Solidarische Landwirtschaft

Neue Runde für Bio-Projekt - Anteilseigner gesucht

Andrea Porps vor einer neu angelegten Wildobsthecke der SoLawi. Sie soll zum Nachahmen motivieren, deshalb bietet die zertifizierte Wildpflanzen-Expertin Führungen an, um das geförderte Umweltprojekt zu erklären. Kontakt: wildpflanzen-geschenke.de.

Andrea Porps vor einer neu angelegten Wildobsthecke der SoLawi. Sie soll zum Nachahmen motivieren, deshalb bietet die zertifizierte Wildpflanzen-Expertin Führungen an, um das geförderte Umweltprojekt zu erklären. Kontakt: wildpflanzen-geschenke.de.

Foto: Thomas Heyen

SoLawi Vierlande baut im dritten Jahr selbstständig Gemüse in Neuengamme und Kirchwerder an – Neue Anteilseigner sind willkommen.

Bergedorf. Das Projekt Solidarische Landwirtschaft Vierlande geht in die dritte Saison. Die Organisatoren und Mitglieder/Kunden wollen die Gesellschaft verändern, zumindest im Kleinen, im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Sie engagieren sich für biologisch angebautes Gemüse, weil es wesentlich gesünder ist als Industrie-Nahrung und weil der Anbau der Natur nicht schadet, die Umwelt nicht vergiftet. Am Sonntag, 19. Januar, gibt es die nächste jährliche Bietrunde.

Im März 2018 startete die SoLawi Vierlande mit gut 120 Mitgliedern, die sich 85 Ernteanteile – vergeben werden ganze und halbe – teilten. Ein Jahr später waren es bereits rund 200 Mitglieder und 135 Anteile. Die Zahl der Ernteanteile soll in der kommenden Saison konstant bleiben. In der vergangenen Saison zahlten die Anteilseigner durchschnittlich 99 Euro im Monat für Gemüse, das sie sich wöchentlich aus einem von acht Depots (fünf in Bergedorf, drei in der Hamburger Innenstadt) abholen können. Die Depots, kühle Lagerräume, befinden sich etwa in Privathaushalten oder Kulturzentren. Das Gemüse – derzeit etwa Winterkresse, Spinat, Porree, Grün-, Wirsing- und Rosenkohl, Salate – kommt aus drei Kühlräumen in Neuengamme und Curslack.

160.000 Euro eingezahlt

„Gut 160.000 Euro haben die Mitglieder in der zweiten Saison eingezahlt“, sagt Erich Hummel, der sich bei der SoLawi mit um Logistik kümmert. Für die kommende Saison wird aufgrund gestiegener Kosten etwas mehr Geld benötigt.

Von dem Geld werden unter anderem drei angestellte Vollzeit-Gärtner, Arbeitsmaterial, gepachtete Flächen (rund drei Hektar in Neuengamme und Kirchwerder) und Saatgut bezahlt. Die Gärtner erstellen auch den jährlichen Wirtschaftsplan, der bei der Bieterrunde vorgestellt wird.

Auf dem Feld und auch in anderen Bereichen packen Mitglieder mit an, während sich andere darauf beschränken, Anteile zu erwerben. „Zehn Mitglieder sind regelmäßig mit auf dem Acker, bei der Möhrenernte auch 30“, sagt Gärtnerin Kristina Knöchel. Der Pool der Helfer umfasse „50 bis 60 Leute“.

Solidarität funktioniert

Das „Solidarisch“ in SoLawi macht sich bei den Bietrunden besonders bemerkbar: Für jedes Mitglied, das weniger als den Durchschnitt zahlt, wird ein Anteilseigner benötigt, der mehr als den Durchschnitt bezahlt. „Das funktioniert sehr gut“, sagt Kristina Knöchel.

Am Sonntag, 14 Uhr (Einlass: 13.30 Uhr), soll per Smartphone geboten werden. Das digitale Verfahren vereinfache das Prozedere ungemein, berichten die Organisatoren. Wer kein Smartphone hat, bekommt eines ausgeliehen. Die Bietrunde während der Hauptversammlung des eingetragenen Vereins ist in einem Saal zentral in Bergedorf. Wo genau, soll Interessierten erst auf Anfrage verraten werden. „Wir wollen die Besucher nämlich vorab über unser Projekt informieren“, sagt Dr. Inga Röwer, Gärtnerin und Mitinitiatorin. Interessierte mailen an info@solawi-vierlande.de.

Wer bereits im Frühjahr Gemüse, Obst und Kräuter aus dem Selbsternte-Projekt genießen möchte, der sollte schnell mailen: Die Mitglieder, die bereits dabei sind, haben Vorrang. „Außerdem haben wir Interessenten angeschrieben, die auf der Warteliste stehen“, sagt Kristina Knöchel.

Für 115 Anteile sei bereits Interesse angemeldet worden, deshalb gebe es voraussichtlich 20 freie Ernteanteile. Gibt es mehr Interessenten als Anteile, soll die Eingangsreihenfolge der E-Mails berücksichtigt werden.