Brennerhof

Neuer Interessent für große Gewerbefläche

Bernd Capeletti (CDU) fordert Stadt und Bezirk dazu auf, schnell einen neuen Standort für die Schausteller zu finden.

Bernd Capeletti (CDU) fordert Stadt und Bezirk dazu auf, schnell einen neuen Standort für die Schausteller zu finden.

Foto: Wiebke Schwirten / Thomas Heyen

Moorfleet. Hamburger Traditionsunternehmen will zwischen Andreas-Meyer-Straße, A 1 und Brennerhof bauen. Doch was wird aus den Schaustellern?

Moorfleet. Für das als Gewerbefläche ausgewiesene Gebiet zwischen Andreas-Meyer-Straße, A 1 und Brennerhof gibt es einen Interessenten. Er möchte sich auf einem Teil der knapp 7,3 Hektar großen Fläche ansiedeln. Doch die Zeit drängt: Der Interessent benötigt bis zum Monatsende eine verbindliche Aussage der Stadt, ob sie mit seinen Planungen einverstanden ist. „Es kam lange keine Bewegung in die Sache“, sagt Bernd Capeletti (CDU). Deshalb brachte er das Thema in die Bezirksversammlung. Sein Antrag, die Sache voranzutreiben, wurde in den Regionalausschuss überwiesen, dort nicht-öffentlich behandelt.

Der Interessent, ein Hamburger Traditionsunternehmen, das dem Bezirk laut Capeletti (69) neue Arbeitsplätze bescheren würde, hat eine Planungsgesellschaft beauftragt. Sie steht in Kontakt mit der für die Vermarktung zuständigen Hamburg Invest Wirtschaftsförderungsgesellschaft (HIW), einer Tochter der Wirtschaftsbehörde. Die Planungsgesellschaft will die Gesamtfläche für mehrere Interessenten im Rahmen einer Vergabe im Wege des Erbbaurechts für 75 Jahre erwerben. Denn die Stadt gibt die Fläche nur als Ganzes weg.

Für Schausteller muss nach 22 Jahren eine neue Lösung gefunden werden

Für die Schausteller, die seit 1997 auf einem knapp 17.000 Quadratmeter großen Teil der Brennerhof-Fläche ihre Fahrzeuge abgestellt haben und dort wohnen, muss noch eine Lösung gefunden werden. Danach haben Stadt und Bezirk allerdings schon vor Jahren vergeblich gesucht.

Bereits 2007, als BMW sich am Brennerhof ansiedeln wollte, gelang es nicht, eine Lösung zu finden. „Eine Umsiedlung der Schausteller an den Mittleren Landweg scheiterte an Anwohnerprotesten“, sagt Capeletti. BMW wanderte ab nach Barsbüttel.

Die Schausteller erhielten Ende August Post von der Hamburg Invest Entwicklungsgesellschaft (HIE), einer Schwester der HIW. In dem Schreiben wurden sie informiert, dass ihre Fläche „in naher Zukunft“ benötigt werde. Mit dem interessierten Investor „werden Regelungen getroffen, um die Interessen der bisherigen Mieter in dem Prozess mit abzubilden“. Die Schausteller sollen laut Anschreiben darauf vorbereitet sein, „dass mittelfristig eine gewerbliche Nutzung der gesamten Fläche geplant ist“. HIE, Bezirksamt und Investor würden gemeinsam „eine attraktive Alternative im Stadtgebiet von Hamburg“ suchen.

Bezirk profitiere von der Flächenvergabe

Dabei habe die HIW laut Capeletti noch vor wenigen Wochen erwartet, dass das private Planungsbüro sich im Alleingang um die Schausteller kümmert. „Aber man kann doch nicht den Interessenten mit der Suche nach einer Ersatzfläche allein lassen. Hier ist der Bezirk gefragt. Schließlich profitiert er von der Vergabe der Brennerhofflächen.“

Nähere Angaben zu möglichen neuen Standorten für die Schausteller mochten weder Wirtschaftsbehörde noch Bezirksamt machen.

Eine Anhandgabe wäre die Lösung, um dem Investor entgegenzukommen, meint Capeletti – „eine Frist für Verhandlungen, während der die Stadt nicht mit anderen Interessenten verhandelt“.

Capeletti ist Mitglied der Deputation in der Wirtschaftsbehörde. Er hatte von einem Bergedorfer Unternehmer, der über das Interesse an der Brennerhof-Fläche informiert war, von den Plänen erfahren. Anschließend habe Capeletti bei der Wirtschaftsbehörde nachgefragt. Daraufhin konnte eine Fristverlängerung mit dem Interessenten erreicht werden. „Seitens der Stadt könnte die Vergabe im Erbbaurecht unverzüglich erfolgen“, sagt Gianna Niemeyer, Sprecherin der Wirtschaftsbehörde. „Ob der Termin gehalten werden kann hängt insofern vom weiteren Verlauf der Gespräche ab.“