Fachkräftemangel

Jobbörse zum Auftakt der Bautage

Klaus Schulz (re.) und Julian Müller (Die Creativen) sind die neuen Organisatoren der Bergedorfer Bautage.

Klaus Schulz (re.) und Julian Müller (Die Creativen) sind die neuen Organisatoren der Bergedorfer Bautage.

Foto: Thomas Voigt

Bergedorf. Messe auf dem Frascatiplatz wird um einen Tag erweitert – Am Freitag geht es um Ausbildung.

Bergedorf. Die 20. Bergedorfer Bautage im März 2020 werden eine XXL-Ausgabe. Denn erstmals in der 20-jährigen Geschichte der von der Bergedorfer Zeitung präsentierten Messe auf dem Frascatiplatz wird es drei statt zwei Bautage geben. Die Messe rund um Bauen, Wohnen, Leben startet bereits am Freitag, 20. März, mit einer Job- und Ausbildungsbörse – eine Idee der Handwerker.

Er wolle die Messe „nicht im Kern verändern“, betonte Klaus Schulz, Chef der Werbeagentur Die Creativen, die die Organisation übernommen hat. Er will „einige Stellschrauben drehen“. Darüber informierte er in der Vierländer Volksbank am Süderquerweg 105.

Alle Aussteller waren eingeladen, etwa 40 waren erschienen, vor allem Handwerker, weitere Betriebe und als Vertreterin der bz Kerstin Friedla. Mehr als 100 Bergedorfer Handwerksbetriebe nutzen für die Bautage eines der drei großen Zelte. Insgesamt sollen in Zukunft weiterhin gut 200 Aussteller alles rund um Bauen und Wohnen, um Neubauten, Modernisierung, Sanierung und Gartengestaltung präsentieren.

Auch andere Betriebe willkommen

Rund 50 Betriebe haben auf Anhieb Interesse an dem Zusatztag bekundet, nicht nur aus dem Handwerk. Schulz: „Auch Firmen, die am Sonnabend und Sonntag nicht ausstellen und die nicht aus der Baubranche kommen, können mitmachen.“

Der Bautage-Freitag soll sich vor allem an Jugendliche richten, etwa von Bergedorfs weiterführenden Schulen – sechs Stadtteilschulen und sechs Gymnasien. Es wird aber auch „Kennenlernangebote für Quereinsteiger“ geben, verriet Schulz. Die Schulen sollen im Oktober angesprochen werden. Vorherrschendes Ziel sei, möglichst viele Praktika zu vereinbaren.

Bergedorf sei von den Jobbörsen in der Innenstadt aufgrund seiner geografischen Lage „immer ein bisschen abgekoppelt“, bedauert Bezirkshandwerksmeister Christian Hamburg. „Die Azubis, die sich dort informieren, suchen sich einen Betrieb in ihrer Nähe. Schließlich haben sie eine große Auswahl.“ Im Kampf um den Nachwuchs setzt das Handwerk auf Nähe und neue Wege. Offene Betriebe zum Tag des Handwerks und früher Ausbildungstage im CCB brachten dauerhaft nicht den gewünschten Zustrom von Bewerbern. Auf Messen oder der Jobbörse in den Gewerbeschulen 13 und 19 ist die Konkurrenz hart. Hamburg: „Wenn die Industrie ihren Bedarf decken kann, bleibt für uns wenig übrig.“ Auf dem „Fras“ präsentiere die Berufs-Akademie Handwerk 2020 auch Angebote für Abiturienten, auch Fort- und Weiterbildung werde ein Thema sei.

Bunt um Nachwuchs werben

In Bergedorf in den drei riesigen Zelten und unter freiem Himmel könne bunt und lebendig um Nachwuchs geworben werden, betont Hamburg. „Wir haben viel Platz, können mehr Action bieten, etwa Werkstücke schmieden.“ Die Handwerker könnten ihre Kräfte bündeln – bei geringem Aufwand. „Zelt und Stände müssen eh auf- und abgebaut werden.“

Neben den Betriebsinhabern sollen vor allem Azubis für die Jugendlichen ansprechbar sein. Hamburg: „Verschiedene Innungen haben bereits ihre Unterstützung zugesagt. Sie sind mit ihren Ausbildungszentren und -Werkstätten in Bergedorf präsent.“

Hamburg sieht keine Konkurrenz zu anderen Jobbörsen: „Die sind oft im Herbst, die Bautage im Frühjahr.“ Selbst eine Jobbörse im Zollenspieker Fährhaus im Februar bereite ihm keine Sorgen: „Dort werden sich vermutlich schon aufgrund der Räumlichkeiten andere Schwerpunkte ergeben. Schließlich gibt es viele andere Berufszweige.“