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Zu viele Raser - Ochsenwerder sammelt für Tempo-Smiley

Axel Schult (38) sammelt Spenden für einen Tempo-Smiley für Ochsenwerder.

Axel Schult (38) sammelt Spenden für einen Tempo-Smiley für Ochsenwerder.

Foto: Thomas Heyen

Ochsenwerder. Die elektronische Anzeigetafel soll an Straßenrändern Autofahrer zur Einhaltung des Tempolimits bewegen. Was die Polizei dazu sagt.

Ochsenwerder. Auf den Straßen in den Vier- und Marschlanden sind Autofahrer häufig zu schnell unterwegs. In Ochsenwerder wollen Anwohner Autofahrern die Augen öffnen – mit Hilfe eines Tempo-Smileys (Dialog-Display). Die elektronische Anzeigetafel weist Autofahrer (und die Menschen in ihrer Umgebung) auf Geschwindigkeitsübertretungen mit einem Smiley hin, dessen Mundwinkel nach unten gezogen sind. Bewegt sich der Wagen innerhalb des Limits, lächelt der Smiley. Für die Anzeigetafel werden Spenden gesammelt.

Axel Schult vom Wohnprojekt Stadt.Land.Fluss hat die Spendensammlung angeschoben. Rund 400 Euro sind auf dem Konto eingegangen. Doch benötigt wird die gut zehnfache Summe. „Den Smiley wollen wir an verschiedenen Stellen in Ochsenwerder an der Straße gut sichtbar aufstellen“, sagt Schult.

Suche nach Mitstreitern

Der 38-Jährige hat Flugblätter verteilt und bei Dorfbewohnern geklingelt, die selbst gemalte Tempo-Hinweise für Autofahrer auf ihren Grundstücken aufgestellt haben – potenzielle Mitstreiter. „Leider gibt es genug Straßen hier, auf denen gerast wird. Im Blick hat der Familienvater vor allem die Kinder: „Es fehlt oft ein Fußweg und die Kinder müssen auf der Straße gehen.“

Bei öffentlichen Veranstaltungen im Rest-Saal von Rieges Gasthof am Ochsenwerder Kirchendeich 1 steht eine Infotafel mit Spendenbüchse. Der Saal ist immer donnerstags, 19.30 Uhr, als Treffpunkt für die Menschen aus dem Dorf geöffnet – zum Klönen und Karten spielen. Weitere Informationen und ein Link zum Spendenkonto finden sich im Internet auf www.wohnprojekt-slf.de.

Soll ein Tempo-Smiley auf öffentlichem Grund angebracht werden, muss beim Bezirksamt ein entsprechender Antrag gestellt werden. Die Verwaltung schaltet die Verkehrspolizei mit ein. Das Genehmigungsverfahren dauere einen bis drei Monate, sagt Axel Kleeberg, Chef der Bergedorfer Verkehrspolizei.

Auf privatem Grund erlaubt

Einfacher sei es, das Dialog-Display auf einem Privatgrundstück anzubringen. „Das ist grundsätzlich erlaubt“, sagt Kleeberg. Es sei allerdings ratsam, sich vorher bei der Polizei zu erkundigen. „Die Lichtemission kann ebenso ein Problem darstellen wie etwa der Einsatz von rotem und grünem Licht. Diese Farben werden schließlich im Straßenverkehr genutzt.“

Die Polizei verfügt selbst nicht über Tempo-Smileys, dafür aber über zwei Temposys-Geschwindigkeitsanzeigen. „Die stellen wir an Unfallschwerpunkten oder nach Anwohnerbeschwerden vor allem an Wohnstraßen auf“, sagt Kleeberg. Die Geräte, die die gemessenen Daten auch für eine statistische Auswertung speichern, seien ständig im Einsatz. Brennpunkte gebe es keine.