Umschlagbahnhof

Terminal Billwerder kann auf dreifache Größe wachsen

Drei Bahnen, sieben Kräne, 320.000 Quadratmeter: Das DUSS-Terminal in Billwerder ist Norddeutschlands größter Umschlagbahnhof. Hinter der Autobahn A1 hat die Bahn ausreichend eigenes Gelände für eine mögliche Erweiterung.

Drei Bahnen, sieben Kräne, 320.000 Quadratmeter: Das DUSS-Terminal in Billwerder ist Norddeutschlands größter Umschlagbahnhof. Hinter der Autobahn A1 hat die Bahn ausreichend eigenes Gelände für eine mögliche Erweiterung.

Foto: Fanter DB / NEWS & ART

Bahn investiert 18 Millionen Euro in Umschlagbahnhof Billwerder. Erweiterung geplant.

Billwerder. Der Umschlagbahnhof Hamburg-Billwerder wird umfassend modernisiert. Bis Mitte 2021 werden fünf der sieben 41-Tonnen-Kräne erneuert. Dafür investiert die Bahn rund 18 Millionen Euro. Zudem soll der sogenannte Vorstellbereich im kommenden Jahr von zehn auf zwölf Gleise ausgeweitet werden. Für eine weitere Vergrößerung des DUSS-Terminals (Deutsche Umschlaggesellschaft Schiene-Straße) stehen südöstlich des bisherigen Areals bis zu 600.000 Quadratmeter bahneigenes Gelände zur Verfügung.

Seit 1993 sind die Kräne unermüdlich im Einsatz

Mit einem 400 Tonnen Autokran sind gestern die beiden Kranbalken für den ersten neuen Umschlagskran auf die vier Stützen gehievt worden. „Man, ist das spannend!“, sagt Terminalleiter Chris Fanter, kann seine Begeisterung nicht verbergen: „Die neuen Portalkräne sorgen für den notwendigen Erhalt der Leistungsfähigkeit unseres Standorts. Sie sind State of the Art, ein echter Meilenstein!“

Seit Inbetriebnahme des Huckepackbahnhof im Jahr 1993 waren die alten Kräne, die man gut von der Autobahn A1 sehen kann, unermüdlich im Einsatz. Jeder von ihnen kann bis zu 41 Tonnen heben. Fanter: „Sie brechen nicht zusammen. Aber die Wartung wird unverhältnismäßig teuer und einige Ersatzteile gibt es nicht mehr.“

Unter rollendem Rad werden fünf Kräne abgewrackt

Bei laufendem Betrieb – die Bahn nennt das „unter rollendem Rad“ – werden in den kommenden anderthalb Jahren fünf alte Kräne abgewrackt und durch neue ersetzt. Eine logistische Herausforderung. Denn das 320.000 Quadratmeter große Terminal ist Norddeutschlands größter Umschlagbahnhof. 370.000 Ladeeinheiten – Container, Wechselbrücken oder Auflieger – können hier jährlich von der Bahn auf Lkw oder umgekehrt verladen werden. Durchschnittlich 24 Züge werden pro Tag im 24-Stunden-Betrieb abgefertigt. Nur am Sonntag ruht die Arbeit. Terminalleiter Fanter: „Mit seiner Infrastruktur und technischen Ausstattung zählt Billwerder zu den modernsten Umschlagterminals Europas.“ Ein Ausbau sei bereits geplant: „Die kombinierten Verkehre steigen weiter.“

Norddeutschlands größter Umschlagbahnhof wird fit für die Zukunft

Mit Muskelkraft und mechanischen Seilzügen wird der riesige Kranbalken in Position gebracht, während ein 400-Tonnen Autokran die Last trägt. Dann wird der Balken langsam abgesenkt, die Führung für den Haltebolzen rastet ein. Millimeterarbeit!

Den ganzen Tag brauchten die Monteure gestern, um die beiden Querbalken des ersten neuen Portalkrans zu platzieren. Vier weitere Kräne werden bis Sommer 2021 folgen.

Norddeutschlands größter Umschlagbahnhof für den kombinierten Verkehr (Schiene / Straße) wird fit für die Zukunft gemacht. „Die Zukunft bedeutet vor allem mehr Güterverkehr auf der Schiene.“, freut sich Terminalleiter Chris Fanter. 1993 war Billwerder, nach Schließung der kleineren Terminals in Rothenburgsort und Wilhelmsburg, für 240.000 Ladeeinheiten gebaut worden. Im Jahr 2008 waren es dann 289.000. Eine dritte Bahn mit zwei zusätzlichen Kränen wurde 2012 gebaut. Zwei weitere Vorstellgleise sollen im kommenden Jahr die zehn vorhandenen ergänzen.

24 Züge werden täglich gedreht

„Aber in den kommenden fünf Jahren müssen wir uns mit einem grundsätzlichen Ausbau befassen“, verrät Fanter: „320.000 Quadratmeter hat das DUSS-Terminal heute. 600.000 Quadratmeter Bahneigene Fläche stehen für eine Erweiterung weiter südöstlich zur Verfügung.“ Obwohl derzeit die kombinierten Verkehre stagnieren, in den letzten Monaten sogar um 4,5 Prozent zurückgegangen sind, rechnet Fanter grundsätzlich mit einem weiteren deutlichen Anstieg: „Die Stagnation, vor allem auf den Strecken nach München und Basel, ist vorübergehend auf weltwirtschaftliche Einflüsse, etwa Embargos, zurückzuführen.“

Von Billwerder aus wird primär die Metropolregion Hamburg aber auch Norddeutschland versorgt. „Hier kommt praktisch alles an – Post, Autoteile, Kleidung, Lebensmittel – und wird durch die Lkw im 250 km-Radius weiterverteilt.“ 24 Züge werden täglich hier „gedreht“, also ent- und beladen. wichtige Destinationen sind Südeuropa, Osteuropa und Skandinavien. Sechs bis acht Züge pro Woche rollen gar nach Asien. Knapp 70 Mitarbeiter halten den Umschlagbahnhof am Laufen. Verladen werden jährlich 370.000 Wechselbrücken (63%), Container (20%) und Auflieger (17%).