Festival

Wutzrock am Eichbaumsee: Mehr als reine Bespaßung

Crowdsurfing bei Wutzrock: Im August wird am Eichbaumsee wieder ausgiebig gefeiert.

Crowdsurfing bei Wutzrock: Im August wird am Eichbaumsee wieder ausgiebig gefeiert.

Foto: Franz/Wutzrock/Galactic Entertainment

Allermöhe. Am Eichbaumsee wird drei Tage lang Wutzroc gefeiert: Vom 9. bis 11. August sind Bands wie Slime und Grossstadtgeflüster am Start.

Allermöhe. Drei Tage lang wird sie wieder rausgelassen, die Wutzrock-Sau: Von Freitag, 9., bis Sonntag, 11. August, können sich die Besucher des legendären „Umsonst & draußen“-Spektakels am Eichbaumsee in einem Paralleluniversum bewegen. Denn am 41. Wutzrock-Wochenende dreht sich alles nur um Livemusik, mit Tausenden Gleichgesinnten an der frischen Luft zu feiern, um Freundschaft und Solidarität.

Solidarisch mit politisch Verfolgten

Denn Wutzrock ist mehr als reine Bespaßung: Das Festival, das Ende der 70er-Jahre aus der Bergedorfer Jugendzentrum-Bewegung („Unser Haus“) heraus entstand, präsentiert sich seit der ersten Ausgabe solidarisch mit politisch Verfolgten und nicht kommerziell, antisexistisch und antifaschistisch.

Die ehrenamtlichen Organisatoren bezeichnen Wutzrock als „Teil der politischen Bewegung, die für selbstbestimmte und -organisierte Lebenszusammenhänge kämpft“. Mitglieder und Anhänger von NPD, AfD, freier Kameradschaften und sonstiger rechtsextremer und extremistischer Vereinigungen haben laut Internet-Auftritt (www.wutzrock.de) auf dem idyllischen Seegelände nichts zu suchen.

„Wir sammeln Geld für den Erhalt von Jugendzentren in Ostdeutschland“, sagt Mitorganisatorin Sabine Vielhaben. Der Liedermacher Heinz Ratz, der einen Spendenstand aufbaut und auch mit seiner Band Strom & Wasser auftritt, will mit 100 Konzerten in 100 Städten bis zum Jahresende eine Million Euro „gegen Rechts“ sammeln. Das Geld soll selbstverwalteten Jugendtreffs und Kultureinrichtungen zugute kommen, die aufgrund der politischen Lage im Osten über immer weniger Geld verfügen und in ihrer Existenz bedroht sind.

Musik satt und vielfältig

Musik gibt es natürlich auch, satt und vielfältig: Die Hamburger Punkrock-Legende Slime ist Headliner, ebenso Le Fly, Grossstadtgeflüster, Danube’s Banks und Gisbert zu Knyphausen. Stilistisch reicht die Bandbreite von Rock, Punk und Rap über Balkan-Beats und Volksmusik bis zu Pop op Platt. Der Timetable (Zeitplan) ist auf wutzrock.de zu finden.

Bis zu 50 Wutzrocker kümmern sich ganzjährig um die Organisation, vor Ort sind es etwa 300 Helfer – erfahrene, ältere ebenso wie Teenager. Sabine Vielhaben rechnet mit 15.000 Besuchern, verteilt auf alle drei Tage. Weil Wutzrock maßgeblich durch den Verkauf von Getränken (neu: Dithmarscher statt Astra) organisiert wird, ist das Mitbringen von Bier & Co. verboten.

Helfer werden noch für alle Bereiche gesucht. Treffen ist am Sonntag, 21. Juli, 16 Uhr, im Café Flop an der Wentorfer Straße 26.