Vollsperrung

„Marschländer Roulette“ wird nun entschärft

Hier gibt es ab Montag kein Durchkommen: Der Oortkatenweg (horizontal) kreuzt den Ochsenwerder Landscheideweg.

Hier gibt es ab Montag kein Durchkommen: Der Oortkatenweg (horizontal) kreuzt den Ochsenwerder Landscheideweg.

Foto: Lena Diekmann / BGZ/Diekmann

Ochsenwerder. Die unfallträchtige Kreuzung Oortkatenweg/Ochsenwerder Landscheideweg wird umgebaut. Sie ist ab 1. Juli für mehrere Monate gesperrt

Gefahrenschilder, Aufpflasterungen, verschwenkte Fahrbahnen – all diese Maßnahmen sind an der Kreuzung Ochsenwerder Landscheideweg/Oortkatenweg bereits vor zig Jahren ergriffen worden, um die als „Marschländer Roulette“ berüchtigte Kreuzung zu entschärfen. Und trotzdem ist es an dem Knotenpunkt immer wieder zu schweren Unfällen gekommen. Erst im Februar dieses Jahres musste eine 24-Jährige von Rettern aus ihrem Mitsubishi Colt geschnitten werden, nachdem sie mit einem Mercedes kollidiert war. Auch die beiden Mercedes-Insassen wurden bei dem Unfall verletzt.

Stopp-Schild missachtet und hohe Durchschussgeschwindigkeit

Dort, wo der schier ewig lange Ochsenwerder Landscheideweg den schnurgeraden Oortkatenweg kreuzt, würde niemand einen Unfallschwerpunkt vermuten. Allerdings ist offenbar gerade diese Annahme, die Kreuzung schon aus der Ferne bestens einsehen zu können, fatal: Immer wieder kommt es zu Kollisionen, wenn Autos ungebremst vom Oortkatenweg in die Kreuzung einfahren, ohne an den Stoppschildern gehalten zu haben. Auch die hohe „Durschussgeschwindigkeit“ ist ein Problem. Tempo 50 wird häufig überschritten.

Kreuzung über mehrere Monate voll gesperrt

Verschiedene Varianten zum Umbau der Kreuzung wurden diskutiert, ein Kreisel war im Gespräch. Letztlich setzte sich aber die Variante mit Fahrbahnteilern und Verkehrsinseln durch. Dafür wird die Kreuzung ab Montag, 1. Juli, voll gesperrt. Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich bis Ende Oktober dauern.

Verkehrsinseln und Fahrbahnteiler

Im Bereich der Einmündung zum Oortkatenweg sollen die jetzigen Aufpflasterungen zu Verkehrsinseln erhöht werden. Neben der Kreuzung Richtung Tatenberg wird es einen Fahrbahnteiler geben. Ebenso auf Höhe der Bushaltestelle, wo es im Oktober 2016 zu einem tödlichen Unfall kam, als ein Elfjähriger die Straße überquerte und von einem Lkw erfasst wurde.

Polizei hat Umleitungsstrecken im Blick

Für diese Einbauten wird die Erde tief ausgekoffert. Da es daneben nicht genug be­festigte Fläche gibt, um den Verkehr daran vorbeizuführen, ist eine Vollsperrung notwendig.

Als Ersatz für die Nord-Süd-Beziehung empfiehlt die Polizei die Nutzung des Hauptdeichs. Der Ochsenwerder Norderdeich/Tatenberger Deich wird aufgrund der schmalen Deichstraße nicht empfohlen. Für die Ost-West-Beziehung stehen der Elversweg, Durchdeich und Ochsenwerder Elbdeich zur Verfügung. Am Elbdeich werden aufgrund der schmalen Straße Halteverbote eingerichtet. Die Polizei hat auch die anderen Strecken im Blick und wird bei Bedarf weitere Halteverbote einrichten.

Weitere Straßenbau-Maßnahmen folgen erst im Anschluss

Weitere Straßenbaumaßnahmen – wie am Durchdeich oder Ochsenwerder Kirchendeich – sind auf die Baumaßnahme am Oortkatenweg abgestimmt und werden erst im Anschluss beginnen.