Kreuzungsumbau

Bauarbeiten im Zeitplan: „Ein Viertel ist geschafft“

Bis auf 2,5 Meter-Tiefe wurde der Ochsenwerder Landscheideweg bereits auf einer Straßenseite ausgehoben. Dabei stießen die Tiefbauer auch auf Unerwartetes wie massiven Fundamentblöcke.

Bis auf 2,5 Meter-Tiefe wurde der Ochsenwerder Landscheideweg bereits auf einer Straßenseite ausgehoben. Dabei stießen die Tiefbauer auch auf Unerwartetes wie massiven Fundamentblöcke.

Foto: Lena Diekmann / BGZ/Diekmann

Ochsenwerder. Seit Wochen wird am „Marschländer Roulette“ unter Vollsperrung gearbeitet. Doch einige Autofahrer sind noch immer uneinsichtig.

Die Bagger haben ganze Arbeit geleistet: Eine Straßenseite des Ochsenwerder Landscheidewegs ist in den vergangenen fünf Wochen auf einer Länge von knapp 100 Metern abgetragen worden, 2,5 Meter geht es dort nun in die Tiefe. „Allein 600 Quadratmeter Asphalt müssten aufgefräst und abgefahren werden, dazu 450 Quadratmeter Pflaster“, berichtet Ralf Cohrs aus der Tiefbauabteilung des Bergedorfer Bezirksamtes. Insgesamt 2000 Kubikmeter Boden wurden ausgehoben – so viel wie etwa 400.000 gefüllte 5-Liter-Putzeimer.

Bauarbeiten dauern bis Ende Oktober

Seit Anfang Juli ist die Kreuzung zum Oortkatenweg gesperrt. Bis Ende Oktober wird die Fahrbahn verschwenkt, großflächige Mittelinseln und Fahrbahnteiler eingebaut. An der Buskehre wird zudem eine Kiss-and-Ride-Zone geschaffen.

„Wir sind voll im Zeitplan. Ein Viertel ist bereits geschafft“, sagt Lars Rosinski. Dem Tiefbauchef des Bezirksamts ist bewusst, dass die Vollsperrung auch mit Unannehmlichkeiten für viele Verkehrsteilnehmer verbunden ist. „Aber wir machen das ja nicht, um jemanden zu ärgern“, betont Rosinski.

Autofahrer rasen mit hohem Tempo durch die Baustelle

Viel mehr wurde die bauliche Veränderung selten so lautstark gefordert, wie für diese Kreuzung, die aufgrund der häufigen Unfälle auch „Marschländer Roulette“ genannt wird. Nach politischem Beschluss wird nun umgebaut – doch viele Autofahrer bleiben uneinsichtig. Allein als unsere Zeitung für die Recherche vor Ort war, versuchten innerhalb einer halben Stunde vier Autofahrer sich durch die Baustelle zu mogeln. Vor Arbeitsbeginn um sechs Uhr soll es besonders extrem sein: „Da rasen viele mit hohem Tempo durch die Baustelle“, berichten Mitarbeiter der ausführenden Baufirma.

Zum Ferienende könnte es weitere Probleme geben

Zum Ende der Hamburger Sommerferien könnten es sogar noch mehr werden, wenn Donnerstag der Berufs- und Pendelverkehr zu den Schulen und Kindergärten wieder zunimmt. Die Verantwortlichen bitten Autofahrer daher, die Umleitungsstrecken zu nutzen. Schließlich beschleunigt es den Fortgang der Bauarbeiten nicht, wenn die Mitarbeiter ständig Autofahrer aufklären müssen, anstatt die Baumaschinen zu bedienen.

Vom 14. August an gibt es – mit Ausnahme von Rettungsfahrzeugen und Bussen – sowieso kein Durchkommen mehr: Dann wird direkt im Kreuzungsbereich gearbeitet. Die Ernte auf den anliegenden Feldern läuft daher auf Hochtouren – und ist so gut wie abgeschlossen.

Bei Gasleitung ist große Vorsicht angesagt

In den kommenden zwei bis vier Wochen soll der erste Bauabschnitt wieder nach und nach mit Sand verfüllt und verfestigt werden. Vorher müssen Versorger für Strom und Telekommunikation aber erstmal ihre Kabel verlegen. Entsprechende Schutzrohre sind bereits eingebaut.

Im Anschluss wird die andere Straßenseite ausgehoben. Dort allerdings liegt eine Erdgasleitung im Boden, daher ist große Vorsicht angesagt. Alle fünf Meter muss die Leitung abgestützt werden. „Wir hoffen, dass uns das nicht zu sehr ausbremst. Aber wir sind guter Dinge“, sagt Ralf Cohrs.