Windkraft

Geräuschmessung: Blätterrascheln und Lagerknacken

Die Windkraftanlage Nummer 5 am Ochsenwerder Landscheideweg verursacht seit fast zwei Jahren ein wiederkehrendes Störgeräusch. Anwohnerin Birgit Linde raubt das Knacken, Quietschen und Pfeifen den letzten Nerv.

Die Windkraftanlage Nummer 5 am Ochsenwerder Landscheideweg verursacht seit fast zwei Jahren ein wiederkehrendes Störgeräusch. Anwohnerin Birgit Linde raubt das Knacken, Quietschen und Pfeifen den letzten Nerv.

Foto: Thomas Heyen

Ochsenwerder. Umweltbehörde misst Geräusche, die von einem Windrad ausgehen – Zwischenergebnis liegt nun vor.

Ochsenwerder. Als ein dumpfes Knacken, „wie Zähneknirschen“, beschreibt Birgit Linde ein immer wiederkehrendes Geräusch, das sie seit fast zwei Jahren nervt. Verursacht werden sollen die Geräusche, die sich auch in einem „Quietschen und Pfeifen“ äußern, von einem Windrad der Anlage WEA 5 am Ochsenwerder Landscheideweg. Birgit Linde wohnt gut 600 Meter davon entfernt am Ochsenwerder Elbdeich. Aufgrund der Beschwerden der freiberuflichen Webdesignerin hat die Behörde für Umwelt und Energie (BUE) eine Lärmmessung auf dem Grundstück von Linde vorgenommen. Erste Ergebnisse der Langzeitmessung liegen nun vor.

„Einige akustische Auffälligkeiten gefunden“

Im Zeitraum vom 17. Mai bis 10. Juli wurde Lärm gemessen. „Bei der Auswertung der Tonspuren konnten einige akustische Auffälligkeiten gefunden werden“, sagt Jan Dube, Sprecher der BUE: „Ein Zwischenergebnis der Messung ist, dass das umstrittene Knarr-Geräusch nur sehr selten und zudem kurzzeitig – für nur wenige Sekunden – auftritt und durch zahlreiche andere, deutlich lautere Fremdgeräusche der Umgebung überlagert wird, wie etwa Blätterrascheln oder Anliegerverkehr.“ Das Geräusch hebe sich nicht merklich von Umgebungsgeräuschen ab.

Doch weil die Windräder im Sommer zum Schutz von Fledermäusen bei geringen Windgeschwindigkeiten häufig nachts abgeschaltet werden, kann dann keine Geräuschentwicklung auftreten und gemessen werden, räumt Dube ein. Die Umweltbehörde plane daher vor Ort eine erneute Dauermessung im Oktober. „Ziel ist es, das Störgeräusch mit weniger Hintergrundgeräuschen aufzu-zeichnen, um die Intensität und Lautstärke besser beurteilen zu können“, sagt Dube. Danach sollen „mögliche Maßnahmen für betriebliche Regelungen“ erwogen werden.

Nordex sucht nach der Ursache

Nach Auswertung der Messungen wird ein Vertreter der BUE im Regionalausschuss darüber berichten. Dort hatte Birgit Linde bereits im März ihr Problem geschildert.

Unterdessen sucht Windrad-Hersteller Nordex weiter nach der Ursache für die Störgeräusche: Erst vor Kurzem spannten Techniker die „Wellenmutter“ des Hauptlagers nach.