Moorfleet

Gewerbefläche Brennerhof: "Ankermieter" springt ab

Michael Kolle von der Projektentwicklung PorscheHopper GmbH. Sie vermittelt bei dem Flächendeal zwischen dem Eigentümer, der Stadt Hamburg, und der Garbe Industrial Real Estate GmbH.

Michael Kolle von der Projektentwicklung PorscheHopper GmbH. Sie vermittelt bei dem Flächendeal zwischen dem Eigentümer, der Stadt Hamburg, und der Garbe Industrial Real Estate GmbH.

Foto: Florian Büh

Die Planung für das Areal in Moorfleet geht aber weiter. Für die Dom-Schausteller, die einen Teil belegen, wurde eine Alternative gefunden.

Moorfleet. Das als Gewerbefläche ausgewiesene Gebiet zwischen Andreas-Meyer-Straße, Autobahn 1 und Brennerhof soll bebaut werden. Dieser Plan existiert seit Langem. Doch in der Vergangenheit sprangen immer wieder Unternehmen ab, etwa BMW. Damals scheiterte das Vorhaben an einer Umsiedlung der Schausteller, die auf einem knapp 17.000 Quadratmeter großen Teil der 7,3 Hektar großen Fläche ihre Fahrzeuge abgestellt haben und dort wohnen. Nun ist erneut ein großes Unternehmen abgesprungen.

Die Absage der Hamburger Traditionsfirma aus dem Bereich produzierendes Gewerbe habe diesmal allerdings nichts mit den Schaustellern zu tun, betont Michael Kolle (50). Der Bergedorfer arbeitet für die Projektentwicklung PorscheHopper GmbH. Sie vermittelt bei dem Flächendeal zwischen dem Eigentümer, der Stadt Hamburg, und der Garbe Industrial Real Estate GmbH, einem weiteren Hamburger Traditionsunternehmen. Es möchte das Gewerbegebiet bebauen und die Gebäude vermieten.

Traditionsfirma kämpft mit Umsatzrückgang

Der „Ankermieter“, der auch kleinere, mittelständische Betriebe gezogen hätte, konnte die geplante Erweiterung aufgrund stark rückläufiger Umsatzzahlen nicht umsetzen, sagt Kolle. Die Garbe Industrial Real Estate wolle die Fläche nun trotzdem entwickeln, zumal bereits intensiv Gespräche mit der Hamburger Wirtschaftsbehörde und dem Bergedorfer Bauamt geführt würden.

Kolle: „Der Entwickler arbeitet auf Hochtouren daran, einen neuen ,Ankermieter’ zu finden.“ Schließlich habe er bereits viel Geld in die Projektierung investiert. Es befänden sich „diverse Eisen im Feuer“.

Bei der Brennerhof-Fläche handle es sich um eine aus Brüssel subventionierte Wirtschaftsförderungsfläche, sagt Kolle. „Sie ist Mietern vorbehalten, die neue Arbeitsplätze generieren.“ Dies könnten Hamburger Unternehmen sein, aber auch Firmen von außerhalb.

Der Entwickler sei allerdings „nicht nur auf die Großen scharf“, betont Kolle: „Wir schauen auch auf den Mittelstand. Schließlich gibt es bei Firmen überall in Hamburg Flächenbedarf.“ Denkbar sei auch, nur Mittelstandsbetriebe am Brennerhof anzusiedeln und auf „Ankermieter“ zu verzichten.

Neuer Platz für die Schausteller gefunden

Auch bei der Suche nach einem neuen Platz für die Schausteller-Wohnwagen – für den Brennerhof gibt es rund 40 Mietverträge – tut sich etwas: Die Schausteller wurden bereits im August angeschrieben und darüber informiert, dass ihre Fläche „in naher Zukunft“ benötigt werde. Denn es sei „mittelfristig eine gewerbliche Nutzung der gesamten Fläche geplant“.

Eine alternative Fläche haben Kolle & Co. im Blick: Sie ist drei bis vier Hektar groß und verkehrsgünstig in den Marschlanden gelegen. Mehr könne noch nicht verraten werden.

Der neue Mietvertrag solle zwischen Stadt und Schaustellerverband geschlossen werden, der Verband vermiete dann an die Schausteller. Die Ersatzfläche sei als Gewerbefläche ausgewiesen, „wegen der Wohnwagen muss allerdings der Bebauungsplan noch einmal angefasst werden“, sagt Bernd Capeletti.

Der CDU-Politiker brachte das Thema vor einigen Monaten in die Bezirksversammlung ein. Als Mitglied der Deputation in der Wirtschaftsbehörde hatte er von Kolle von dem neuen Interesse an der Brennerhof-Fläche erfahren. „Wir haben ein großes Interesse an der Entwicklung des Brennerhofs – ohne dass es zulasten der Schausteller geht.“