Kritik an Ausweichstrecke

Lkw bringen Geschirr zum Klappern

Anwohner vom Ochsenwerder Elbdeich ärgern sich über den Lärm und die Vibrationen durch Busse und Lkw (v. l.): Werner Sannmann, Karen Wittmaack und Michael Lobert.  

Anwohner vom Ochsenwerder Elbdeich ärgern sich über den Lärm und die Vibrationen durch Busse und Lkw (v. l.): Werner Sannmann, Karen Wittmaack und Michael Lobert.  

Foto: Thomas Heyen

Ochsenwerder. Anwohner am Ochsenwerder Elbdeich sind von Umleitung genervt, fürchten Schäden an ihren Häusern.

Ochsenwerder. Der Verkehr, der sonst über den Ochsenwerder Landscheideweg und Oortkatenweg rollt, wird wegen der Neugestaltung der Kreuzung (wir berichteten) noch bis Ende Oktober umgeleitet – über Elversweg, Gauerter Hauptdeich, Ochsenwerder Elbdeich und Durchdeich. Anlieger vom schmalen Ochsenwerder Elbdeich sind genervt von den vielen Bussen und Lkw, die nun an ihren Häusern vorbeirollen. Sie fürchten Schäden im Mauerwerk.

Zwar sei mit Einrichtung der Umleitung eine Tempo-30-Zone auf dem Elbdeich eingerichtet worden, doch das bringe nur wenig, meint Anwohner Michael Lobert (67). Seine Nachbarin Karen Wittmaack (77) stimmt zu: „An das Tempolimit hält sich leider kaum einer.“

Morgens um 6 Uhr aufrecht im Bett

Ab 6 Uhr morgens würden Lkw einer nahe gelegenen Firma über den Deich rollen, sagt Karen Wittmaack: „Dann sitze ich aufrecht im Bett.“ Die Straße sei schon vor der Einrichtung der Umleitung ein Flickenteppich gewesen, betont Lobert. „Durch die vielen Löcher im Asphalt ist es besonders laut. Vor allem moderne Busse und Lkw mit Luftfederung würden Vibrationen in den Häusern bescheren. „Bei uns klappert regelmäßig das Geschirr in der Küche“, sagt der 67-Jährige. Hinzu käme, dass der Zustand der Deichstraße sich nun weiter verschlechtere. In den Kurven sei es besonders laut, würde das Geschirr in den angrenzenden Wohnhäusern besonders stark klappern, weil die Fahrzeuge dort anfahren.

Im Sommer sei das Verkehrsaufkommen aufgrund der Camper rund um den Hohendeicher See sowieso höher. „Jetzt kommen die vielen Lastwagen und Busse, darunter auch Gelenkbusse, hinzu“, sagt Werner Sannmann. Seine Lebensgefährtin fügt hinzu. „Wenn sich zwei große Fahrzeuge auf der schmalen Deichstraße begegnen, haben wir Angst, dass sie unser Haus rammen.“ Auch für die Schulkinder, die ab dem 8. August wieder auf dem kurvenreichen, schlecht einzusehenden Deich unterwegs sind, sei die Umleitung gefährlich, betont Lobert.

Zweifel an vernünftiger Planung

„Hier gibt es so gut wie keine Fußwege.“ Er sei auch gespannt darauf, wie die Freiwillige Feuerwehr Hohendeich nun zu ihren Einsatzorten komme, wenn große Fahrzeuge die Deichstraße blockierten.

Lobert wundert sich, dass der Verkehr nicht weiter über den Ochsenwerder Landscheideweg geführt wird: „Ich habe gesehen, dass eine Spur genutzt werden kann. Warum stellt man dort keine Baustellenampeln auf und führt den Verkehr einspurig?“ Der Anwohner und seine Nachbarn zweifeln daran, dass sich Verkehrspolizei und Tiefbauabteilung des Bezirks genug Gedanken gemacht haben.

Andere Möglichkeiten intensiv geprüft

Das bestreitet Lena Stich, Sprecherin des Bergedorfer Bezirksamtes, vehement: „Wir haben gemeinsam mit dem Polizeikommissariat 43 sehr ausführlich und intensiv geprüft, ob es eine andere Möglichkeit gibt, als die Vollsperrung. Eine Vollsperrung ist immer ,die letzte Wahl’ und wenn es möglich wäre, würden wir gerne hierauf verzichten.“

Zu wenig Platz neben dem Baufeld

Doch die umfangreichen, von der Bezirksversammlung beschlossenen Arbeiten – insbesondere der tiefe Eingriff in den Boden sowie die Gegebenheiten vor Ort – zu wenig Platz neben dem Baufeld, um den Verkehr sicher daran vorbeizuleiten – ließen keine anderen Alternative zu, betont Lena Stich: „Würde die Straße dauerhaft nicht voll gesperrt, sondern einspurig geführt, könnten die beschriebenen umfänglichen Maßnahmen schlicht nicht durchgeführt werden.“