Dramatischer Start

Unfall überschattet Schützenfest

Polizisten sichern den Kanonen-Nachbau.

Polizisten sichern den Kanonen-Nachbau.

Foto: Florian Büh

Curslack. Kanonier wird bei Salutschuss verletzt – VSG will künftig auf Kanone verzichten.

Curslack. Dramatischer Start des Volks- und Schützenfestes der Vierländer Schützengesellschaft (VSG): Um 19.30 Uhr sollten am Curslacker Heerweg zwei Salutschüsse aus dem Nachbau einer historischen Kanone abgegeben werden. Dabei kam es zu einer unkontrollierten Fehlzündung. Der Kanonier wurde schwer verletzt, ist aber außer Lebensgefahr.

Nach ersten Informationen hatte der Curslacker bereits den ersten Böllerschuss problemlos abgefeuert. Er kühlte die Kanone dann mit Wasser, wollte das Rohr für den zweiten Schuss nachstopfen. Dabei kam es offenbar zur Fehlzündung. Der Kanonier erlitt schwere Verletzungen an beiden Händen und Armen. Zunächst bestand die Befürchtung, dass der Mann Finger oder sogar eine Hand verlieren könnte.

Aus dem Krankenhaus gemeldet

Beim Transport ins Krankenhaus war der Verletzte ansprechbar. Inzwischen hat er aus dem Unfallkrankenhaus Boberg Kontakt zu den Schützen aufgenommen. Demnach sah es zunächst schlimmer aus, als es sich jetzt darstellt: „Er hat uns noch ein schönes Schützenfest gewünscht“, berichtete gestern Ex-König Jörg Seemann.

Jugendliche leisteten Erste Hilfe

Ein Mitglied des Schützenvereins, das während der Explosion in der Nähe der Kanone stand, erlitt einen Schock, leistete aber mit jugendlichen Schützen Erste Hilfe. Von den Jugendlichen sind einige auch in der Freiwilligen Feuerwehr Curslack aktiv, die sie zu Hilfe riefen. Der Kanonier, ein in den Vierlanden bekannter Jäger und Waffenhändler, hat die notwendigen Kenntnisnachweise zum Bedienen der Kanone. Dies bestätigte die Polizei auf Nachfrage. Und: Der Mann sei erfahren im Umgang mit dem Gerät. Er hat mit einer Kanone aus seinem Privatbesitz bereits rund zehnmal das VSG-Schützenfest eröffnet. Das Opfer selbst ist kein VSG-Mitglied. Auf die Kanonenschüssen wollen die Vierländer Schützen künftig verzichten.

Weshalb es zur folgenschweren Fehlzündung gekommen ist, sollen nun Experten des Landeskriminalamtes ermitteln. Bis Sonntag lagen dazu noch keine Erkenntnisse vor.