Sie stoße durchaus auf offene Ohren, betont Andrea Porps: „Wir müssen den Artenschutz fördern – und genau das passiert durch Wildpflanzenwuchs. Wildpflanzen sind ein altes Kulturgut, das leider weitgehend in Vergessenheit geraten ist. Heute weiß kaum noch jemand diese gesunden Hausmittelchen zu verwenden.“

Andrea Porps macht aus „Unkraut“ Salat, Pesto, Quark und weitere schmackhafte Speisen, Smoothies und Tee. Die Auswahl an gut schmeckenden und/oder heilwirksamen Pflanzen sei kaum zu überschauen: „Allein in meinem kleinen Garten wachsen im Frühjahr 110 essbare Wildpflanzen.“

Schnell ernten, bevor der Rasen gemäht wird

Sie ernte immer schnell noch die Blüten und Knospen, bevor ihre Tochter den Rasen mäht, berichtet Andrea Porps und lacht. Tee aus Schafgarbeblättern trinke sie jeden Tag: „Das stecken viele gesunde Bitterstoffe drin. Schafgarbe ist ein Alleskönner, der unter anderem das Immunsystem stärkt und den Stoffwechsel anregt.“

Die Diplom-Agraringenieurin bietet ab dem 16. März an jedem dritten Montag im Monat, 19 bis 21 Uhr, Kurse an der Straße Op den Hoogen 32 an. Jedes Mal steht eine andere Pflanze im Mittelpunkt, mit der sich die Teilnehmer intensiv auseinandersetzen. Im März geht es um Bärlauch. Kosten: 25 Euro (inklusive Handout, „wildem Snack“ und Rezept). Geplant sind acht Abende (bis Oktober). Weitere Infos und Anmeldung unter: www.wildpflanzenge schenke.de.

Andrea Porps möchte nicht nur beim Entstehen möglichst vieler Wildpflanzenparks mitwirken, sondern auch die Bergedorfer dazu animieren, dem Wildwuchs in ihren Gärten eine Chance zu geben. Auf ihrer Homepage finden Interessierte Tipps und Kontaktadressen. Auch vor Ort berät Porps gern, dann allerdings gegen Honorar.

Der Verein Solidarische Landwirtschaft Vierlande hat in Neuengamme eine große Wildobsthecke angelegt. Am 13. Juni, 10 Uhr, führt Andrea Porps Interessierte über das Gelände. Kosten: 18 Euro. Anmeldung übers Internet.