Primeln

Tausende bunte Neujahrsgrüße aus Kirchwerder

André Harden (38), seine Lebensgefährtin Sabrina Meyer-Ehlers (37) sowie die Kinder Zoe Marie (8), Malin Sophie (2) und Annabelle Rose (acht Monate) inmitten von Primeln, die zum Jahreswechsel verkauft werden.

André Harden (38), seine Lebensgefährtin Sabrina Meyer-Ehlers (37) sowie die Kinder Zoe Marie (8), Malin Sophie (2) und Annabelle Rose (acht Monate) inmitten von Primeln, die zum Jahreswechsel verkauft werden.

Foto: Thomas Heyen

In der Gärtnerei Harden herrscht Hochbetrieb. Bis zu 5000 Primeln werden zum Jahreswechsel verkauft. Wissenswertes über den bunten Gruß.

Kirchwerder. Zum Jahreswechsel sind Primeln besonders gefragt. Die farbenfrohen Blumen werden – mit einem eingesteckten Schweinchen, Klee oder Schornsteinfeger aus Stoff – als Glücksbringer verschenkt, sind gefragtes Mitbringsel und Neujahrsgruß. Deshalb hat Familie Harden, die eine Zierpflanzengärtnerei am Kirchwerder Elbdeich 256 betreibt, diese Tage besonders viel zu tun.

Bei fünf bis acht Grad im Gewächshaus der Hardens fühlen sich Primeln besonders wohl. Sie gehören zu den Frühblühern, die im Dezember und Januar blühen und verkauft werden. Andere Primeln kommen im Februar sowie im März und April aus den Gewächshäusern. Die vorgezogenen, frühen Primeln würden sich auch draußen bei bis zu minus ein Grad halten, erklärt Juniorchef André Harden (38) – „vorausgesetzt, sie stehen windgeschützt“. Am besten sei es deshalb, sie in eine Schale zu stellen und sie bei Frost reinzunehmen.

Ab Februar robuster

Denn Minusgrade und Zug würden die zarten Blüten alle nicht mögen. Die Primeln, die unbeheizt im Gewächshaus stehen und ab Februar blühen, seien robuster – winterhart: „Die können, je nach Windstärke, auch ein paar mehr Minusgrade ab“, sagt der Gärtnermeister.

Unter freiem Himmel würden die Blumen „drei bis vier Wochen blühen“. In der Wohnung blühen Primeln laut Harden – je nach Zimmertemperatur – „ein bis zwei Wochen“. Es sei sinnvoll, regelmäßig verblühte Blüten mit den Fingern abzuknipsen, „dann könne sich die neuen, darunter befindlichen Blüten entwickeln“, sagt Hardens Lebensgefährtin Sabrina Meyer-Ehlers. Die Pflanzen würden auch im Beet oder auf dem Balkon jedes Jahr aufs Neue blühen – „oft auch zweimal im Jahr“, betont die 37-Jährige.

Auch Hornveilchen blühen

Rund 80.000 Primeln für die gesamte Saison wachsen in der Gärtnerei Wilfried Harden. Sie wurden alle im September maschinell getopft. Verkauft werden sie auf dem Blumengroßmarkt und – bei Plusgraden – direkt ab Hof. Der Preis beträgt aktuell 1,50 Euro. Am Kirchwerder Elbdeich 256 werden jetzt auch Hornveilchen angeboten, die nun ebenfalls schon blühen. Internet: www.wilfried-harden.de.

Zum Jahresende und zu Ostern sei die Nachfrage am größten. „Zu Ostern sind auch Blumenkörbe und -schalen mit verschiedenen Blumensorten sehr gefragt – etwa Primeln und Hornveilchen mit Zwiebeln von Tulpen, Schneeglöckchen, Krokussen oder Narzissen“, sagt Sabrina Meyer-Ehlers.

Ein letzter Check

4000 bis 5000 Primeln verkaufe der auf Topfpflanzen für Beet und Balkon spezialisierte Familienbetrieb allein zum Jahreswechsel. „Schornsteinfeger und Glücksklee stecken wir allerdings nicht in die Töpfe. Das machen die Floristen“, sagt Sabrina Meyer-Ehlers. Sie war mit ihrem Lebensgefährten und dessen Eltern auch an den Weihnachtstagen in den Gewächshäusern beschäftigt. Die Blumen werden ein letztes Mal gecheckt und schlechte Blüten entfernt. Jeweils zwölf Pflanzen werden zu Paletten gepackt und zum Großmarkt gefahren. „Nach der ersten Januarwoche wird es wieder ruhiger“, sagt André Harden.

Ein halbes Dutzend verschiedener Primel-Arten wachsen in der Gärtnerei, die über 6000 Quadratmeter überdachte Fläche verfügt. Sie blühen in kräftigen oder auch zarten Farben – in dunklem Rosa, Pastelltönen und Jeansfarben (weiß-blau gestreift), mit mehreren Blütenkränzen oder als Stiel-Primel mit besonders langem Stiel. Bis zu 70 Knospen befänden sich an manchen Pflanzen.