Wasserqualität

Trotz Hitze: Badespaß ist bislang ungetrübt

Eine der beliebtesten Badestellen im Bezirk: Der Sandstrand am Hohendeicher See am Süd-Ufer ist an heißen Tagen stets gut besucht.

Eine der beliebtesten Badestellen im Bezirk: Der Sandstrand am Hohendeicher See am Süd-Ufer ist an heißen Tagen stets gut besucht.

Foto: Carsten Neff / NEWS & ART

Bergedorf. Seen werden als „ausgezeichnet“ bewertet – Geringe Vorkommen von Blaualgen und Zerkarien

Bergedorf. Temperaturen weit über 30 Grad: Da suchen viele Hamburger eine Erfrischung im kühlen Nass. Doch nicht überall ist der Badespaß ungetrübt. In der Alster wurde gestern ein erhöhter Blaualgen-Wert festgestellt. Am Sonntag sollen dort mehr als 2500 Frauen und Männer beim Ironman an den Start gehen. 2018 waren Blaualgen der Grund, warum der Triathlon zum Duathlon werden musste: Die Konzentration der Pflanzen war zu hoch, das Schwimmen wurde abgesagt.

„Das wird es gewiss nicht noch einmal geben“, betonte Ironman-Sprecher Frederik Schmidt im Dezember 2018. Alternativgewässer wie der Hohendeicher See oder auch die Regattastrecke am Eichbaumsee standen da zur Diskussion. Davon wollen die Organisatoren aber nichts wissen: „Aufgrund der aktuellen Werte besteht kein Grund zur Annahme, dass der Schwimmstart entfallen könnte“, sagt Sprecher Frederick Deimel.

Probenentnahme an acht Stellen

Die Wasserqualität der Bergedorfer Badeseen sei derweil sehr gut, betont Helmut Hoffmann, Leiter des Bergedorfer Verbraucherschutzamtes. Vorgestern und in der vergangenen Woche seien aus jeweils drei Badegewässern an insgesamt acht Stellen Proben entnommen und ausgewertet worden. Zwar würden vereinzelt Blaualgen (Allermöher See, Boberger See) und Zerkarien (Boberger See) auftreten, doch dies sei nicht besorgniserregend. „Derzeit gibt es keine Hinweise auf massenhafte Blaualgenvorkommen“, sagt der Verwaltungsmitarbeiter.

Im vergangenen Jahr mussten das Sommerbad Altengamme und Bereiche des Hohendeicher Sees wegen starken Blaualgenbefalls zeitweise gesperrt werden. Die Pflanzen können kurzfristig auftreten und durch wechselnde Windrichtungen in verschiedene Bereiche getrieben werden. Sie entwickeln sich vor allem bei hohen Temperaturen, zeigen sich meist als grüne oder blaugrüne Schlieren und produzieren Gifte. Tritt die Pflanze verstärkt auf, würden erhöhte pH-Werte vorher darauf hindeuten.

Zerkarien oder Gabelschwanzlarven sind die Larven von kleinen Saugwürmern. Sie verursachen beim Menschen die sogenannte Badedermatitis – juckenden, aber in der Regel ungefährlichen Hautausschlag. „Sie können überall vorkommen“, sagt Hoffmann. Er empfiehlt „gründliches Duschen und Abrubbeln“.

Eichbaumsee bleibt gesperrt

„Alle drei Wochen werden aus allen Bergedorfer Badeseen Proben entnommen, ausgewertet und im Internet veröffentlicht“, sagt Hoffmann. Neben Allermöher See, Boberger See, Hohendeicher See, Sommerbad Altengamme und See Hinterm Horn wird nach wie vor auch der Eichbaumsee, einst der beliebteste Badesee im Bezirk, regelmäßig beprobt. Er ist wegen massiven Blaualgenbefalls seit Jahren gesperrt. „Leider gibt es keine Verbesserung“, sagt Hoffmann. Bei allen anderen Seen wird die Wasserqualität von der Umweltbehörde als „ausgezeichnet“ eingestuft.

Im Altengammer Sommerbad zählte Schwimmmeister Horst Heibeck gestern etwa 400 Besucher, darunter viele Familien. „Nur am 30. Juni, einem Sonntag, waren es mehr. Damals tummelten sich hier rund 550 Badegäste“, sagt Heibeck.

18 Grad im Sommerbad

Das Becken wird hier aus dem Grundwasser gespeist. Die Wassertemperatur lagt gestern bei erfrischenden 18 Grad. Heibeck geht davon aus, dass sie trotz anhaltender Hitze in den kommenden Tagen lediglich um ein Grad steigt: „Schließlich wird Tag und Nacht Grundwasser aus rund 30 Metern Tiefe nachgepumpt.“ Denn der Wasserspiegel sinkt über den Tag um etwa zehn Zentimeter – das Wasser versickert im Naturboden. Immerhin: „An den flachen Stellen im Nichtschwimmerbecken ist das Wasser wärmer“, sagt Heibeck. Er ist an diesen Tagen meist von 10 bis 19.30 Uhr präsent.