Nachbarschaft

Nun wird in Rieges Gasthof Kleidung für Kinder gehandelt

Lina Güssefeld (32), Angela Harth (36) und Nina Seifert (34), hier mit ihren Kindern Wanja (1), Frieda (5), Maha (4) und Karlo (2, von links), organisieren erste Kinderbekleidungsbörse im ehemaligen Rieges-Gasthof-Saal.

Lina Güssefeld (32), Angela Harth (36) und Nina Seifert (34), hier mit ihren Kindern Wanja (1), Frieda (5), Maha (4) und Karlo (2, von links), organisieren erste Kinderbekleidungsbörse im ehemaligen Rieges-Gasthof-Saal.

Foto: Thomas Heyen

Verein KulturVielfalt Stadt.Land.Fluss weitet Angebot aus: Neben Konzerten und gemütlichen Treffs organisiert er auch jährliche Börsen.

Ochsenwerder. Das Wohnprojekt Stadt.Land.Fluss im Zentrum von Ochsenwerder öffnet den verbliebenen Rest-Saal von Rieges Gasthof am Ochsenwerder Kirchendeich 1 regelmäßig auch für andere Menschen aus dem Dorf. Dort gibt es Konzerte, Partys und immer donnerstags ab 19.30 Uhr ein lockeres Beisammensein bei einem Bierchen oder Saft gegen Spende. Die Events würden sehr gut angenommen: Allein zu den donnerstäglichen Treffen kämen bis zu 30 Gäste, von denen der Großteil nicht im Wohnprojekt organisiert ist, berichtet Axel Schult aus dem Wohnprojekt.

Nun will der Verein KulturVielfalt Stadt.Land.Fluss, in dem die 30 erwachsenen Mitglieder des Wohnprojektes zusammengeschlossen sind, auch Börsen für Kinderkleidung auf die Beine stellen. Mit dieser Idee füllen die Wohnprojekt-Aktiven eine Lücke: Peggy Berliner organisierte im Oktober nach 16 Jahren die letzte Kleiderbörse im Curslacker Gemeindehaus. Auch das Team für die Börse im Moorfleeter Gemeindehaus hört im August auf. Doch der Bedarf an günstiger, getragener Kleidung für Kinder ist riesig.

Börsen zweimal im Jahr

Die Börsen in Ochsenwerder soll es zweimal im Jahr geben – im alten, umgebauten Rieges-Gasthof-Saal. Die Premiere soll am Sonntag, 9. Februar, sein. „Es gibt ein Kernteam von fünf Leuten und jede Menge Helfer“, sagt Nina Seifert (34) aus dem Wohnprojekt. Sie gehört zu diesem Kern-Team.

Der Flohmarkt soll jeweils um 9.30 Uhr starten und um 13 Uhr enden. Schwangere und Menschen mit Kind im Tuch dürfen schon ab 9 Uhr stöbern und kaufen. „Es wird eine Spielecke für Kinder sowie Kaffee, Kuchen, Waffeln und Sekt auf der Empore geben, während im Erdgeschoss gestöbert werden kann“, sagt Nina Seifert. Kinderkleidung, Spielzeug, Umstandsmode und weitere Artikel für Kinder und Familien werden im Vorfeld von den Verkäufern mit einer Nummer, der Größe und dem Preis ausgezeichnet. Sie bringen die Ware am Vortag vorbei und das Kleiderbörse-Team stellt sie nach Größen und Themen geordnet aus. Die Verkäufer bekommen in der Regel 70 Prozent vom Verkaufspreis, der Rest geht an den gemeinnützigen Verein.

Konzerte auch im neuen Jahr

„Mit der Kleiderbörse wollen wir das nachbarschaftliche Miteinander weiter leben und stärken, gleichzeitig etwas für die Nachhaltigkeit tun“, sagt Nina Seifert.

Das Wohnprojekt hat sich der kleinen Hamburger Baugenossenschaft Wohnreform eG angeschlossen. Sie wurde Ende der 90er-Jahre gegründet, hat auch drei Wohnprojekte in Altona realisiert.

Auch im neuen Jahr soll es Konzerte im alten Gasthof-Saal geben. Axel Schult ist mit diversen Bands im Gespräch. Welche Gruppe wann auftritt, steht noch nicht fest.

Noch ist Platz für Kleidung, können sich Verkäufer melden. Weitere Infos finden sich im Internet unter www.wohn projekt-slf.de/1-kinderkleider boerse-2.

Es gibt in Hamburg 117 Baugemeinschaftsprojekte mit insgesamt 2670 Wohnungen (WE). Davon sind 1498 WE gefördert (56 Prozent), bei den übrigen 44 Prozent handelt es sich um Eigentumsprojekte. Neben Stadt.Land.Fluss gibt es in Bergedorf weitere Baugemeinschaften: Ox (Am Avenberg, Ochsenwerder), Greves Garten (Mohnhof, Bergedorf), Greves Garten 2 (Gojenbergsweg, Bergedorf) und Projekt Eschenhof (Achterschlag, Curslack). Wohnprojekte sind etwa förderungswürdig, weil sie kulturelle Angebote für Nachbarn vorhalten oder weil mehrere Generationen, Singles, Paare und Familien unter einem Dach leben.

20 Prozent an Baugemeinschaften

Die Investitions- und Förderbank bezuschusst Mieter, wenn sie unterhalb einer bestimmten Einkommensgrenze liegen. „Bei der Baugemeinschaftsförderung handelt es sich um sozialen Wohnungsbau, bei dem Einkommensgrenzen wie im üblichen sozialen Wohnungsbau gelten“, teilt die Stadtentwicklungsbehörde mit. Hamburg vergibt rund 20 Prozent der städtischen Grundstücke für den Geschosswohnungsbau an Baugemeinschaften. Das Verfahren wird von der Agentur für Baugemeinschaften organisiert.