Feuerwehr

Gasleck: Explosionsgefahr am Moorfleeter Deich

Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot am Moorfleeter Deich im Einsatz.

Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot am Moorfleeter Deich im Einsatz.

Foto: Timo Jann

Moorfleet. Gasleitung zerstört: Großeinsatz für die Feuerwehr. 25 Meter hohes Gebäude für Saatgutveredelung droht zu explodieren.

Moorfleet.  Ein Gasaustritt in einem Gebäude am Moorfleeter Deich bescherte der Feuerwehr am Freitag einen extrem gefährlichen Einsatz. Bei Kernbohrarbeiten war eine Gasleitung zerstört worden. Große Mengen Erdgas verteilten sich daraufhin in dem 25 Meter hohen Gebäude zur Saatgutveredlung.

Gegen 8.50 Uhr wurde die Feuerwehr in den Betrieb gerufen. Die Rettungsleitstelle löste die Alarmstufe „Technische Hilfeleistung mit Explosionsgefahr“ aus. Ein Großaufgebot an Einsatzkräften der Berufsfeuerwehr Billstedt und der Freiwilligen Feuerwehr Spadenland sowie Spezialkräften der Technik- und Umweltschutzwache in Neuhof wurde alarmiert. Als die Einsatzkräfte eintrafen, wurde die Erdgaszufuhr bereits von Gasnetz Hamburg für den gesamten Bereich geschlossen. Gas konnte nicht weiter ausströmen. Die Einsatzstelle wurde aufgrund der Explosionsgefahr weiträumig abgesperrt.

Obergrenze überschritten

Feuerwehrleute unter Atemschutz gingen in das Gebäude, um die Gaskonzentration zu messen. Sie stellten fest, dass sie im Keller bereits so hoch war, dass die obere Explosionsgrenze des Gas-Luft-Gemischs überschritten war: Es war so viel Gas ausgetreten, dass mittlerweile zu wenig Luftsauerstoff vorhanden war, als dass das Gemisch hätte durchzünden können. Das Gas-Luft-Gemisch war dazu zu stark gesättigt.

Doch das Gas musste aus dem Gebäude entfernt werden – ein extrem gefährliches Unterfangen. Denn nun wurde zwangsläufig wieder Luft zugeführt, wodurch das Gemisch wieder zündfähig wurde. Mehrere Trupps vom Umweltdienst, der Taskforce der Feuerwehr sowie von Gasnetz Hamburg kontrollierten die Gaskonzentrationen im Gebäude. Im Verlauf des Einsatzes sanken sie stetig.

Nutzungsverbot für das Gebäude

Es wurde ein Nutzungsverbot bis nach Pfingsten ausgesprochen, um auch Restmengen entweichen zu lassen. Gasnetz Hamburg wird die Anlage kontrollieren. Danach muss ein Sachverständiger das Haus erneut überprüfen. Der Einsatz dauerte mehr als vier Stunden.