Wassersportzentrum

In Allermöhe trainieren die Olympia-Asse

Ruderer passieren einen der Türme des Landesleistungszentrums in Allermöhe.

Ruderer passieren einen der Türme des Landesleistungszentrums in Allermöhe.

Foto: Aufwind Luftbilder / Holger Weit / aufwind-luftbilder

Allermöhe. Das Leistungszentrum für den Wassersport am Allermöher Deich soll saniert und erweitert werden – Finanzierung „in Abstimmung“.

Allermöhe. Viele Hamburger Spitzensportler, vor allem Männer und Frauen zwischen 15 und 17 Jahren, trainieren regelmäßig auf der Dove-Elbe. Das Landesleistungszentrum der Ruderer und Kanuten am Allermöher Deich 36 wird noch intensiver genutzt, seit sich dort die männlichen deutschen Olympia-Kandidaten im Skull-Rudern, fast 30 Sportler, auf die Teilnahme an der Olympiade in Tokio im kommenden Jahr vorbereiten. Denn das Wassersportzentrum in Allermöhe ist nicht nur Landesleistungszentrum, sondern auch wesentlicher Bestandteil des Olympia-Stützpunktes Hamburg-Ratzeburg. Doch die Anlage ist dringend sanierungsbedürftig und zu klein.

Ein Anbau soll die Gebäudefläche fast verdoppeln, berichtet Werner Glowik (65), Vorsitzender des 175 Jahre alten Allgemeinen Alster-Clubs/Norddeutschen Ruderer-Bundes (Landesruderverband Hamburg). Der Anbau, ebenfalls in Rotklinker, soll in Richtung Allermöher Deich entstehen, auf einem Parkplatz, der dann verlegt wird.

Zeitnehmerhäuschen wanken

Die Sportler benötigen Ruhe­- und Fitnessräume, zudem sind Aufenthaltsräume für die Bundestrainer und Büros geplant. Das Bergedorfer Bezirksamt hat längst signalisiert, dass es die Pläne für umsetzbar hält (wir berichteten). „Wir haben einen Bauvorbescheid beantragt“, sagt Glowik. Die Antwort stehe noch aus.

Auch die Finanzierung – Glowik rechnet mit 4,2 Millionen Euro – befindet sich noch „in der Abstimmung zwischen Hamburg und Berlin“. Zwei Drittel der Kosten würden Stadt und Bundesland tragen, ein Drittel der Bund. „Wir sind optimistisch, dass die Erweiterung auf die vorgesehene Weise realisiert wird“, sagt Glowik. Es dürfte nicht schaden, dass Bundesfinanzminister Olaf Scholz in seiner Freizeit selbst gern rudert.

700.000 Euro wurden bereits von der Hamburgischen Bürgerschaft für das Wassersportzentrum freigegeben. Von dem Geld sollen die drei Zeitnehmerhäuschen und das Seitenrichterhäuschen saniert werden. Die Häuser würden wanken, müssten unter Wasser stabilisiert werden. Jedes steht auf einem 16 Meter langen Stahlpfeiler, der sich aber nur auf einer Länge von 2,5 Metern im festen Grund befindet. Die Häuschen sollen entweder mit Stahlseilverstrebungen stabilisiert werden. „Oder es werden neue, tiefere Pfähle eingebaut“, sagt Glowik. „Die Ingenieure sind sich noch nicht einig.“

Fundament für mobile Bühne

Außerdem soll auf 250 Qua­dratmetern ein ständiges Fundament für eine temporäre, 2500 Zuschauer fassende Tribüne auf dem Gelände des Leistungszentrums geschaffen werden. „Die Tribüne wird nur bei großen, internationalen Events aufgebaut“, sagt Glowik. Die Baumaßnahme werde nun ausgeschrieben. Das Geld stamme aus dem Topf für die Active City, der nach der gescheiterten Olympia-Bewerbung Hamburgs eingerichtet wurde.

In Allermöhe wird jedes Jahr die größte Junioren-Regatta des deutschen Ruderverbandes ausgetragen. Glowik: „Dort können sich die Sportler für die Junioren-WM qualifizieren.“ Die Regatta in Allermöhe ist im Juni, die WM in Bled (Slowenien) im August.

Um Weltmeisterschaften nicht bemüht

Wegen der geplanten Baumaßnahmen habe sich die Stadt nicht um das Austragen von Weltmeisterschaften in Allermöhe in den kommenden Jahren bemüht, berichtet Glowik. Und: An anderen internationalen Großwettkämpfen bestehe sowie kein Interesse. 2014 gab es in Allermöhe die U19-WM, 2011 einen Ruder-Weltcup.

Glowik geht davon aus, dass die Sanierung und Erweiterung spätestens 2023 abgeschlossen ist.