Arp Schnitger Fest

Zeitreise in den Advent vor mehr als 300 Jahren

Uta Leber, Organistin und Kantorin der St.-Pankratius-Kirche in Ochsenwerder lädt zum Arp Schnitger

Uta Leber, Organistin und Kantorin der St.-Pankratius-Kirche in Ochsenwerder lädt zum Arp Schnitger

Foto: Wiebke Schwirten

Ochsenwerder. Das Wochenende steht in St. Pankratius ganz im Zeichen des berühmten Orgelbauers. Inklusive Zeitreise in den Dezember 1708.

Der Sommer ist in diesen Tagen noch mal mit aller Macht zurückgekehrt. Doch in der Kirche St. Pankratius wird am Sonntag bereits der erste Advent gefeiert. Es ist der Tag, an dem einst die Arp Schnitger Orgel in Ochsenwerder eingeweiht wurde. Und zu diesem Anlass reist die Gemeinde zurück ins Jahr 1708. Das Erzählkonzert, das am Sonntag um 16 Uhr in der Kirche am Alten Kirchdeich beginnt, bildet den krönenden Abschluss des Wochenendes, das ganz im Zeichen Arp Schnitgers steht (siehe Infokasten).

Todestag jährt sich zum 300. Mal

Nur noch vier Instrumente des berühmten Orgelbauers – in der Hauptkirche St. Jacobi, in Neuenfelde, in Bergstedt und eben in Ochsenwerder – werden in Hamburg als erhaltene Orgeln aufgeführt (www.orgelstadt-hamburg.de). In diesem Jahr jährt sich sein Todestag zum 300. Mal, weshalb in Hamburg 2019 das Orgeljahr ausgerufen wurde.

Kuchenspenden am Wiesenhaus abgeben

Für Ochsenwerder hat Uta Leber, Kantorin und Organistin an St. Pankratius, ein Jahr lang ein Programm mit Konzerten, Führungen und Gemeindefest (Kuchenspenden am Sonntag bis 9 Uhr am Wiesenhaus) ausgearbeitet, möchte damit längst nicht nur Orgelfans ansprechen. Tatkräftig unterstützt wird sie von der Gemeinde, Konfirmanden, Jugendfeuerwehr oder Heimatforscherin Simone Vollstädt. Ihre Ausstellung zu „Ochsenwerder zur Arp Schnitger Zeit“ ist ebenso in der Kirche zu sehen.

Zeit pudriger Perücken und ausladender Röcke

Die Geschichte zum Erzählkonzert habe Uta Leber schon lange im Kopf getragen. „Irgendwann habe ich mich hingesetzt und tagelang nur geschrieben“, sagt sie. Die Zuhörer reisen in eine Zeit, als die Herren noch mit frischgepuderten Perücken und Dreispitz in den vorderen Bankreihen Platz nahmen, neben ihnen die Damen mit wärmenden „Füerkiepen“ – mit glühenden Kohlen gefüllte Töpfe – unter den ausladenden Röcken. Die Erzählung wird ergänzt durch adventliche Stücke wie „Macht hoch die Tür“, „Tochter Zion“ oder einer Buxtehude Kantate. Interessierte sollten die Aufführung nicht verpassen: „Sie soll einmalig bleiben“, sagt Uta Leber.

Das Programm

Sonnabend, 31. August

Orgelkonzert I, 18 Uhr, Kuckuck und Nachtigall, Xiaojing Sheng spielt Orgelmusik des Spätbarock, das populäre Orgelkonzert von G.F. Händel sowie eine Bearbeitung des „Italienischen Konzerts“ von J.S. Bach

Orgelkonzert II, 19 Uhr, Hommage an Buxtehude, Moritz Schott präsentiert Werke von Dietrich Buxtehude bis Petr Eben

Sonntag, 1. September

Musikalischer Festgottesdienst, 10 Uhr, Kantorei Ochsenwerder, Marschländer Posaunenchor

Gemeindefest vor dem Wiesenhaus, bis 16 Uhr, Kaffee, Kuchen, historische Spiele

Orgelführung für Erwachsene, 11.30 Uhr, anschließend: „Spiel mich!“, Gelegenheit, selbst die Orgel auszuprobieren

Orgelvorführung für Kinder, 13.30 Uhr

Erzählkonzert „Orgeleinweihung 1708“, 16 Uhr


Eintritt frei, Spenden willkommen