Milchhof Steffens

„Nivea“ ist eine ganz „Kuhle“

Merle Steffens (15), Tochter vom Milchhof Steffens, mit Kuh Nr. 9, "Nivea", trägt nicht nur die Nummer neun, ist auch neun Jahre alt, Adventskalender 2019 

Merle Steffens (15), Tochter vom Milchhof Steffens, mit Kuh Nr. 9, "Nivea", trägt nicht nur die Nummer neun, ist auch neun Jahre alt, Adventskalender 2019 

Foto: Lena Diekmann / BGZ/Diekmann

Die Kühe der Familie Steffens tragen Nummern und auch Namen.

Neuengamme. Insgesamt 350 Tiere gehören zum Milchhof Steffens – darunter 260 Milchkühe sowie einige Kälber und diverse Trockensteher. Das bedeutet, die Kühe sind hochschwanger und nun im Mutterschutz. Etwa acht Wochen vor Geburt des Kälbchens werden sie nicht mehr gemolken. Um den Überblick im Kontrollverband und im eigenen Bestand zu behalten, tragen die Kühe sowohl in den Ohren als auch am Hals Nummern. Zusätzlich bekommen sie auf dem Milchhof Steffens auch einen Namen. Die Nummer neun im Stall ist „Nivea“. Sie versteckt sich hinter unserem heutigen Adventstürchen.

Die schwarzbunte Kuh der Rasse „Holstein-Friesian“ ist auf dem Hof in Neuengamme geboren und mittlerweile neun Jahre alt. Das Geburtsjahr bestimmt den Anfangsbuchstaben der Namen, erklärt Hofchefin Maike Steffens. Nach jedem Wirtschaftsjahr, das immer vom 1. Juli bis 30. Juni geht, rutscht der Anfangsbuchstabe im Alphabet einen Schritt weiter. Bei der Namensfindung hilft der Familie Steffens auch eine Namensliste. Da aber gängige Mädchennamen wie Nena oder Nala zum Zeitpunkt ihrer Geburt bereits vergeben waren, wurde aus der Kuh mit der Halsbandnummer neun eben „Nivea“.

„Nivea“ ist eher scheu

Im Vergleich zu anderen Kühen der Herde ist „Nivea“ eher scheu, lässt die ihr gewohnten Menschen aber durchaus in ihre Nähe. Und dazu zählt ganz klar Merle, Tochter des Hofes. Die 15-Jährige liebt es von klein auf, mit den Kälbern und Kühen des Hofes zu kuscheln, legt sich auch schon mal zu ihnen in die Box. Die „Lieblingskuh“ von Merle ist jedoch nicht „Nivea“ sondern „Trolli“ – „weil sie so zahm ist“, sagt Merle. Sie trägt die Nummer 249 am Halsband.

Insgesamt werden auf dem Milchhof die Zahlen von eins bis 500 vergeben. Ist die 500 erreicht, fängt es wieder von vorne an mit den Ziffern, die derzeit nicht vergeben sind, weil die Kühe, die sie zuvor getragen haben, bereits tot oder nicht mehr auf dem Hof sind.

Nummern haben nur auf dem Hof Relevanz

Die Nummern am Halsband haben allerdings nur auf dem Hof, bei dem am Heinrich-Stubbe-Weg erst vor wenigen Monaten der neue Stall in Betrieb genommen wurde, Relevanz.

Die Ohrmarke hingegen ist wichtig für den Kontrollverband, wo die Kühe innerhalb von einer Woche nach ihrer Geburt registriert werden. „Es ist wie ihr Personal- und auch Arbeitsausweis“, sagt Mutter Maike Steffens. Neben einem Ländercode, der Auskunft über ihre Herkunft gibt (DE für Deutschland), bestimmen zwei von insgesamt zehn Ziffern das Bundesland – so steht 02 für Hamburg, 01 für Schleswig-Holstein oder 03 für Niedersachsen. Die weiteren acht Ziffern sind individuell.