Kreuzungs-Umbau

Wird es auf dem Oortkatenweg viel zu eng?

Die zweifache Verschwenkung auf dem Oortkatenweg in Blickrichtung Ochsenwerder Landscheideweg.

Die zweifache Verschwenkung auf dem Oortkatenweg in Blickrichtung Ochsenwerder Landscheideweg.

Foto: Thomas Heyen

Streit um Kreuzungs-Umbau am "Marschländer Roulette": Die CDU kritisiert die Verwaltung, der Bezirksamtsleiter eine „zu enge Begleitung“.

Ochsenwerder. Die Politik hat sich lange für den Umbau der Kreuzung Oortkatenweg/Ochsenwerder Landweg eingesetzt. Denn das sogenannte „Marschländer Roulette“ hat im Laufe der Jahrzehnte viele Unfallopfer gefordert. Vor drei Jahren überrollte ein Lkw einen elfjährigen Jungen. Das Kind starb an seinen Verletzungen. Dieser tragische Unfall war letztlich der Auslöser für die Neugestaltung der Kreuzung, die voraussichtlich Mitte November beendet wird.

Politik, Verwaltung, Bürger – alle sind sich einig, dass es gut ist, dass der Knotenpunkt nun entschärft wird: durch Fahrbahnteiler, Querungsmöglichkeit für Fußgänger, Verschwenkung der Verkehrsführung durch die Mittelinseln auf dem Ochsenwerder Landscheideweg und Erhöhung bestehender Aufpflasterungen. Seit Anfang Juli ist die Kreuzung wegen des Umbaus gesperrt. Kosten: 1,2 Millionen Euro.

Die Fahrstreifen sind schmaler

Doch nun beschwerten sich Besucher der jüngsten Sitzung des Regionalausschusses über sogenannte Schikanen auf dem Oortkatenweg – kurz hinter der Einmündung: Dort werden zwei Verschwenkungen gebaut, sind die Fahrstreifen schmaler, damit entgegenkommende Fahrzeuge einander abwarten. Manfred Seevers aus Ochsenwerder etwa sprach von einer „katastrophalen Veränderung“, einer „unsinnigen“ Maßnahme.

„Größere Fahrzeuge wie die 15 Meter langen Dreiachser-Reisebusse unserer Gästeführung werden dort nicht mehr durchkommen“, sagte Arno Becker von der „Gästeführung Vier- und Marschlande“. Irrtum, sagt dagegen Bezirksamtsleiter Arne Dornquast: „Selbst 40 Tonnen schwere und 18,5 Meter lange Sattelzüge werden durchkommen.“ Die Maßnahme sei mit der Polizei und den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein geklärt.

Kleine Anfrage der CDU

„Die Verschwenkung war mit dem Regionalausschuss im Grundsatz abgesprochen“, betont der Bezirksamtsleiter. Ihm liegt zum Thema Kreuzungsumbau nun auch eine Kleine Anfrage der CDU vor.

Erstaunt zeigten sich die Christdemokraten auch über die geplante Beleuchtung an der Kreuzung: „Natürlich freuen wir uns, dass endlich Strom gelegt wird“, sagt Jörg Froh, „aber hätten wir gewusst, dass das möglich ist, hätten wir billigere Maßnahmen zur Verkehrssicherheit einleiten können“.

Die Mitglieder des Ausschusses seien schon vor Monaten über die Beleuchtung informiert worden, als die entsprechenden Unterlagen verschickt wurden, entgegnet Dornquast. „Außerdem hätten Ampeln oder Warnblinker dort nicht ausgereicht. Diese Variante wird viel mehr Sicherheit erzeugen, weil zwangsläufig langsamer gefahren werden muss.“ Die vier Lampen im Kreuzungsbereich (Kosten: knapp 20.000 Euro) sollen auch die beiden Bushaltestellen ausleuchten. Für die Unterstände sei keine separate Beleuchtung geplant. Beleuchtete „Stop“-Zeichen an den Einmündungen seien nicht vorgesehen: „Dafür besteht keine Notwendigkeit.“

„Dauerhaft haltbares Material“

Jörg Froh (CDU) kritisiert zudem, dass für die Bordsteine teures Granit verwendet wird. „Wir verwenden dauerhaft haltbares Material“, hält Dornquast entgegen. Granit sei in solchen Fällen „üblich“, Geld werde nicht verschwendet. Dass „an einigen Tagen in der Woche keine Bautätigkeiten auf der Baustelle“ war, wie Froh kritisiert, ist laut Dornquast erklärlich: „Dort wird auch sonnabends gearbeitet. Irgendwann müssen die Bauarbeiter zum Ausgleich auch mal frei haben. Das hat mit Arbeitsschutz zu tun.“

Dornquast erkennt alles in allem eine „manchmal zu enge Begleitung der Baudienststelle durch die Politik“.