Gemüse-Selbsternte

Erlebnisgärtner steigen so oft wie möglich ins Beet

Peter Kreipe (links) und Susanne Drengemann (Mitte) mit ihren Kindern Fritzi (10) und Frederik (7) sowie den Stammkunden Kirstin und Jörg Parschat, die von Anfang an dabei sind.

Peter Kreipe (links) und Susanne Drengemann (Mitte) mit ihren Kindern Fritzi (10) und Frederik (7) sowie den Stammkunden Kirstin und Jörg Parschat, die von Anfang an dabei sind.

Foto: Thomas Heyen

Kirchwerder. Erlebnisgarten Hamburg ist in der zehnten Saison – Viele Stammkunden sind von Beginn an dabei.

Kirchwerder.  Als Susanne Drengemann und ihr Ehemann Peter Kreipe 2010 am Kirchwerder Marschbahndamm 289 ihren Erlebnisgarten Hamburg eröffneten, war das Konzept der Gemüseselbsternte in Hamburg noch neu. „Wir waren die ersten in den Vier- und Marschlanden“, sagt Susanne Drengemann.

Premiere in den Vier- und Marschlanden

Mittlerweile wird in Kirchwerder in der zehnten Saison gepflanzt und geerntet. Das Angebot ist etabliert, bei dem von Anfang Mai bis Mitte Oktober eine mit knapp 30 Gemüsesorten bepflanzte Parzelle gemietet, gepflegt und abgeerntet werden kann.

In den Vier- und Marschlanden gibt es inzwischen mehrere Anbieter. Doch die Gärtner im Erlebnisgarten sind ihren Parzellen mit Bioland-Gemüse meist treu. „Wir haben viele Stammkunden, die jedes Jahr wieder dabei sind“, sagt Peter Kreipe. „Viele sind schon sieben, acht Jahre hier.“ Derzeit werden 62 Parzellen verschiedener Größe bewirtschaftet.

Seit der ersten Saison dabei

Drei Mieterparteien – zwei Ehepaare sowie eine Mutter und Tochter – sind sogar seit der ersten Saison 2010 durchgehend dabei. Zu ihnen zählen Kirstin (48) und Jörg Parschat (51) aus Nettelnburg. „Wir haben in den ersten beiden Jahren eine 86 Quadratmeter große Parzelle bewirtschaftet, aber das war uns bald zu viel Gemüse“, sagt Jörg Parschat, gelernter Landwirt, der als Teamleiter im IT-Bereich arbeitet.

Ganz auf das Erlebnisgartengemüse verzichten wollte das Ehepaar nicht: „Wir haben nur einen Reihenhausgarten. Da ist zu wenig Platz für den Gemüseanbau“, sagt Jörg Parschat. Mindestens zweimal in der Woche arbeitet der 51-Jährige in seinem Mietgarten in Kirchwerder. „So oft wie möglich fahre ich mit dem Fahrrad dorthin.“

In „Wunschreihen“ zusätzlich angebaut

Kartoffeln, Dicke Bohnen, Gemüsegurken und Hokkaido-Kürbisse zählen zum Lieblingsgemüse der Parschats. „Diese Sorten haben wir in unseren ,Wunschreihen’ zusätzlich angebaut“, sagt Kirstin Parschat.

„Studenten haben mal probeweise Tabak in ihren Wunschreihen angebaut“, sagt Peter Kreipe und fügt lächelnd hinzu: „Aber das ist nicht so einfach – deshalb haben sie mit ihrer Ausbeute nur eine Zigarette stopfen können.“ Bei den Parschats ist vor allem er für die Gartenarbeit zuständig. Sie kocht und friert ein.

Hokkaido-Kürbisse lagern Monate im Keller

„Die Hokkaido-Kürbisse lagern wir über Monate auf dem Kellerboden. Bis zu 15 große Exemplare liegen dort“, sagt Kirstin Parschat. Die Sachbearbeiterin bei der Ärztekammer kocht aus ihnen Suppe oder bereitet Kürbisspalten auf dem Backblech zu. „Mit dickem Meersalz, Knoblauch und Olivenöl schmeckt das herrlich“, sagt sie.

Eine bepflanzte, 43 Quadratmeter große Parzelle kostet 170 Euro pro Saison. Mit Bewässerungsservice werden 210 Euro fällig. Eine Miniparzelle (21 Quadratmeter, mit Bewässerungsservice) kostet 140 Euro. Die neue Saison startet Anfang Mai. Es sind noch Parzellen frei. Infos im Internet: www.erlebnisgarten-hamburg.de.