Solidarische Landwirtschaft

Ein edler „Gemüse-Laster“ für Vierlandens SoLaWi

Zuwachs bei der SoLaWi Vierlande: Das neue, 11.000 Euro teure Lasten-E-Bike wird von Rainer Schäferkordt mit frisch geerntetem Bio-Gemüse sowie übrig gebliebenen Paprikapflanzen beladen.  Foto: Kasdorff

Zuwachs bei der SoLaWi Vierlande: Das neue, 11.000 Euro teure Lasten-E-Bike wird von Rainer Schäferkordt mit frisch geerntetem Bio-Gemüse sowie übrig gebliebenen Paprikapflanzen beladen. Foto: Kasdorff

Foto: Gabriele Kasdorff / BGZ/Kasdorff

Neuengamme/Hamburg. Die SoLaWi Vierlande bekommt ein 11.000 Euro teures Edel-Fahrrad – Info-Abend auf dem Rathausmarkt am 22. Juni.

Neuengamme/Hamburg.  Rainer Schäferkordt vom Verein Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) Vierlande hat nach langem Akquirieren einen Sponsor für ein elektrisch unterstütztes Lastenfahrrad gefunden: „Der Ökostromanbieter EWS hat uns ein E-Bike im Wert von 11.000 Euro komplett finanziert“, sagt Schäferkordt. Das E-Bike fährt mit Ökostrom, der Akku hat eine Reichweite von 50 Kilometern – bei höchster Zuschaltung der elektrischen Tretunterstützung. Es kann 300 Kilogramm Ladung transportieren. In dem 1,5 Kubikmeter großen Stauraum lässt sich mehr Ware unterbringen als in einem durchschnittlichen Kombi-Pkw.

Derzeit erntet das zertifizierte Biolandprojekt Salat, Mangold, Kohlrabi, Mairübchen, Fenchel, Radieschen und Kräuter. Diese werden in Kisten verpackt und mit dem E-Bike zu den fünf Depots in Bergedorf gebracht. Drei weitere Lager- und Abholflächen befinden sich in der Hamburger Innenstadt. Von den Depots holen sich die etwa 200 Vereinsmitglieder ihre Kisten einmal wöchentlich ab.

Mitglieder helfen auf den Feldern

Aber den Vereinsmitgliedern geht es nicht allein um das Bio-Gemüse und -Obst, betont Schäferkordt: „Das Ganze lebt auch von der Gemeinschaft und dem Wunsch, regionalen Anbau zu erhalten.“ Zehn Prozent der Mitglieder helfen auf den Feldern und in den Gewächshäusern am Neuengammer Hinterdeich und am Kirchwerder Mühlendamm (Hof Eggers) mit, den Löwenanteil leisten jedoch die drei professionellen Gärtner.

Mit dem Ergebnis seien alle mehr als zufrieden: „2018 war ein richtig gutes Jahr mit Gemüse im Überfluss“, sagt Schäferkordt. Er ist auch im Beirat des Vereins, der von Anna Birk, Ole Halver und Jack Sturm als gemeinschaftlicher Vorstand geleitet wird.

Inzwischen gibt es eine Warteliste für Interessierte. Internet: www.solawi-vier lan.de.

Wer sich über das Erfolgsmodell der Solidarischen Landwirtschaft informieren möchte, hat dazu am Sonnabend, 22. Juni, von 16 bis 19 Uhr Gelegenheit. In der Hamburger Rathauspassage (Unter dem Rathausmarkt) informieren sechs SoLaWi-Projekte aus Hamburg, darunter das aus den Vierlanden, der Ernährungsrat Hamburg und der Verein Slowfood Hamburg über ihr Tun.

Mehr als 240 SoLaWi-Projekte

„Aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde wird ein Vertreter der SoLaWi Schinkeler Höfe anreisen“, sagt Astrid Matthiae (Ernährungsrat Hamburg). „Dort haben sich mehrere Biobetriebe, drei Höfe und eine Bäckerei, zusammengetan – mit vielen Privathaushalten. Wir werden hören, wie dieses Modell funktioniert.“ Bundesweit gebe es mehr als 240 SoLaWi-Projekte, berichtet Astrid Matthiae.

Die Organisatoren wollen sowohl landwirtschaftliche Betriebe als auch Haushalte auf das Thema aufmerksam machen. Bei der solidarischen Landwirtschaft finden sich Menschen aus der Region zusammen, finanzieren Saatgut und Bewirtschaftung einer Jahresernte, die die Mitglieder sich dann solidarisch teilen. Das „Solidarisch“ in SoLaWi bezieht sich auch auf die Möglichkeit, mehr Geld für das Projekt aufzubringen als es andere tun (können).

Gereicht wird Suppe und Nachtisch aus dem Anbau der SoLaWi-Projekte. Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung per E-Mail bis zum 15. Juni wird gebeten: astridmatthiae@gmx.de.