Hotel-Restaurant

Zollenspieker Fährhaus vor dem Generationswechsel

Oliver Kahle, geschäftsführender Gesellschafter des Zollenspieker Fährhauses, will sich Ende 2020 zur Ruhe setzen.

Oliver Kahle, geschäftsführender Gesellschafter des Zollenspieker Fährhauses, will sich Ende 2020 zur Ruhe setzen.

Foto: Thomas Heyen

Das Zollenspieker Fährhaus mit rund 70 angestellten Mitarbeitern ist weiter auf Erfolgskurs. Für Oliver Kahle beginnt die letzte Saison.

Zollenspieker. Das Zollenspieker Fährhaus dürfte 2019 seinen Umsatz abermals gesteigert haben. Oliver Kahle, geschäftsführender Gesellschafter des Hotel-Restaurants am Zollenspieker Hauptdeich 141, geht von einem Umsatz in Höhe von 6,5 Millionen Euro aus. „Die genauen Zahlen haben wir noch nicht“, sagt der 63-Jährige. 2018 betrug der Umsatz 6,4 Millionen Euro. 2003, dem Jahr, in dem Kahle an die Spitze des Hauses gelang, waren es noch 1,2 Millionen Euro.

Der 2012 eröffnete Neubau sei natürlich ein „wesentlicher Faktor“ für die Umsatzsteigerungen, betont Kahle. „Das Tagungsgeschäft gab es in dieser Form bis 2012 nicht.“ Bis dato habe das Hotel neun Zimmer angeboten, seit der Umbau-Eröffnung sind es insgesamt 62. Sie würden vor allem von Geschäftsleuten bezogen. Lediglich ein Drittel der Übernachtungen würden von Privatleuten gebucht.

Trotzdem sei die Gastronomie der größere Wirtschaftsfaktor: Vier Fünftel des Umsatzes seien auf sie zurückzuführen. „Hier sind wiederum vier Fünftel der Gäste Privatleute“, sagt Kahle. Die Gastronomie beanspruche mehr als 3500 Quadratmeter in Alt- und Neubau sowie rund 1000 Quadratmeter draußen. „Wir verfügen über 1200 Sitzplätze, davon knapp die Hälfte draußen“, sagt der 63-Jährige.

Gäste aus Übersee

Die Gäste kämen aus ganz Deutschland, aber – vor allem im Geschäftsbereich – auch aus dem europäischen Ausland. „Firmen wie Hauni, Fette oder Airbus sind häufig bei uns zu Gast.“ Gäste aus Übersee – etwa aus Singapur oder den USA – seien wiederum den vielen Hochzeitsfeiern geschuldet, die in Zollenspieker ausgerichtet würden. Deshalb werde Erlebnis-Gastronomie – Theaterspiel, Konzert oder Kleinkunst in Verbindung mit einem Menü – nur von November bis März angeboten. „Im Sommer haben wir dafür keine Räume frei“, sagt Kahle.

Für den Hotelier wird 2020 das letzte Jahr in seinem Traumberuf sein: Kahle, der als Page im Alter von 14 Jahren eingestiegen ist und im Kurhaus Hotel Travemünde 1970 auch „Henry Vahl und Brigitte Bardot die Koffer getragen“ habe, will sich Silvester 2020 verabschieden. Deshalb gibt es bereits seit einem Jahr eine Doppelspitze am Zollenspieker: Karoline Pospiech (30) steht dem Reinbeker als gleichberechtigte Geschäftsführerin zur Seite. In einem „fließenden Übergang“ wird die Hoopterin das Vier-Sterne-Haus übernehmen.

Karoline Pospiech habe alle für das Fährhaus relevanten Verbände und Gremien – etwa Dehoga, WSB und GVM – sowie die Akteure in Politik und Verwaltung kennengelernt. Die 30-Jährige kümmert sich auch um die digitalen Medien, hat dem Markenauftritt des Hotels ein Facelifting verpasst. „Für die kommenden Jahre haben wir ein frischeres Erscheinungsbild“, so Kahle.

Whisky Dinner und Magie

Auch 2020 gibt es viele Events am Zollenspieker Hauptdeich. Los geht’s mit einem „Whisky Dinner“ am Freitag, 10. Januar, 19.30 Uhr – einem Drei-Gänge-Menü mit schottischen Whiskys, Moderator und Musik (85 Euro). Für das Magier-Duo Golden Ace (24. Januar, 19.30 Uhr) wurde aufgrund großer Nachfrage die Zahl der Plätze von 140 auf 180 erhöht. Internet: www.zollenspieker-faehrhaus.de.